Heute startet EU-Bürger-Befragung zur Agrarpolitik - NABU fordert mehr als kosmetische Reformen
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EU-Agrarkommissar Phil Hogan gestartete umfassende Bürger-Befragung
zur Zukunft der EU-Agrarpolitik nach 2020. Bis Anfang Mai haben alle
Einwohner der EU die Chance, ihr Votum abzugeben, wie die derzeit
rund 60 Milliarden Euro Subventionen - und damit 40 Prozent des
EU-Haushalts - künftig verteilt werden sollen.
"Wir fordern einen grundlegenden Kurswechsel in der Agrar- und
Ernährungspolitik. Das derzeitige System verteilt Gelder schlicht
nach Flächengröße eines Betriebes und nicht nach konkreten
Naturschutz- oder Tierwohlleistungen. Das hat katastrophale Folgen:
Die Landwirtschaft wird immer intensiver, Arten sterben uns unter den
Händen weg und unser Grundwasser ist stellenweise massiv mit Nitrat
belastet. Wir brauchen ein neues Förderprinzip: Eines, das
öffentliche Gelder an konkreten Leistungen der Landwirte koppelt, vor
allem im Umwelt- und Naturschutz", so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Dass dieser Kurs von der Mehrheit der Deutschen unterstützt wird,
zeigte unlängst eine vom NABU in Auftrag gegebene repräsentative
Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa. Darin sprachen sich 78
Prozent der Befragten dafür aus, dass Landwirte Gelder nach ihrem
Beitrag für die Gesellschaft erhalten sollten. Nur neun Prozent
wollen eine Beibehaltung des derzeitigen Systems.
Der NABU begrüßt, dass die Konsultation die Debatte um die Zukunft
der Landwirtschaft jetzt auch in die breite Öffentlichkeit trägt.
"Die Frage, wie gesund und nachhaltig unsere Lebensmittel produziert
werden, geht uns alle an. Die schädlichen Auswirkungen der intensiven
Landwirtschaft wurden viel zu lange ignoriert. Jetzt besteht die
Chance, eine neue und zukunftsorientierte Landwirtschafts- und
Ernährungspolitik aufzubauen, die von der gesamten Gesellschaft
getragen wird. Sie könnte weltweit zum Vorbild werden. Diese Chance
muss die EU nutzen", so Tschimpke.
In der zwölfwöchigen Online-Befragung können sowohl die
gegenwärtige EU-Agrarpolitik bewertet als auch Ziele und Instrumente
für die Zeit nach 2020 favorisiert werden. Die Ergebnisse sollen in
die Vorschläge zur Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik einfließen,
die Kommissar Hogan Ende 2017 vorlegen muss.
Kritik äußerte der NABU an einigen Fragestellungen. "Der
Fragebogen trägt bereits die Fingerabdrücke der Agrarlobby", so
Tschimpke. Nach Ansicht der Umweltschützer macht es keinen Sinn,
verschiedene Umweltziele - wie Arten-, Klimaschutz oder
Luftreinhaltung - gegeneinander auszuspielen. Zudem gibt es keine
Chance, sich für eine geringere Exportorientierung der europäischen
Landwirtschaft auszusprechen.
"Die Landwirtschaft in der EU braucht mehr als eine kosmetische
Reform. Wenn diesmal nicht der große Wurf gelingt, riskieren wir,
dass frühere Allerweltsarten wie Rebhuhn und Kiebitz sowie viele
Insekten bei uns aussterben. Auch die Landwirte selbst könnten am
Ende ganz ohne staatliche Unterstützung da stehen, denn die Akzeptanz
für die Subventionen sinkt rapide. Es ist allerhöchste Zeit, dass die
Diskussion um die Zukunft der Agrarsubventionen gesellschaftlich
breit geführt wird", so Tschimpke.
Der NABU fordert schon lange, die Gemeinsame Agrarpolitik auf den
Prüfstand zu stellen. Im November 2016 hat der Verband mithilfe eines
Modells aufgezeigt, wie die Wende hin zu einer naturverträglichen
Landwirtschaft gelingen kann, bei der Betriebe und Natur
gleichermaßen profitieren. Dabei müssten die knapper werdenden Gelder
auf jene Landwirte konzentriert werden, die konkrete Maßnahmen für
den Umwelt- und Naturschutz umsetzen. Dabei können die Einkommen für
viele Betriebe gesichert oder gar gesteigert werden.
In den kommenden Tagen werden der NABU und sein europäischer
Dachverband BirdLife die Konsultation ausfüllen und die Antworten
veröffentlichen.
Die EU-Konsultation (auf Deutsch): http://ots.de/DnI9Q
Mehr zur Reform der EU-Agrarpolitik: www.NABU.de/agrarreform2021
Die Ergebnisse der forsa-Befragung im Detail: http://ots.de/56RgT
NABU-Studie zur Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik:
http://ots.de/0fxlE
Kostenfreie Pressefotos und Infografiken:
www.NABU.de/presse/pressebilder/#Landwirtschaft
Pressekontakt:
Konstantin Kreiser, NABU-Leiter EU-Naturschutzpolitik, Tel.
+49(0)172-4179730, E-Mail: Konstantin.Kreiser@NABU.de
Iris Barthel, NABU-Pressereferentin, Tel. +49(0)30-284984-1952,
E-Mail: presse@NABU.de
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Datum: 02.02.2017 - 13:42 Uhr
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Berlin (voices) Jörg-Andreas Krüger, Präsident (NABU-Bundesverband) zum Themen-Impuls: „3 Wege, wie Unternehmen Nachhaltigkeit neu definieren". Pressekontakt: Jérôme Lombard Pressesprecher Jerome.Lombard@NABU.de Copyright: NABU / Die Verwendung dieses Videos für redaktionelle Zwe
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