neues deutschland:Überdüngte Geduld
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stellt kaum jemand in Frage, der gute Erträge haben will. Womit und
wie viel jedoch gedüngt wird, wuchs sich in den letzten Jahren zum
immer größeren Streitpunkt zwischen Umweltschützern, Agrarlobbyisten
und der Politik aus. Hierzulande wird nämlich nicht nur aus Sicht der
EU-Kommission viel zu viel Gülle vor Ort auf die Felder gekippt oder
irgendwohin gekarrt - mit teils dramatischen Folgen für die
Wasserqualität: Algen und stickstoffliebende Pflanzen verdrängen
andere Gewächse, Fische und Muscheln. Hektoliterweise Gülle aus
Abfällen der Massentierhaltung, Kunstdünger, Gärreste aus
Biogasanlagen - Flüsse, Seen und die Ostsee leiden immer stärker
unter der industriellen Landwirtschaft. Jetzt reicht es der EU:
Nachdem sie mehrfach eine Gesetzesverschärfung angemahnt hatte, klagt
sie nun gegen Deutschland, weil die Berliner Politik es bisher nicht
fertig brachte, der Agrarlobby einen Riegel vorzuschieben. Wobei
selbst schärfere Düngeregelungen am Grundproblem nichts ändern
würden: Massentierhaltung und Großlandwirtschaft können nicht
wirklich umweltfreundlich betrieben werden. Irgendwo müssen die
Fäkalien aus den Schweine- und Rindermastanlagen hin, irgendwie muss
noch das kleinste Feld einen möglichst großen Ertrag abwerfen. Weg
von der Massenproduktion und hin zum regionalen Bioanbau müsste die
Devise lauten. Diesen Passus sucht man in der neuen
Düngemittelverordnung aber vergebens.
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Datum: 07.11.2016 - 18:00 Uhr
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