NABU: Gartenvögel vermisst

NABU: Gartenvögel vermisst

ID: 1436019
(ots) - In den vergangenen Wochen erreichten den NABU
bundesweit vermehrt Meldungen, dass die zu dieser Jahreszeit üblichen
Vögel am Futterhäuschen oder im Garten vermisst werden. Auch die
Betreiber der "Citizen Science"-Plattform naturgucker.de , bei der
Bürger ihre Naturbeobachtungen melden können, haben beim Vergleich
mit den entsprechenden Daten der Vorjahre festgestellt, dass einige
Arten wie Kohl- und Blaumeisen, aber auch Eichelhäher und Amseln in
diesem Jahr deutlich weniger häufig gemeldet werden.

Als Ursache wird dabei oft ein Zusammenhang mit der derzeit in den
Medien sehr präsenten Vogelgrippe vermutet. Hier kann der NABU aber
Entwarnung geben: "Singvogelarten werden generell nicht von der
aktuellen Form der Vogelgrippe befallen, und auch die betroffenen
Wildvogelarten, meist Wasservögel oder Aasfresser sterben lediglich
in so geringen Zahlen, dass Auswirkungen auf die Gesamtpopulationen
nicht feststellbar wären", sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif
Miller.

Die Zahlen der gefiederten Gäste an Gartenfutterstellen können im
Verlauf des Winters stark schwanken. Gibt es dann Phasen, an denen im
eigenen Garten nichts los ist, wird schnell ein allgemeines
Vogelsterben befürchtet. Vor allem wenn über Vogelkrankheiten - neben
der Vogelgrippe auch das Amselsterben durch das Usutu-Virus und das
Grünfinkensterben - in diesem Jahr viel berichtet wurde.

Die aktuellen Hinweise sprechen aber dafür, dass tatsächlich
derzeit weniger Vögel in Gärten zu sehen sind. "Eine umfassende
Erklärung dafür gibt es bisher jedoch nicht. Wahrscheinlich ist, dass
viele Vögel derzeit in den Wäldern aufgrund eines guten
Baumsamenjahres und anhaltend milder Witterung noch genug Nahrung
finden, und deshalb bisher Futterstellen in Gärten weniger nutzen",
so Miller. Die milden Temperaturen könnten auch dafür gesorgt haben,


dass es bisher nur wenig Zuzug aus dem Norden und Osten Europas gab.
Nicht zuletzt könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass
heimische Gartenvögel in diesem Jahr aufgrund widriger Witterung
weniger Junge aufziehen konnten.

Aufschluss über das Fehlen der Vögel und seine Hintergründe kann
die große Gartenvogelzählung der "Stunde der Wintervögel" geben: Vom
6. bis 8. Januar 2017 findet sie zum siebten Mal bundesweit statt.
Der NABU und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz
(LBV) rufen Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am
Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und
dem NABU zu melden. Um Bestandszu- oder -abnahmen feststellen zu
können, hofft der NABU gerade in diesem Jahr auf eine rege
Beteiligung bei Deutschlands größter wissenschaftlicher
Mitmachaktion.

Die Wintervogelzählung funktioniert ganz einfach: Von einem
ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste
Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten
ist. Die Beobachtungen können dann im Internet unter
www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar gemeldet werden. Die
Ergebnisse werden dort ausgewertet. Zudem ist am 7. und 8. Januar
jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115
geschaltet.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur
Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die
Wintervogelzählung nicht nötig. Bei der letzten großen Vogelzählung
im Januar 2016 beteiligten sich über 93.000 Menschen. Insgesamt
gingen Meldungen aus 63.000 Gärten und Parks mit über 2,5 Millionen
gezählten Vögeln ein. Gemessen an der Einwohnerzahl waren die
Vogelfreunde in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und
Schleswig-Holstein am fleißigsten.

Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster
Wintervogel in Deutschlands Gärten, die Kohlmeise Platz zwei. Auf den
Plätzen drei bis fünf folgten Blaumeise, Feldsperling und Amsel.

Im Rahmen der "Schulstunde der Wintervögel" vom 9. bis 13. Januar
bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein
Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf
Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte
Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in
die NABU-Auswertung ein.

Wer sich auf die Stunde der Wintervögel vorbereiten möchte, kann
schon vorab beim "naturgucker.de"-Wettbewerb mitmachen: Vom 16.
Dezember 2016 bis 5. Januar 2017 hat jeder Teilnehmer pro gemeldeter
Naturbeobachtung die Chance auf einen Gewinn. Mehr unter:
www.naturgucker.info/wettbewerb-2017/

Informationen zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de

Zur Aktion stellt der NABU eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten
Vogelarten sowie Tipps zur Winterfütterung zur Verfügung. Für
Printmedien gibt es einen druckfähigen Teilnahmecoupon samt
Vogelgalerie, Onlinemedien können die Meldemöglichkeit zur "Stunde
der Wintervögel" als Widget einbinden. Eine neue Info-Grafiken zum
Thema "Wer frisst was? - winterliche Snackbar" stellt der NABU
kostenlos zum Abdruck zur Verfügung. Alle Daten unter www.nabu.de/ti
ere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ueber-
die-aktion/medieninfos.html

Pressefotos zum Download gibt es unter
http://www.nabu.de/presse/fotos/#stundederwintervoegel

Ein Video, das zeigt, wie man einfach selbst einen Futterspender
für Vögel bauen kann, finden Sie zum kostenlosen Einbinden unter:
www.NABU.de/futterspender-bauen

Audio-Files der häufigsten Gartenvögel stellen wir Ihnen gern zur
Verfügung.



Pressekontakt:
Lars Lachmann, NABU-Vogelschutzexperte, Tel.: 030-284984-1620, Mobil:
0172-9108275, E-Mail: Lars.Lachmann@NABU.de

Markus Erlwein, LBV-Pressestelle, Tel. +49(0)9174.4775.80, E-Mail:
M-Erlwein@LBV.de

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NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de

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Datum: 14.12.2016 - 09:00 Uhr
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