Teuer und komplex: Indexpolicen lohnen sich nicht
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Versicherungen immer weniger Lebensversicherungspolicen. Als
Alternative bieten sie stattdessen eine Variante davon an: die
Indexpolice, die höhere Renditen verspricht. Der Marktführer Allianz
meldet bereits 400.000 Verträge. Das gemeinnützige Verbraucherportal
Finanztip hat sich verschiedene Angebote näher angeschaut. Das Fazit
der Experten: Unterm Strich rechnen sich die Verträge für den
Verbraucher genauso wenig wie klassische Policen.
Die Angebote klingen verlockend: Mit mittleren Renditen von 4 oder
bis zu 10 Prozent werben Anbieter von Indexpolicen in ihren
Produktbroschüren. "Renditen von mehr als 4 Prozent sind aber nur
schwer zu erreichen", sagt Annika Krempel, Expertin für
Versicherungen bei Finanztip. "Wahrscheinlicher sind nach Abzug aller
Kosten Werte von 0,5 bis 2,5 Prozent." Denn wie auch bei klassischen
Lebensversicherungen fallen bei Indexpolicen hohe Verwaltungs- und
Abschlusskosten an.
Indexpolicen sind komplex
Viele Angebote sind sehr undurchsichtig. "Verbraucher können oft
nicht wirklich nachvollziehen, was sie da eigentlich kaufen", erklärt
Krempel. Denn Indexpolicen sind komplex. Sie funktionieren zunächst
wie eine klassische Lebensversicherung: Der Versicherer legt das Geld
des Kunden sehr risikoarm an und erwirtschaftet damit Überschüsse.
Diese bestehen aus der erwirtschafteten Rendite und aus möglichen
Kostengewinnen, falls bei der Versicherung weniger Kosten anfallen
als geplant. Diese Überschüsse investiert die Versicherung dann über
Optionen in einen Aktienindex. Bei manchen Optionen sind die
Gewinnmöglichkeiten durch einen sogenannten Cap gedeckelt. Bei
anderen Optionen wird ein festgelegter Prozentsatz ausgeschüttet -
die sogenannte Quote. "In starken Börsenjahren ist die Quote von
Vorteil, weil mehr beim Kunden ankommt", sagt Krempel. "Wird weniger
an der Börse erwirtschaftet, hat eher der Cap die Nase vorn."
Der garantierte Zinssatz fällt weg
Was Lebensversicherungen in der Vergangenheit so attraktiv machte,
war der garantierte Zins auf das Ersparte. "Heute, in Zeiten
niedriger Zinsen, wollen Versicherungen nur noch garantieren, dass
Sparer ihre eingezahlten Beiträge wieder rausbekommen", erklärt
Krempel. "Bei Indexpolicen werden Überschüsse risikoreicher angelegt,
um überhaupt Renditen zu erwirtschaften. Sofern sich der Kurs günstig
entwickelt, kann das funktionieren. Wenn es schlecht läuft, bleiben
die eingezahlten Beiträge zwar erhalten, aber es gibt unter Umständen
gar keine Verzinsung", erklärt Krempel. Verbraucher können laut
Finanztip-Untersuchung bei den Indexpolicen insgesamt kaum mit einer
höheren Rendite rechnen als bei einer klassischen Rentenversicherung.
Wer vorsorgen möchte, sollte deshalb lieber in alternative
Anlageformen wie einen ETF-Sparplan investieren oder in die
Riester-Produkte, die Finanztip empfiehlt.
Zum Test der Indexpolicen:
http://www.finanztip.de/lebensversicherung-indexpolice/
Informationen zum ETF-Sparplan:
http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/fondssparplan/
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Datum: 21.10.2016 - 11:30 Uhr
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