Keine Annäherung zwischen den USA und Russland in Sicht
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Moskau, hält einen Vortrag über die Zukunft der außenpolitischen
Beziehungen Europas, den USA und Russlands beim Forschungsinstitut
Dialog der Zivilisationen: "Russlands Beziehung zu Europa wird davon
abhängen, inwiefern Europa als handelnder Akteur in der
weltpolitischen Agenda mitwirken wird. Wenn Europa sich dafür
entscheidet global keine Rolle spielen zu wollen, dann wird Europa
auch für Russland und die USA unbedeutend werden," meint Trenin.
Gleichzeitig sieht Trenin keinerlei Chancen für eine Annäherung der
USA an Russland. Kurz nach den US Wahlen und dem Sieg Trumps war man
in Moskau noch optimistisch, dass es zu einer lang ersehnten
Kooperation und der Aufhebung der Sanktionen gegenüber Russlands
kommt. Nach dem Rücktritt des Sicherheitsberaters des US Präsidenten
hat sich das Blatt gewendet. "Das Beste was jetzt beiden Staaten
passieren kann, ist das der Konflikt eingefroren bleibt. Ich sage das
schweren Herzens, aber das Schlimmste wäre jetzt eine noch tiefere
Spaltung oder gar Eskalation des Konflikts auf lange Sicht," erklärt
der Moskauer Carnegie Direktor.
Donald Trump sei ein Nationalist und man möge außenpolitisch nicht
zu viele Erwartungen wecken, weil die Beziehungen zu Russland im
Vergleich zur Innenpolitik nicht wichtig für die USA seien. Die
inneramerikanische Auseinandersetzung zwischen der nationalen und der
globalistisch einnehmenden Denktradition habe jetzt begonnen. "Die
Astrengungen die Trump unternehmen müsse, um etwas am Verhältnis zu
Russland zu ändern, sind das Risiko nicht Wert eine innenpolitische
Krise herbeizuführen," erklärt Trenin. Gleichzeitig kristallisiere
sich eine angelsächsische Welt heraus, mit der vor allem Russland und
China rivalisierten. Die Beziehung der beiden Letztgenannten
bezeichnet er als schwächere Form von Allianz. Man unternehme nichts
gegeneinander, aber das meiste auch nicht gemeinsam. Vor allem China
hätte seinen eigenen Modus Operanti, der anders funktioniere zum Rest
der Welt.
Gibt es eine potentielle gemeinsame Ebene für die USA und
Russland? "Wenn wir ehrlich sind, steht selbst das gemeinsame
Rüstungsabkommen kurz vor dem Aus. Außerdem gibt es keine
wirtschaftliche Zusammenarbeit. Eventuell könnte man in der
Terrorbekämpfung noch zusammenarbeiten. Russlands Stärke ist, dass es
abgesehen vom Islamischen Staat kein Land in Eurasien und im Nahen
Osten gebe (Israel und Iran eingeschlossen), zu dem Moskau keine
Kontakte pflege." Darauf aber habe niemand Einfluss, weil die Politik
der USA auch in Zukunft weder von Russland, noch von anderen globalen
Akteuren beeinflusst werde. "Die Amerikanische Bevölkerung, die
amerikanischen Eliten und die Zivilgesellschaft werden Trump steuern
und er wird sich mit diesen Wirkungskräften auseindersetzen müssen,"
so Dmitri Trenin abschließend. Es bleibt spannend, denn der Experte
selbst bezeichnet Donald Trump als unberechenbar.
Pressekontakt:
Agnieszka Rzepka
Pressesprecherin
Tel: +49 30 209677900
Dialogue of Civilizations Research Institute
Französische Str. 23
10117 Berlin
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Datum: 16.02.2017 - 11:46 Uhr
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