Neue Westfälische (Bielefeld): Nobelpreis an Kolumbiens Präsidenten
Ein großes "Dennoch"
Carsten Heil
ID: 1434913
kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos den Friedensnobelpreis
erhalten hat, sollte der ganzen Welt Hoffnung machen. Ein 50 Jahre
währender blutiger Bürgerkrieg, aus dem es keinen Ausweg zu geben
schien, ist beendet. Es ist zu hoffen, dass die Waffen tatsächlich
dauerhaft schweigen. Anders als in so vielen anderen Kriegen, deren
Friedensstifter vom Nobel-Komitee ausgezeichnet wurden und die doch
kein Ende fanden. Der Friedensnobelpreis ist das große "Dennoch".
Trotz Aleppo, trotz Irak, trotz Afghanistan, trotz Bomben in der
Türkei gibt es immer wieder auch Konflikte, die beendet werden. Wo
Menschen nicht nur sich und die eigenen Machtinteressen sehen, ist
Verständigung und sogar Frieden möglich. Europa ist nach wie vor ein
grandioses Vorbild dafür. Nicht umsonst hat die EU im Jahr 2012 die
Auszeichnung bekommen. Ineinander verbissene Nationen, zerfleischte
Völker reichten sich nach 1945 die Hände. Umso schmerzlicher der
Austritt Englands aus der EU und der aufflammende Nationalismus.
Deshalb ist der Preis nicht nur Auszeichnung, sondern er ermutig
immer weiterzumachen, nicht aufzugeben, dennoch immer wieder den
Gesprächsfaden aufzunehmen. Der Kolumbianer Santos macht es vor.
Trotz Ablehnung des ersten Vertrages durch das Volk, hat er dennoch
erneut verhandelt und das Ziel erreicht. So muss auch Europa immer
weiter reden, miteinander und mit anderen. Dazu gibt es nur extrem
schlechte Alternativen.
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Datum: 11.12.2016 - 19:35 Uhr
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