KfW-Wettbewerbsindikator 2016: Deutscher Mittelstand bei internationaler Wettbewerbsfähigkeit auf d

KfW-Wettbewerbsindikator 2016: Deutscher Mittelstand bei internationaler Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spitzenplatz

ID: 1426638
(ots) -

- Deutsche Unternehmen vor französischen und britischen
Mittelständlern
- Positive Bewertung von Standortfaktoren und
Unternehmensperformance
- Energieeffizienz als Wettbewerbsfaktor: US-Mittelstand holt auf

Die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland sehen sich
aktuell bestens gerüstet für den Wettbewerb mit ihrer Konkurrenz aus
dem Ausland: Im KfW-Wettbewerbsindikator 2016 sichern sie sich nach
Rang zwei im Jahr 2014 diesmal die Spitzenposition. Mit nur geringem
Abstand folgen auf dem Siegertreppchen die Mittelständler aus
Frankreich und Großbritannien. Die mittelständischen Unternehmen aus
den Vereinigten Staaten sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch
ungünstige Standortbedingungen wie mangelnde Infrastruktur und hohe
Bürokratie erheblich beeinträchtigt und fallen 2016 auf Platz vier
zurück.

Der KfW-Wettbewerbsindikator basiert auf einer Befragung von mehr
als 2.200 Mittelständlern in zehn wichtigen Industrie- und
Schwellenländern zu den Stärken und Schwächen ihres Unternehmens und
ihres Standorts im Vergleich zu ihren wichtigsten internationalen
Konkurrenten. Der Spitzenplatz des deutschen Mittelstands wird
getragen von den weiterhin sehr guten Standortbedingungen. Kleine und
mittlere Unternehmen in anderen Volkswirtschaften fühlen sich
deutlich stärker durch mangelnde Infrastruktur, politische
Instabilität, Korruption oder Finanzierungsschwierigkeiten
beeinträchtigt. Verbesserungspotenzial sehen die deutschen
Mittelständler dennoch: Der Bürokratieabbau muss aus ihrer Sicht
vorangetrieben werden, Steuern und Abgaben werden noch immer als zu
hoch empfunden und der Fachkräftemangel infolge des demografischen
Wandels macht vielen Sorgen.

Ihre eigene Unternehmensperformance schätzen die kleinen und
mittleren Unternehmen in Deutschland besser ein als vor zwei Jahren:


Sie punkten weiter vor allem mit Qualität, Innovation und Service,
haben zuletzt aber auch bei der preislichen Wettbewerbsfähigkeit
deutlich aufgeholt. Ein wichtiger Treiber hierfür dürfte die
Euro-Abwertung infolge der expansiven EZB-Geldpolitik sein, von der
auch die Mittelständler anderer Länder der Eurozone wie Frankreich,
Spanien und Italien profitieren konnten.

"Keine Frage: Der deutsche Mittelstand steht gut da. Seine hohe
internationale Wettbewerbsfähigkeit trägt erheblich zu Wachstum und
Beschäftigung bei", kommentiert Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der
KfW Bankengruppe, die Ergebnisse des aktuellen
KfW-Wettbewerbsindikators. "Doch unsere Befragung zeigt auch:
Ausruhen auf ihren Lorbeeren dürfen sich die Unternehmen nicht. Die
Konkurrenz aus anderen Ländern steht in den Startlöchern, um
Marktanteile für sich zu gewinnen." Positiv bewertet Zeuner die
Entwicklung in den europäischen Nachbarländern: "Spanien und
Frankreich haben bei der Wettbewerbsfähigkeit aufgeholt und stehen
deutlich besser da als vor zwei Jahren. Italien kommt etwas langsamer
voran, aber die Richtung stimmt."

KfW Research hat die Mittelständler für den Wettbewerbsindikator
2016 erstmals auch zu ihren Energieeffizienzmaßnahmen befragt. Laut
KfW-Chefvolkswirt Zeuner können diese erheblich zur Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens beitragen:
"Energieeffizienzmaßnahmen senken die Energiekosten und verringern
die Abhängigkeit von der Energiepreisentwicklung", so Zeuner. "Sie
können außerdem zu schlankeren Prozessen, höherer Produktqualität und
besseren Arbeitsbedingungen beitragen - und sie wirken sich positiv
auf das Unternehmensimage aus."

Wie die Untersuchung zeigt, hat das Thema international nicht bei
allen Mittelständlern den gleichen Stellenwert. Energieeffizienz ist
den kleinen und mittleren Unternehmen dort wichtig, wo die
Energiekosten als sehr belastend oder die Klimaschutzbestimmungen als
besonders streng wahrgenommen werden. Lediglich in Deutschland fällt
auf, dass ein großer Teil der Mittelständler das Thema
Energieeffizienz für wichtig hält (88 %), sich aber gleichzeitig
nicht mehr so stark durch Energiekosten beeinträchtigt sieht. Hierin
zeigt sich, dass die hohen Energiepreise der Vergangenheit und die
staatlichen Fördermaßnahmen nicht nur dazu beigetragen haben, das
Thema Energieeffizienz fest im Bewusstsein der Unternehmen zu
verankern. Sie haben auch dazu geführt, dass die Unternehmen ihre
Energieeffizienz deutlich verbessert und so ihre Belastung durch
Energiekosten begrenzt haben. Jeder vierte deutsche Mittelständler
hat in den letzten beiden Jahren konkrete Energieeffizienzmaßnahmen
umgesetzt, jedes sechste Unternehmen hat welche in Planung. In etwa
gleichauf liegen die mittelständischen Unternehmen aus anderen
Industrieländern wie Großbritannien, Italien oder Spanien. Die
Franzosen und Japaner folgen mit geringem Abstand. An der Spitze bei
der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen liegen derzeit die
Mittelständler aus den Vereinigten Staaten: 29 % von ihnen waren
zwischen 2014 und 2016 aktiv. Die Klimapolitik des US-amerikanischen
Präsidenten zeigt offensichtlich Wirkung. Das Ausgangsniveau in den
USA ist jedoch auch deutlich niedriger als in vielen europäischen
Staaten, der Nachholbedarf entsprechend hoch. "Im internationalen
Vergleich haben die deutschen Mittelständler beim Wettbewerbsfaktor
Energieeffizienz bereits ein gutes Niveau erreicht. Aber sie müssen
unbedingt weiter am Ball bleiben!" sagt KfW-Chefvolkswirt Zeuner.

KfW-Wettbewerbsindikator 2016 www.kfw.de/wettbewerbsindikator



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