BÄK: Patientensicherheit darf nicht ökonomischen Erwägungen untergeordnet werden
ID: 1444198
Kommission patientenschützende Regeln der Mitgliedsstaaten aufgrund
von ökonomischen Erwägungen einer erneuten
Verhältnismäßigkeitsprüfung unterziehen will. Ein solches Vorgehen
kann wichtige Maßnahmen zum Schutz der Patienten erheblich verzögern.
Wenn die Europäische Kommission dies in Kauf nimmt, ordnet sie die
Patientensicherheit den Marktinteressen unter." So kommentiert Prof.
Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK),
das am 10. Januar 2017 veröffentlichte sogenannte
Dienstleistungspaket. Unter anderem fordert die Europäische
Kommission darin die Prüfung der "Verhältnismäßigkeit" von
Berufsregeln. Diese will sie auch für Regelungen durchsetzen, die dem
Patientenschutz dienen. In Deutschland ist die sorgfältige
Verhältnismäßigkeitsprüfung durch Bundes- und Landesregierungen sowie
Berufskammern geübte Praxis. Hierzu verpflichten das Grundgesetz und
die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts.
"Mit ihrem Vorschlag suggeriert die Europäische Kommission, dass
bestehende Berufsregeln grenzüberschreitende Tätigkeit verhindern.
Dabei ist das Gegenteil der Fall, wie die hohe Zahl von Ärztinnen und
Ärzten beweist, die bereits heute in einem anderen EU-Mitgliedstaat
arbeiten", so Montgomery. Der BÄK-Präsident fordert den europäischen
Gesetzgeber auf, dieser überflüssigen Gesetzgebung eine Absage zu
erteilen. Sie erschwert es den Mitgliedsstaaten, die Berufsausübung
in verhältnismäßigem Rahmen zu regeln und missachtet deren gerade
beim Gesundheitsschutz EU-vertraglich garantierten
Einschätzungsspielraum. Zudem verursacht die
Verhältnismäßigkeitsprüfung enorme Kosten und Bürokratie. "Leider hat
Brüssel den Brexit-Warnschuss nicht gehört. Denn statt sich auf ihre
eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren, versucht die Kommission
abermals, die gesundheitspolitischen Kompetenzen der Mitgliedsstaaten
zu beschneiden", kritisiert Montgomery.
In seinem Beschluss zur Binnenmarktstrategie (BT-DRS 18/8867) vom
Juni 2016 verdeutlicht auch der Deutsche Bundestag, dass "die
mitgliedstaatliche Regelungskompetenz für Berufsregelungen [...]
nicht in Frage gestellt werden (darf). Ein Prüfraster zur
Verhältnismäßigkeit oder Empfehlungen, die auf eine Beschränkung oder
gar das Infragestellen der Regelungskompetenz des nationalen
Gesetzgebers im Bereich der reglementierten Berufe abzielen, sind
abzulehnen."
Die Landesärztekammern gewährleisten unter anderem über das
ärztliche Berufsrecht eine qualitativ hochwertige medizinische
Versorgung der Bevölkerung. Dies steht im Einklang mit den Zielen,
wie sie auch der Vertrag über die Arbeitsweise der EU in Artikel 168
(1) definiert. Darüber hinaus legt der Vertrag in Artikel 168 (7)
fest, dass die Verantwortung für die Gesundheitspolitik sowie für die
Organisation des Gesundheitswesens und die medizinische Versorgung
bei den Mitgliedsstaaten liegt.
Pressekontakt:
Bundesärztekammer
Stabsbereich Politik und Kommunikation
Herbert-Lewin-Platz 1
10623 Berlin
Tel. 030-400456700
Fax. 030-400456707
presse@baek.de
www.baek.de
Original-Content von: Bundes?rztekammer, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 13.01.2017 - 12:27 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1444198
Anzahl Zeichen: 3602
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 433 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"BÄK: Patientensicherheit darf nicht ökonomischen Erwägungen untergeordnet werden"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Bundesärztekammer (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mit der Auftaktsitzung der Koordinierungsgruppe AMTS startet die inhaltliche Umsetzung des Aktionsplans zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in Deutschland, den das Bundeskabinett am 1. April 2026 beschlossen hat. Der Aktionsplan AMTS 2026 - 2029 des Bundesministeriums für Ges
Kompetenzorientierte Aufgabenverteilung statt patientengefährdender Parallelstrukturen ...
Statement von BÄK-Präsident Dr. Klaus Reinhardt zum heutigen Beschluss des Bundestages zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz: "Ärztliche Tätigkeiten gehören nicht in die Apotheke. Die Bundesärztekammer hat von Anfang an kritisiert, dass das Apothekenversorgung-Weiterentwicklun
Gemeinsame Erklärung von Bundesärztekammer und Landesärztekammern zu den Schilderungen von Medizinstudentinnen auf dem 130. Deutschen Ärztetag ...
Zu den Schilderungen von Medizinstudentinnen über Grenzverletzungen und Übergriffe von Teilnehmenden des 130. Deutschen Ärztetages erklären Bundesärztekammer und alle Landesärztekammern: "Die Schilderungen von Medizinstudentinnen über Grenzverletzungen und Übergriffe durch Teilnehmende
Weitere Mitteilungen von Bundesärztekammer
WECHSELJAHRE OHNE BESCHWERDEN ...
Einzigartiger Fahrplan für die Wechseljahre Wechseljahre sind keine Krankheit. Schluss jetzt mit diesem Mythos. Sicher, jede Frau - und auch Männer - durchleben die natürliche Phase des Übergangs und das bringt Veränderungen im Hormonhaushalt mit sich. Doch deren - zugegeben - unangenehme Be
"Tricks der Lebensmittelindustrie" zweimal dienstags im ZDF / Lebensmitteltechniker Sebastian Lege präsentiert die "ZDFzeit"-Dokus (FOTO) ...
Mit welchen Tricks schaffen es die Lebensmittelhersteller, ihre Produkte schnell und kostengünstig auf den Markt zu bringen und dabei auch gesundheitsbewusste Kunden anzusprechen? Antworten darauf bieten zwei neue "ZDFzeit"-Dokus über "Die Tricks der Lebensmittelindustrie"
Gemeinsame Pressemitteilung: Kieferorthopädie: Mehr Klarheit und mehr Patientenschutz / Neue Vereinbarung schafft zusätzliche Transparenz und Sicherheit ...
Mit einer neuen Vereinbarung zur kieferorthopädischen Behandlung bei Kassenpatienten haben die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK) im Hinblick auf vertragliche und darüber hinausgehende Leistungen und Kosten mehr Transparenz
Mülheim / Oberhausen, Best-Price-Dent: Auch 2017 preiswerter Zahnersatz Made in Germany ...
Das Dentallabor MAXiDENT blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2016 zurück. Denn Made in Germany ist gefragt bei Zahnersatz. Bereits seit 2006 fertigt MAXiDENT preiswerten hochwertigen Zahnersatz zu 100 Prozent am Standort in Remscheid, perfekt in Funktion, Komfort, Kosmetik und Ästhetik. Diesen Weg w




