Pflege in Thüringen: Fachkräftemangel ist größte Herausforderung / bpa-Jahresempfang mit Ministerin Heike Werner
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2017 hat der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V.
(bpa) die Herausforderungen für das neue Jahr skizziert. Im Beisein
von Gesundheitsministerin Heike Werner und dem Geschäftsführer des
bpa, Herbert Mauel, bezeichnete die bpa-Landesvorsitzende Margit
Benkenstein den Fachkräftemangel als größte Herausforderung für die
Sicherung einer guten pflegerischen Versorgung.
In keiner anderen Branche in Thüringen wurden im abgelaufenen Jahr
so viele Stellen geschaffen wie in der Pflege und im Sozialwesen. Die
Zahl der Beschäftigten stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im
Freistaat laut Agentur für Arbeit um 4,9 Prozent auf jetzt 64.300,
ein Wachstum von 4,9 Prozent. Die Zahl aller Beschäftigten in
Thüringen stieg dagegen lediglich um 0,6 Prozent. Doch dies sei nur
die eine Seite der Medaille, so die Landesvorsitzende des bpa, Margit
Benkenstein: "Alle Beteiligten wissen, dass der steigende Bedarf an
Pflegekräften nur noch gedeckt werden kann, wenn wir konkurrenzfähige
Löhne zahlen können. Dies gelingt nur, wenn die Pflegesätze steigen,
und zwar analog zu denen im Westen", lautete ihr pragmatischer
Lösungsansatz.
Als Gift für den Fachberuf Altenpflege bezeichneten Benkenstein
und Mauel die geplante Zusammenlegung der Kranken-, Kinderkranken-
und Altenpflegeausbildung, die auf Bundesebene immer noch nicht vom
Tisch ist. Die Thüringer Landesregierung hatte sich ebenfalls gegen
das Vorhaben ausgesprochen, da dadurch die Qualität der
spezialisierten Ausbildungsberufe leiden würde. Benkenstein dankte
Ministerin Werner für ihre klare Position und bat die Landesregierung
gleichzeitig erneut, das Schulgeld in privaten Altenpflegeschulen zu
streichen, um die Attraktivität des Berufs für junge Menschen zu
steigern.
Der Start der dritten Stufe der Pflegereform mit neuen
Pflegegraden und mehr Angeboten für Pflegebedürftige zum 1. Januar
ist laut Benkenstein nur teilweise gelungen: "Obwohl seit Langem
bekannt, haben die Krankenkassen es nicht geschafft, allen
Pflegebedürftigen ihre neuen Einstufungen zukommen zu lassen. So
blieb die Aufklärungsarbeit an uns hängen, was den ohnehin
herausfordernden Arbeitsalltag weiter erschwert."
Heike Werner, die Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales,
Gesundheit, Frauen und Familie, sagte in ihrem Grußwort: "Menschen in
Pflegeberufen leisten einen wichtigen Dienst für die Gesellschaft.
Ihnen gebührt deshalb nicht nur großer Dank, sondern auch eine
entsprechende Vergütung."
Mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst kündigte
bpa-Geschäftsführer Herbert Mauel Wahlprüfsteine an, die auch in
Thüringen mit den Kandidatinnen und Kandidaten diskutiert werden:
"Gute Pflege braucht gute Rahmenbedingungen, damit unsere mehr als
9.500 Mitglieder attraktive Angebote machen können."
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 9.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
220 in Thüringen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter
sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
290.000 Arbeitsplätze und circa 22.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 23 Milliarden Euro.
Pressekontakt:
Für Rückfragen: Thomas Engemann, bpa-Landesbeauftragter, Tel.:
0361/653 86 88, www.bpa.de
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Datum: 13.01.2017 - 14:42 Uhr
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