NOZ: NOZ: Liebeskummer brachte Drehbuchautor Werner zum Schreiben
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Schreiben
Bei der Frage "Trinken oder Schreiben" entschied er sich für ein
Märchen - heute liefert er die Bücher für "Tatort" und "Traumschiff"
- Götz George wollte sich auch mit 70 noch prügeln
Osnabrück. Drehbuchautor Jürgen Werner ("Tatort", "Traumschiff",
"Um Himmels Willen") ist durch Liebeskummer zum Schreiben gekommen.
"Meine damalige Freundin verließ mich. An dem Abend hatte ich dann
die Wahl, mich zu betrinken oder ein Märchen zu schreiben," sagte der
53-Jährige im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung"
(Samstag). "Das Märchen war am nächsten Morgen fertig, ich immer noch
nüchtern, es wurde gedruckt, und ich war von da an süchtig danach zu
schreiben."
Dies sei auch schon so gewesen, als er noch keinen Erfolg hatte,
berichtete Werner weiter: "Schreiben war wirklich wie ein Rausch für
mich. Ich bin irgendwann mal in die Bretagne gefahren und kam nach 14
Tagen mit einem 300-Seiten-Roman zurück. Der war grauenvoll,
unendlich schlecht, aber ich habe ihn bis heute aufgehoben."
Mittlerweile bedient der Erfinder des Dortmunder "Tatorts" nicht
nur das ARD-Krimiflaggschiff, sondern auch seichtere Formate wie "Das
Traumschiff". Bei der Arbeit daran gebe es zum Teil deutliche
Unterschiede, sagte Werner: "Beim ,Tatort' lässt man dem Zuschauer
und den Schauspielern mehr Raum, selbst Lücken zu füllen oder den
Gefühlen nachzuspüren. Beim ,Traumschiff' würde ich dem Schauspieler
den Satz ,Du, ich fühle mich heute schlecht' ins Drehbuch schreiben,
im ,Tatort' schreibe ich eine Regieanweisung: Schauspieler A schaut
Schauspieler B an, der spürt, dass der andere sich schlecht fühlt."
Auch für die letzten drei Schimanski-Folgen zeichnete sich Jürgen
Werner verantwortlich - und erlebte den Hauptdarsteller als einen
außergewöhnlichen Künstler: "Es gibt Menschen, die vergrößern einen
Raum, wenn sie ihn betreten, Götz George war so jemand. Er war immer
sehr gut vorbereitet, kannte das ganze Buch, nicht nur seine Rolle.
Er war mir gegenüber immer sehr korrekt, hat jeden mit Respekt
behandelt, und es ging ihm nie um irgendwelche Eitelkeiten, sondern
immer um die Figur. Mit vielleicht einer einzigen Ausnahme: Als er 70
wurde, habe ich den Schimanski vielleicht ein wenig zu gebrechlich
geschrieben, da hat er gesagt: Nee, so nicht. Ich will mich auch mal
wieder kloppen." Das sei der einzige Anflug von "Eitelkeit" gewesen,
den er je bei George erlebt habe.
Am Sonntag, 15. Januar, zeigt das Erste die Kölner "Tatort"-Folge
"Wacht am Rhein" nach einem Drehbuch von Jürgen Werner.
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Datum: 14.01.2017 - 07:00 Uhr
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