BGA: Handel startet mit gedämpften Erwartungen in das Jahr
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2017 herausfordernd bleiben. Es gilt die Wirtschaften in Deutschland,
Europa und der Welt am Laufen zu halten. Wachstum ist Voraussetzung
für Beschäftigung und somit Wohlstand sowie soziale Sicherheit. Wenn
diese Kette weiter aufbricht, werden Nationalismus und Populismus zu
einer noch ernster zu nehmenden Gefahr." Dies erklärt Anton F.
Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel,
Dienstleistungen (BGA), zu den Ergebnissen der aktuellen
Unternehmensbefragung des Verbandes.
Der BGA-Großhandelsindikator liegt zum Jahreswechsel 2016/17 bei
126,5 Punkten. Er hat damit um 4,4 Punkte zugelegt, verharrt aber
immer noch auf dem seit 2014 bestehenden Niveau. Die Geschäftslage
wird mit 124,2 Punkten um 5,2 Punkte höher bewertet, die
Geschäftserwartungen dagegen aber nur um 3,6 Punkte und absolut mit
128,8 Punkten.
Konkret führt diese Entwicklung im Großhandel 2016 dazu, dass ein
nahezu konstanter Warenumsatz, der real lediglich 0,1 Prozent unter
dem Vorjahr liegt, aufgrund rückläufiger Preise in den Büchern zu
einem Rückgang der nominalen Umsätze von 0,8 Prozent auf 1.112
Milliarden Euro führt. Die seit drei Jahren anhaltende Tendenz, dass
die Unternehmen jedoch immer mehr Waren verkaufen müssen, um ihre
Umsätze zu erzielen und damit ihre wirtschaftliche Leistungskraft zu
erhalten, wird sich nach BGA-Einschätzung auch 2017 weiter
fortsetzen.
Der BGA erwartet, dass der Großhandel seine Umsätze im noch neuen
Jahr 2017 nominal um ½ Prozent marginal verbessern kann. Unterstellt,
dass bestehende Krisen nicht weiter eskalieren, könnten auch wieder
geringfügig mehr Güter und Dienstleistungen verkauft werden, so dass
ein Umsatzvolumen von 1.116 Milliarden Euro erwirtschaftet werden
kann. Insgesamt bliebe der Umsatz damit aber unter dem Rekordniveau
von 2015.
Die Investitionen bleiben weiter hinter dem Notwendigen zurück. Es
fehlt an Impulsen zur Ausweitung der Kapazitäten. Der BGA geht in
diesem Umfeld und aufgrund der Frühindikatorfunktion des Großhandels
für die Gesamtwirtschaft von einem realen Wachstum für Deutschland
von gut 1 Prozent für 2017 nach 1,7 Prozent im vergangenen Jahr aus.
Wirtschaftsstandort muss weiter modernisiert werden
"Die Stimmung ist besser als die Lage. Die erfreulich robuste
Einschätzung der Unternehmen trübt sich, wenn sie direkt nach der
Einschätzung der weiteren Entwicklung gefragt werden", warnt Börner.
So geben nur zwei von fünf Großhändlern an, dass sie 2017 mit einer
leichten oder gar kräftigen Aufwärtsentwicklung rechnen, aber fast
die Hälfte der Befragten erwartet, dass die deutsche Wirtschaft auf
dem bestehenden hohen Niveau stagnieren wird. Ähnlich wird die
Entwicklung der Weltwirtschaft beurteilt.
Breite Unterstützung erhält die Bundesregierung für die
erfolgreiche Konsolidierung der öffentlichen Haushalte von den
Unternehmen des Großhandels. 85 Prozent der Großhändler sind der
Auffassung, dass die Konsolidierung weiterhin oberste Priorität haben
muss.
Dennoch ist nur gerade einmal gut jeder vierte Großhändler mit der
Arbeit der Bundesregierung zufrieden. Mehrheitlich erwarten die
Unternehmen, dass die Bundesregierung Spielräume aus der
erfolgreichen Haushaltskonsolidierung nutzt, um sich mehr den
Leistungsträgern zuzuwenden und stärkere wirtschaftliche Impulse zu
setzen. Vier von fünf der Befragten treten gegen eine weitere
Ausdehnung der Sozialleistungen ein.
Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands und damit die
Beschäftigungssicherung von über 43 Millionen Bürgern hängt von einem
vertrauensvollen und fruchtbaren Miteinander vor allem in Europa und
den USA ab. "Nationalismus und Populismus können wir uns daher ebenso
wenig leisten wie unsere Handelspartner. Für die Unternehmen des
Groß- und Außenhandels stellt daher die EU die richtige Antwort auf
künftige Herausforderungen dar. Deshalb sind Abkommen wie CETA und
TTIP wichtig. Hierfür sprechen sich vier von fünf Unternehmen aus",
so Börner.
"Die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte ist ohne Zweifel
die wichtigste Errungenschaft, aber entscheidende Durchbrüche bei
Bürokratieabbau und Investitionsförderung sind noch nicht erreicht.
Wir verlangen nicht die großen Würfe, aber tatsächlich spürbare
Modernisierung und Vereinfachung dürfen wir schon erwarten", erklärt
der BGA-Präsident abschließend. In der gegenwärtigen Situation trauen
dies die Unternehmer am ehesten der Großen Koalition zu - knapp 60
Prozent rechnen mit deren Fortsetzung auch nach 2017.
2, Berlin, 12. Januar 2017
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Pressesprecher
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Datum: 12.01.2017 - 09:41 Uhr
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