NOZ: Grünen-Außenexperte Trittin: Nach Trumps Sieg droht Schwächung Europas
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droht Schwächung Europas
"Konflikt ist programmiert" - Ex-Minister hält den neuen
US-Präsidenten für unberechenbar
Osnabrück. Grünen-Außenexperte Jürgen Trittin befürchtet nach der
Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA eine Schwächung der
transatlantischen Partnerschaft und damit eine Schwächung Europas.
"Trumps unhaltbare Wachstumsversprechen werden sich nicht erfüllen",
sagte Trittin der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Dies
könne gefährliche Folgen haben, weil Populisten, die innenpolitisch
unter Druck gerieten, oft "außenpolitisch unberechenbar" würden. "Die
amerikanische Gesellschaft und die Weltgemeinschaft stehen vor einer
Phase der Ungewissheit", warnte der Grünen-Politiker. Dies werde die
Beziehungen zwischen Europa und den USA belasten - gerade jetzt in
einer Zeit zunehmender Krisen und Kriege, in der transatlantische
Zusammenarbeit nötig sei.
Besonders im Mittleren Osten dürfte das gemeinsame Handeln
schwerer werden. Wenn Trump seine Drohung wahrmache und zum Beispiel
das Abkommen mit dem Iran aufkündige, sind laut Trittin unmittelbare
Auswirkungen auf die Situation in Syrien und dem Irak zu erwarten.
Auch wolle der neue Präsident das Klimaschutzabkommen von Paris
missachten und den Export von Kohle- und Fracking-Gas forcieren. "Das
wird die Klimakrise beschleunigen. Der Konflikt mit Europa ist
programmiert", erklärte der frühere Bundesminister.
Nach Einschätzung des Grünen-Politikers wird Trumps Sieg den
Rechtspopulisten in Europa, "den Hofers, Wilders und Le Pens",
Auftrieb geben. Trittin sieht den Erfolg des Republikaners als späte
Antwort der Rechten in den USA auf den Finanzcrash von 2009. "Die Wut
über das Ende des amerikanischen Traums wird gegen Minderheiten und
gegen das Ausland gekehrt", sagte er.
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Datum: 09.11.2016 - 10:41 Uhr
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