Kurze Namen liegen im Trend / Leipziger Namenforscher analysieren Vornamentendenzen (FOTO)
ID: 1429044

(ots) -
Ben, Mia, Emma, Paul - kurze Vornamen werden seit einigen Jahren
auffallend oft vergeben. Sie liegen weiterhin im Trend. Das bestätigt
die Namenberatungsstelle der Universität Leipzig anhand von Daten der
Langzeitstudie "Tendenzen in der Vornamengebung in Deutschland" und
gestützt durch grafische Wirkungsprofile, sogenannte Onogramme. Die
Daten belegen nicht nur, dass Neugeborene immer vielfältigere kurze
Vornamen bekommen, sondern auch, dass diese kurzen Namen als trendig
gelten.
Unter den hundert häufigsten Babynamen sind die meisten
zweisilbig. Bei den männlichen Vornamen ist der Anteil der
einsilbigen Namen stark gestiegen. Paul, Fynn, Max, Tim, Jan, Karl,
Fritz, Mats, John sowie Jay, Sam, Phil, Vin, Ray, Fox und Jack
gehören heute zu den beliebten Namen, erläutert die Namenberaterin
Gabriele Rodriguez. Bei Mädchen überwiegen zwei- und dreisilbige
Namen. Aber auch hier setzen sich kurze Namen durch: Mia, Ida, Lea
und Kim nennt Rodriguez als gängige Beispiele. Bislang seltene Namen
wie Jaz, Su, Linn, Liz, Liv sind auf dem Vormarsch. Den Namen Lou
bekommen inzwischen mehr Mädchen als Jungen.
Zwar sind Einzelbuchstaben als Vornamen nicht erlaubt, doch
englische Namen aus ausgeschriebenen Initialen werden inzwischen auch
in Deutschland vergeben: Tee-Jay, Em-Jay, Dee-Jay, Jay-Dee u.a. Dass
diese kurzen Namen dem Sprachempfinden nach modisch sind,
illustrieren ihre Onogramme. Ob Mia, Lea, Lily, Leon, Finn oder Ben -
ihre Wirkungsprofile zeigen, dass diese Vornamen mehrheitlich als
besonders trendig empfunden werden. Bei Jungen reicht oft sogar eine
einzige Silbe: Jake, Nick, Lou, Max. "Sprachökonomie greift auch bei
Namen. Es scheint, als spiegelt sich im Trend zu immer kürzeren Namen
der allgemeine Zeitgeist wieder", kommentiert der Leipziger
Namenforscher Thomas Liebecke.
Rodriguez und Liebecke sind sich sicher: Der Trend zu kurzen Namen
wird anhalten. Er ist allerdings regional unterschiedlich ausgeprägt,
im Osten und Norden stärker als im Süden. Hier überwiegen auch
Einzelvornamen, während im Süden vornehmlich zwei und mehr Vornamen
vergeben werden, ergänzt Rodriguez.
Gabriele Rodriguez arbeitet seit 1994 als Vornamenberaterin im
Namenkundlichen Zentrum der Universität Leipzig und ist
hauptverantwortlich für die Studie "Tendenzen in der Vornamengebung
in Deutschland". Dafür werden Daten von über 300 Geburtskliniken und
Krankenhäusern verarbeitet. Thomas Liebecke ist freier Namenforscher
und aktiv im Vorstand der deutschen Gesellschaft für Namenforschung
e.V. Er betreut die Vornamenstudie "Das Image von Namen", in der
Onogramme (grafische Wirkungprofile) zu Vornamen errechnet werden.
Hintergrundinformationen dazu gibt es auf
http://www.onomastik.com/magazin/vornamen-2014.php. Onogramme,
fortlaufende Ergebnisse sowie das Befragungsformular sind über
http://www.onomastik.com/Vornamen-Lexikon/ oder
http://www.namenberatung.eu/leistungen/onogramme/ zu erreichen.
Pressekontakt:
Gabriele Rodriguez
Universität Leipzig
Philologische Fakultät
Namenkundliches Zentrum | Namenberatungsstelle
Beethovenstr. 15
04107 Leipzig
Telefon: +49 341 9737468
E-Mail: rodrig@rz.uni-leipzig.de
http://www.namenberatung.eu/
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Datum: 25.11.2016 - 10:10 Uhr
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