Rheinische Post: Kommentar: Gefährliche Gerüchte

Rheinische Post: Kommentar: Gefährliche Gerüchte

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(ots) - Es hat in der jüngeren Geschichte der USA noch
nie einen Wahlkampf gegeben, in dem derart viele Gerüchte in die Welt
gesetzt wurden wie diesmal. Und es war nicht zuletzt Donald Trump,
der sie streute. Der Mann, der behauptete, Barack Obama sei gar nicht
auf amerikanischem Boden geboren. Der darauf beharrte, dass Tausende
Muslime gejubelt hätten, als am 11. September 2001 in Manhattan die
Zwillingstürme einstürzten. Indem sich Trump die krudesten
Verschwörungstheorien zu eigen machte, trug er dazu bei, eine
Wahrnehmungsblase zu schaffen, in der sich der faktenfreie Diskurs so
richtig austoben kann. Was passieren kann, wenn sich eine Lawine
absurder Thesen mit einem nahezu unbeschränkten Recht auf privaten
Waffenbesitz mischt, lässt sich gerade studieren. In einer Pizzeria
in Washington müssen Gäste um ihr Leben bangen, weil ein selbst
ernannter Rächer für bare Münze nimmt, was an Unsinn über einen
vermeintlichen Kindersexring kursiert. Einen Mitarbeiter, der diese
Gerüchte verbreitete, hat Trump jetzt gefeuert. Das war das Mindeste.

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Datum: 07.12.2016 - 20:14 Uhr
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