Altenpflege und Kinderkrankenpflege einig: Generalistik ist der Ruin

Altenpflege und Kinderkrankenpflege einig: Generalistik ist der Ruin

ID: 1422298
(ots) - Die Diskussionen um das Pflegeberufereformgesetz
reißen nicht ab. Die Befürworter schwinden, und auf allen Ebenen gibt
es breiten Widerstand. So kam eine repräsentative Umfrage einer
Pflegefachzeitschrift zu dem Ergebnis, dass 79 Prozent der
Leitungskräfte von Pflegeeinrichtungen der Wohlfahrt und 88 Prozent
der privaten Träger gegen die Generalistik sind. Nun versuchen die
Befürworter der Generalistik massiv Druck auf die
Bundestagsabgeordneten auszuüben, die zu Recht die Zusammenlegung der
Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege ablehnen. Dabei scheuen sie
sich nach Ansicht des Bündnisses für Altenpflege nicht einmal,
offenkundig falsche Zahlen zu verbreiten. "Es wird behauptet, dass
bereits jetzt 90 Prozent der Inhalte der drei Ausbildungen gleich
wären. Das ist schlicht und ergreifend falsch. Wenn dem so wäre, wäre
die Generalistik längst umgesetzt. Jedoch lässt sich an diesen
Angaben ablesen, wie die inhaltliche Ausrichtung der neuen Ausbildung
gestaltet sein würde: maximal 10 Prozent spezifisches Wissen und
Können für die Kinderkrankenpflege und die Altenpflege. Das macht
deutlich, dass diese beiden Bereiche die großen Verlierer der Reform
sein werden", erläutert Bündnis-Sprecher Peter Dürrmann.

Birgit Hoppe, als Vorsitzende des Arbeitskreises
Ausbildungsstätten Altenpflege (AAA) Mitglied des Bündnisses für
Altenpflege, weiß aus der Praxis und der Gefühlslage der angehenden
Altenpflegerinnen und -pfleger zu berichten: "Neulich sagte mir ein
Auszubildender mit Blick auf die gut ausgelasteten Jahrgänge, bei
Einführung der Generalistik würde bald nur noch die Hälfte der Leute
hier sitzen. Die Gründe? Man entscheide sich bewusst für diesen und
keinen anderen Beruf. Und in der neuen Ausbildung fiele auch die
berufsbegleitende Ausbildung weg, die für viele der einzig gangbare


Weg ist."

Auch die Auszubildenden Hilda Künzer und Jessica Göhler
bestätigen, dass in ihrem Jahrgang die überwiegende Mehrheit gegen
die Generalistik ist: "Mit der Abschaffung der Altenpflegeausbildung
verschwindet ein großer Teil der Ausbildungsinhalte und
altersspezifischer Themen", prognostiziert Jessica Göhler, während
Hilda Künzer hinzufügt: "Ich bin gegen die Abschaffung der
Altenpflegeausbildung, weil Altenpflege auch Empathie braucht und
diese in einer generalistischen Ausbildung zu kurz kommt."

Das Bündnis für Altenpflege vertritt zwischenzeitlich über 70
Prozent aller Altenpflegeeinrichtungen. Beteiligt sind:
Arbeitgeberverband Pflege e.V., Arbeitskreis Ausbildungsstätten
Altenpflege (AAA), Arbeiterwohlfahrt (AWO) LV Berlin und Bayern sowie
Bezirksverband Potsdam, Bundesverband der kommunalen Senioren- und
Behinderteneinrichtungen e.V. (BKSB), Bundesverband privater Anbieter
sozialer Dienste e. V. (bpa), Deutsche Akademie für
Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e. V., Deutscher Berufsverband
für Altenpflege e. V. (DBVA), Deutsche Expertengruppe
Dementenbetreuung e. V. (DED), Deutsche Gesellschaft für
Gerontopsychiatrie und -psychotherapie e. V. (DGGPP), Deutscher
Verband der Leitungskräfte der Alten- und Behindertenhilfe e. V.
(DVLAB), Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e.V.,
Landesverband Hauskrankenpflege Sachsen-Anhalt e. V., Pflegebündnis
Mittelbaden e. V., Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e.
V. (VDAB)



Pressekontakt:
Für Rückfragen: Peter Dürrmann, Sprecher des Bündnisses, Tel.
05121/2892872

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Datum: 09.11.2016 - 10:50 Uhr
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