"Maischberger"
am Mittwoch, 18. Januar 2017, um 22:45 Uhr
ID: 1445204
"Trump macht Ernst: Muss die Welt vor ihm zittern?"
Gebannt schaut die Welt am Freitag nach Washington, wenn Donald J.
Trump als 45. Präsident der USA vereidigt wird. Für viele Menschen
ist diese Amtsübernahme eine Horrorvorstellung: ein unberechenbarer
Alleinherrscher im Weißen Haus. Ein unbeherrschter Rüpel ohne Respekt
vor Menschen und Institutionen. Ein beratungsresistenter Präsident,
der via Twitter Entscheidungen fällt. Könnte dieser politische
Führungsstil gefährlich für den Rest der Welt werden? Oder liegt in
Trumps unkonventionellem Politikstil ohne Tabus eine Chance?
Die Gäste:
Tina Hassel (Leiterin ARD-Hauptstadtstudio) Jürgen Trittin,
B'90/Grüne (Bundestagsabgeordneter) Alexander Graf Lambsdorff, FDP
(Vizepräsident des EU-Parlaments) Ron Williams (amerikanischer
Schauspieler) Harald Kujat (ehemaliger Nato-General) Frederic Prinz
von Anhalt (Trump-Anhänger)
Tina Hassel
"Er redet, wie er twittert: Selbstherrlich, unflätig, ausfällig,
drohend." So kommentierte die frühere Washington-Korrespondentin die
aufsehenerregende Pressekonferenz Donald Trumps in der letzten Woche.
Alle Hoffnungen, "der rachsüchtige Rüpel" könne sich nun "seriöser
und beherrschter" zeigen, seien geplatzt. Trump teile die Welt in
Freund und Feind - auch die der Journalisten. "Trump hasst und
bekämpft alle, die ihn kritisieren", sagt Tina Hassel. Das dürfe sich
eine Demokratie nicht bieten lassen, meint die Leiterin des
ARD-Hauptstadtstudios.
Jürgen Trittin
"Es ist naiv zu glauben, dass Trump jetzt milder wird. Er steht
für Hass, Spaltung, Ausgrenzung und blanken Rassismus", sagt der
grüne Außenpolitiker und warnt vor einer Eskalation. "Es droht die
Diskriminierung ethnischer und sozialer Minderheiten und seine rigide
Handelspolitik könnte eine Rezession herbeiführen." Außerdem rechnet
der ehemalige Bundesumweltminister mit einer Verschlechterung der
transatlantischen Beziehungen. "Die amerikanische Außenpolitik wird
unberechenbarer. Deswegen brauchen wir ein starkes Europa."
Alexander Graf Lambsdorff
"Zu Panikattacken besteht kein Anlass. Die Amerikaner bleiben
unsere politischen Freunde", sagt der Europaparlamentarier. Dennoch
müsse man sich Sorgen machen. Trump setze offensichtlich auf eine
protektionistische Wirtschaftspolitik: mit Strafzöllen drohen und
sich abschotten. "Das ist Politik aus der planwirtschaftlichen
Mottenkiste und schadet uns allen", kritisiert der FDP-Politiker.
Dieser Politikstil könne zu einem Handelskrieg führen, befürchtet
Alexander Graf Lambsdorff.
Ron Williams
"Die nächsten vier Jahre werden schrecklich werden", prophezeit
der US-Schauspieler und Kabarettist, der seit Jahrzehnten in München
lebt. Die Zeiten unter einem Präsidenten Trump würden vor allem in
Amerika schlimmer werden als je zuvor. Er könne nur hoffen, dass der
Unternehmer frühzeitig aufgäbe oder seines Amtes enthoben werde, mit
Unterstützung der Republikaner. "Denn sein Kopf taugt nicht für das
Amt des Präsidenten und seine Konzepte taugen noch weniger - das
merken langsam auch die Republikaner", sagt Ron Williams.
Harald Kujat
Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr sieht mit
Optimismus auf den Amtsantritt Donald Trumps: "Trump wird als der
große Veränderer in die Geschichte eingehen, ähnlich wie Reagan." Der
ehemalige Nato-General verteidigt auch dessen positive Haltung
gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin: "Wenn Trump versucht,
das Verhältnis der nuklearen Supermächte auf eine vernünftige Ebene
zu bringen, ist das in unserem Interesse", glaubt Harald Kujat.
Frederic Prinz von Anhalt
"Trump wird der beste amerikanische Präsident aller Zeiten",
glaubt der Ehemann der kürzlich verstorbenen Hollywood-Diva Zsa Zsa
Gabor. Gemeinsam mit ihr lernte der in Los Angeles lebende Prinz
Frederic von Anhalt den Immobilienunternehmer Donald Trump in den
1980er Jahren kennen. Der adoptierte Adelige stammt - wie die Familie
des künftigen US-Präsidenten - aus Rheinland-Pfalz und unterstützte
als langjähriges Mitglied der Republikaner Trumps Wahlkampf
tatkräftig. Zum Dank dürfe er am Freitag an der Amtseinführung des
45. Präsidenten der Vereinigten Staaten teilnehmen. Maischberger" ist
eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in
Zusammenarbeit mit der Vincent TV GmbH.
Im Internet unter www.DasErste.de/maischberger
Redaktion: Elke Maar (WDR)
Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de
Felix Neunzerling, ZOOM MEDIENFABRIK GmbH,
Tel.: 030/3150 6868, E-Mail: FN@zoommedienfabrik.de
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Datum: 17.01.2017 - 11:36 Uhr
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