Rheinische Post: Was will Gabriel?
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Wieder einmal ist der Entscheidungsprozess zur
SPD-Kanzlerkandidatur geprägt von Zaudern und Taktieren. Zwar hat es
die Parteispitze bisher geschafft, eine Sturzgeburt wie bei der
Ernennung von Peer Steinbrück zu verhindern und eisern am Zeitplan
festzuhalten, den Kandidaten erst Ende Januar bekanntzugeben. Dafür
gebührt ihr Respekt. Doch jetzt muss Gabriel bei dem Treffen am
Dienstag intern unmissverständlich Farbe bekennen. Will er die
Kandidatur oder nicht? Denn sollte er zurückzucken, wird er in der
Partei einen Machtpoker auslösen, der Zeit braucht, bevor der
Wahlkampf richtig beginnen kann. Bei Gabriel ist bis zur letzten
Minute eine Überraschung möglich, selbst führende Genossen sind also
zu recht nervös. Wie zum Beweis preschte Gabriel zuletzt mit einem
Sicherheitspapier vor, in dem er den roten Sheriff spielt - nachdem
er Bundesinnenminister de Maizière hart angegangen hatte. In der
Partei war man irritiert, und Justizminister Heiko Maas sah sich nun
veranlasst, eigene Vorhaben anzukündigen. Beruhigung geht anders.
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Datum: 08.01.2017 - 20:39 Uhr
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