Die flotten Schlitten der Bischöfe und Prälaten: Deutsche Umwelthilfe verleiht nur drei "Grüne Karten" an deutsche Kirchenoberhäupter
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47 Erzbischöfen, Bischöfen und sonstigen Kirchenoberhäuptern sowie
ihrer Hilfsorganisationen - Grüne Karten für klimaverträgliche und
saubere Dienstwagen erhalten Bischof Stefan Oster (Bistum Passau),
Erzbischof Ludwig Schick (Erzbistum Bamberg) sowie Präsidentin Edda
Bosse (Bremische Evangelische Kirche) - Schlusslicht ist Bischof
Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz) mit 163 g CO2/km - Insgesamt zehn
"Grüne Karten" für kirchliche Würdenträger - Bistum Regensburg
verweigert als einziges Bistum die Auskünfte
Zum sechsten Mal hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die
Dienstwagen der Erzbischöfe und Bischöfe und sonstiger geistlicher
Würdenträger in den 47 katholischen und evangelischen
Kirchenbistümern sowie deren fünf Hilfsorganisationen untersucht. Wie
in den Vorjahren bewertet die Umwelt- und
Verbraucherschutzorganisation die Fahrzeuge nach der Höhe der
CO2-Emissionen sowie Antriebsart. Nur drei Kirchoberhäupter konnten
in diesem Jahr mit einer "Grünen Karte" ausgezeichnet werden.
Kriterium ist die Unterschreitung eines CO2-Ausstosses von unter 124
g/km sowie Elektro-, Erdgas-, Benzin-Hybrid oder Benzinantrieb.
Zahlreiche Messungen, darunter die von der DUH durchgeführten
Abgasuntersuchungen im realen Fahrbetrieb, belegen massive
Stickoxidemissionen und das Vorhandensein illegaler
Abschalteinrichtungen bei Diesel-Pkw. Dieselabgase gerade auch von
Euro 6 Modellen werden nicht ordnungsgemäß gereinigt. Daher erhalten
Diesel-Pkw generell keine "Grüne Karte". (Die Ergebnisse:
http://l.duh.de/p061216 ).
Die DUH bewertete die Dienstwagen von 27 römisch-katholischen und
20 protestantischen Kirchen. Im Ranking der Kirchenoberhäupter gehen
in diesem Jahr zwei "Grüne Karten" an römisch-katholische Vertreter:
Bischof Stefan Oster (Bistum Passau) und Erzbischof Ludwig Schick
(Erzbistum Bamberg). Die dritte "Grüne Karte" erhält Präsidentin Edda
Bosse von der Bremischen Evangelischen Kirche. Alle sind in einem
sparsamen Dienstwagen mit einem CO2-Austoß von unter 124g/km
unterwegs. Schlusslicht in der diesjährigen Bewertung der
Kirchenoberhäupter ist Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz) mit
163 g CO2/km.
Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Jahr Bischof Franz-Josef
Overbeck aus Essen. Mit seinem alten VW Phaeton und einem CO2-Ausstoß
von 224 g/km war er aus ökologischer Sicht jahrelang das Schlusslicht
der Dienstwagenumfrage. Davon hat er sich in diesem Jahr
verabschiedet und fährt einen Audi A6 mit einem offiziellen
CO2-Ausstoß von 128 g/km, allerdings mit Dieselmotor.
Im Durchschnitt ist der CO2-Ausstoß bei den Dienstwagen der
Kirchenoberhäupter gegenüber 2015 leicht gesunken. Allerdings hat
sich dieser Durchschnittswert in den letzten Jahren kaum verbessert.
Zudem bewegt er sich lediglich in der Größenordnung der
durchschnittlichen CO2-Flottenwerte von Neuzulassungen. "Mit einem
durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 126 g/km haben sich die
Kirchenoberhäupter zwar gegenüber der ersten Untersuchung deutlich
verbessert, wir empfehlen für die Zukunft aber verstärkte
Anstrengungen, sowohl den Ausstoß an Klimagasen deutlich unter den
Durchschnittwert für Neuzulassungen zu senken als auch auf
Dieselantriebe zu verzichten", erklärt Jürgen Resch,
Bundesgeschäftsführer der DUH.
Insgesamt vergibt die DUH in diesem Jahr zehn "Grüne Karten" für
kirchliche Würdenträger. Am besten schneiden Bischof Stefan Oster
(Bistum Passau), Generalvikar Dominik Meiering und Weihbischof Rolf
Steinhäuser (beide Erzbistum Köln) ab. Sie fahren einen BMW 225xe
iPerformance Active Tourer mit einem offiziellen CO2-Ausstoß von
109g/km. Kurz danach folgt Präsidentin Edda Bosse (Bremische
Evangelische Kirche) mit ihrem Dienstwagen, für den der Hersteller
Volkswagen einen CO2-Ausstoß von 113g/km angibt. Weihbischof Ulrich
Boom (Diözese Würzburg) und die stellvertretende Kirchenpräsidentin
Ulrike Scherf (Evangelische Kirche in Hessen und Nassau) erhalten
ebenfalls eine "Grüne Karte" mit einem Wert von 116 g CO2/km. Es
folgt Präses Andreas Schindler (Evangelische Landeskirche Anhalts),
sowie Erzbischof Ludwig Schick und Weihbischof Herwig Gössel (beide
Erzbistum Bamberg). Die zehnte "Grüne Karte" geht an Weihbischof
Markus Bentz (Bistum Mainz) für seinen Mercedes Benz C250 und einen
CO2-Ausstoß von 123 g/km.
Im Ranking der Leitungsebene deutscher Kirchen ist die
Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsen mit einem
durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 103g/km Spitzenreiter, gefolgt von
dem Erzbistum Hamburg mit durchschnittlich 107g CO2/km. Dahinter
reihen sich das Bistum Dresden-Meißen, die Diözese Würzburg, die
Evangelische Kirche Westphalen sowie die Evangelische-Lutherische
Landeskirche Schaumburg-Lippe ein, jeweils mit einem
Durchschnittswert von 109 g CO2/km. Die mit Abstand schmutzigsten
Fahrzeuge werden vom Bistum Augsburg (durchschnittlich 146g CO2/km)
und dem Schlusslicht Bistum Görlitz (durchschnittlich 163g CO2/km)
gefahren.
Als einzige Kirche verweigert das Bistum Regensburg in diesem Jahr
die Angaben und glänzt durch Intransparenz.
Die Umfrage der DUH umfasst wie schon in den Vorjahren auch die
Dienstwagen der Leiter kirchlicher Hilfsorganisationen. Hier vergibt
die Umweltschutzorganisation eine "Grüne Karte" an die Diakonie
Deutschland.
Links:
Alle Ergebnisse: http://l.duh.de/p061216
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de
Eva Lauer, Projektmanagerin Verkehr & Luftreinhaltung
030 240086776, lauer@duh.de
DUH-Pressestelle:
Daniel Hufeisen, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de
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Datum: 06.12.2016 - 11:03 Uhr
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