M&A macht sich bezahlt: Versicherer entwickeln sich nach Akquisitionen überdurchschnittlich
Studie von Willis Towers Watson mit Mergermarket und Cass Business School ermittelt Einfluss von M&A-Transaktionen auf Aktienkurse der Versicherer
Die Untersuchung verdeutlicht: Große Übernahmen führen zu einer wesentlich besseren Wertentwicklung im Aktienkurs gegenüber Wettbewerbern in den zwölf Monaten rund um den Deal. Untersucht wurden alle seit 2008 abgeschlossenen Merger & Acquisitions-Transaktionen (Fusionen und Zukäufe) weltweit mit einem Volumen von mehr als 50 Millionen USD.
Nachweisliche Outperformance des Branchenindex
Durchschnittlich übertrafen die erwerbenden Versicherungsunternehmen im Betrachtungszeitraum ihren Branchenindex um 3,7 Prozentpunkte. Diese Zahl steigert sich im Laufe der Zeit sogar: Betrachtet man nur das Jahr 2015, dann übertreffen Versicherer mit Akquisitionen ihre Wettbewerber im entsprechenden Börsenindex um 12,5 Prozentpunkte.
Hoch ist insbesondere die Outperformance in den ersten sechs Monate nach Bekanntgabe einer Transaktion: So wurden in den letzten drei Jahren die Aktien der Aufkäufer in den sechs Monaten vor und bis zu einem Tag nach dem Deal um durchschnittlich 1,1 Prozentpunkte höher als der Branchenindex gehandelt. Diese Spanne steigerte sich nochmals um 7,4 Prozentpunkte in den sechs Monaten nach Bekanntgabe der Akquisition.
Für 2015 liegt der Wert im Zeitrahmen sechs Monate vor bis einen Tag nach Bekanntgabe um 2,8 Prozentpunkte höher als der Branchenindex und der Wert in der zweiten Phase (sechs Monate nach Bekanntgabe) erreicht beachtliche 9,7 Prozentpunkte über diesem Index.
Michael Klüttgens, Leiter der Versicherungsberatung von Willis Towers Watson in Deutschland, kommentiert: „Auch wenn unsere Studie zeigt, dass sich diese Art von Akquisitionen bezahlt macht, braucht es Zeit, bis die Ergebnisse sichtbar werden. Aufgrund von generellen Risiken bei Deals dieser Größenordnung reagieren Investoren zu Beginn häufig eher zurückhaltend auf M&A-Aktivitäten im Versicherungssektor.“
Gründe für Outperformance
Die Studie zeigt auch die wichtigsten Ursachen für das Phänomen „Outperformance“ auf: Einerseits gab es eine Reihe von Transaktionen im Lebensversicherungssektor, bei denen Unternehmen spezielle Versicherungsbestände (zum Beispiel geschlossene Leben-Bestände) von Wettbewerbern übernommen haben und durch ihre Expertise und Erfahrung in diesem Bereich Mehrwert liefern konnten. „Die Aufkäufer sind ausschließlich auf die Abwicklung solcher Bestände spezialisiert und können deren Wert allein durch die Art und Weise ihres Managements steigern. Die Bestände gewinnen somit allein durch den Besitzerwechsel an Wert“, ergänzt Klüttgens.
Ein weiterer Faktor, der Outperformance vorantreibt, ist die Expansion der Erwerber in neue Territorien: So haben einige Unternehmen mit Hilfe von Akquisitionen ihre Präsenz in den Wachstumsmärkten Osteuropa, Südamerika und Asien deutlich verstärkt.
Markt-Kommunikation häufig verbesserungsfähig
„Wenn auch mit jedem M&A-Deal ernstzunehmende Risiken und Unsicherheiten einhergehen, so könnten Versicherer die Vorteile einer Akquisition in der Außenkommunikation noch deutlicher herausstellen“, erklärt Klüttgens abschließend. „Unternehmen benötigen eine fundierte und klar formulierte M&A-Strategie. Diese müssen sie sowohl professionell ausführen als auch gut kommunizieren. Beides ist essenziell, um Analysten und Märkte vom Wert eines Deals zu überzeugen.“
ÜBER DIE STUDIE
Die Studie wurde aus der Perspektive der Käufer durchgeführt und beruht auf standardisierten Analysen. Die Aktienperformance wurden als prozentuale Veränderung der Aktienkurse gemessen und mit MSCI Indizes verglichen. Die Analysen wurde jeweils über zwei Zeitperioden durchgeführt: Zum einen die Zeitperiode von sechs Monaten vor Bekanntgabe eines Deals bis einschließlich einem Tag nach Bekanntgabe und andererseits die Zeitperiode von sechs Monaten vor Bekanntgabe des Deals bis sechs Monate nach Bekanntgabe. Nur abgeschlossene M&A-Transaktionen mit einem Volumen von mindestens 50 Mio. US-Dollar wurden berücksichtigt. Alle Deals, bei denen der Käufer nach Erwerb weniger als 50 Prozent der Anteile hatte, wurden von der Analyse ausgeschlossen, so dass keine Minderheitserwerbe einbezogen wurden. Alle Transaktionen, bei denen der Käufer bereits vor dem eigentlichen Deal über mehr als 50 Prozent der Target-Aktien verfügte, wurden ebenfalls ausgeschlossen.
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Datum: 01.12.2016 - 16:44 Uhr
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Freigabedatum: 01.12.2016
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