Unter den Teppich gekehrt: Studie der Deutschen Umwelthilfe enthüllt unökologische Entsorgung alte

Unter den Teppich gekehrt: Studie der Deutschen Umwelthilfe enthüllt unökologische Entsorgung alter Teppichböden in Deutschland

ID: 1461519
(ots) - Bis zu 400.000 Tonnen alter Teppichböden werden
jedes Jahr verbrannt - DUH kritisiert Greenwashing von
Markenherstellern wie Desso und Interface - Umweltverband fordert
nachweislich recyclingfähige Produkte, flächendeckende Sammelsysteme
und Recyclinganlagen in Deutschland - Einführung der
Produktverantwortung für Teppichböden notwendig

Deutschland hat ein großes Umweltproblem bei der Entsorgung
ausrangierter Teppichböden. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen
Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Demnach werden in Deutschland
jedes Jahr rund 400.000 Tonnen alter Teppichböden verbrannt. Dadurch
werden massenhaft recyclingfähige Kunststoffe vernichtet, das Klima
belastet und toxische Abfallprodukte erzeugt. Die DUH fordert alle
Teppichbodenhersteller dazu auf, ihre Produkte recyclingfähig zu
gestalten, flächendeckende Sammelsysteme anzubieten und
Recyclinganlagen in Deutschland aufzubauen. Weil die
Teppichbodenhersteller bislang kaum Verantwortung für die Entsorgung
ihrer Produkte übernehmen, sollte man sie durch die Einführung der
Produktverantwortung gesetzlich dazu verpflichten.

In dem von der DUH veröffentlichten Bericht "Unter den Teppich
gekehrt: das große Entsorgungsproblem der Teppichbodenindustrie in
Deutschland" (zur Studie: http://l.duh.de/yxnmj) wird die
problematische Verbrennung von Teppichböden kritisiert und darüber
berichtet, wie wenig sich die Hersteller um die Entsorgung ihrer
Produkte nach ihrem Lebensende kümmern. Die Rücknahmemengen von
Teppichen für ein Recycling werden auf rund drei Prozent der in
Verkehr gebrachten Menge geschätzt. Wobei die DUH davon ausgeht, dass
selbst dieser kleine Anteil "recycelter Teppichböden" zu
minderwertigen Produkten, wie z.B. Waschmaschinenteilen, Eimern oder
Blumentöpfen downgecycelt wird. Die im Kreislaufwirtschaftsgesetz


festgelegte Abfallhierarchie, wonach Abfälle vermieden oder (für die
Verwendung im Kreislauf) recycelt werden sollten, wird nach den
Recherchen der DUH schlichtweg nicht umgesetzt.

"Es ist nicht hinnehmbar, dass Teppichböden, die hochwertige, für
das Recycling geeignete Kunststoffe enthalten, in Deutschland nahezu
vollständig verbrannt werden. Wir sprechen bei rund 400.000 Tonnen
Teppichböden im Jahr nicht von kleinen Mengen. In der
Verpackungsbranche und bei der Entsorgung von Elektroaltgeräten wird
ein verhältnismäßig großer Aufwand um jeden Prozentpunkt bei der
Wiederverwendung und dem Recycling betrieben. Es ist unverständlich,
dass bei den Herstellern von Teppichböden mit der weitgehenden
Wertstoffverbrennung eine steinzeitliche Entsorgungspolitik erfolgt.
Die technischen und strukturellen Voraussetzungen für eine separate
Sammlung von Teppichböden sind ebenso vorhanden wie die Technologien
zur Wiederverwendung und zum Recycling. Die Teppichindustrie muss
jetzt damit beginnen, die gesetzlich festgelegte Abfallhierarchie
umzusetzen", fordert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Die DUH fordert ordnungsrechtliche Vorgaben gegenüber der
Teppichbodenindustrie und die Einführung der Produktverantwortung.
Verbindliche Vorgaben zur Wiederverwendung und zum Recycling könnten
darüber hinaus auch im Rahmen einer möglichen Sperrmüllverordnung
festgelegt werden. Gleichzeitig sollte die Verbrennung
recyclingfähiger Materialien ökonomisch unattraktiv gemacht werden.

"Bisher haben die Teppichbodenhersteller versucht, die
unökologische Entsorgung ihrer Produkte unter den Teppich zu kehren.
Durch Begriffe wie ´thermisches Recycling´, was nichts anderes als
die Verbrennung von Wertstoffen bedeutet, soll eine stoffliche
Verwertung vorgegaukelt werden", kritisiert der DUH-Leiter für
Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer. Besonders bedauerlich sei es,
dass die als nachhaltig geltenden Teppichbodenhersteller Desso und
Interface, trotz ambitionierter Nachhaltigkeitsversprechungen über
geschlossene Wertstoffkreisläufe, bis heute nur zwischen 1,5 und 3
Prozent der von ihnen in Verkehr gebrachten Teppichböden für ein
Recycling zurücknehmen. Der Rest werde verbrannt oder lande auf
Deponien. "Die Fakten stehen in einem starken Widerspruch zu den
Zielen von Interface, bis 2020 keine negativen Umweltauswirkungen
mehr verursachen zu wollen, oder von Desso, bis 2020 alle Produkte
nach dem Cradle to Cradle Prinzip herzustellen", so Fischer weiter.

Teppichbodenhersteller stehen vor der Herausforderung zukünftig
die Wiederverwendung und ein hochwertiges Recycling beim
Produktdesign zu berücksichtigen, die Sammelmengen und
Recyclingquoten deutlich zu erhöhen, Recyclingkapazitäten in
Deutschland aufzubauen und die für die Herstellung eingesetzten
Materialien auf den Produkten kenntlich zu machen.

Link:

Zur Studie "Unter den Teppich gekehrt: das große
Entsorgungsproblem der Teppichindustrie in Deutschland":
http://l.duh.de/yxnmj



Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft DUH
030 2400 867 43, 0151 18256692, fischer@duh.de

DUH-Pressestelle
Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Traumrolle Vom Pigment bis zur Beschichtung, vom Klebstoff bis zum Komposit
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.02.2017 - 11:33 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1461519
Anzahl Zeichen: 5900

Kontakt-Informationen:
Stadt:

-------------------------------------------------------------- Studie Teppichrecycling h



Kategorie:

Industrie



Diese Pressemitteilung wurde bisher 279 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Unter den Teppich gekehrt: Studie der Deutschen Umwelthilfe enthüllt unökologische Entsorgung alter Teppichböden in Deutschland"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Evaluation der EU-Nitratrichtlinie: "Deutschland darf nicht zur Güllegrube der EU werden ...
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt die heute veröffentlichte Evaluation der EU-Nitratrichtlinie. Darin ruft die EU-Kommission die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, die Nährstoffbelastung zu kontrollieren und die Tierhaltung in besonders verschmutzten Gebieten zu reduzieren. Die Kommission

Die teuerste Steckdose der Welt ...
Berlin (voices) Constantin Zerger, Bereichsleiter Energie & Klimaschutz (Deutsche Umwelthilfe) zum Themen-Impuls: „Auf zum Atomstrom oder Go Green - was hilft wirklich in der Energiekrise?". Pressekontakt: DUH-Newsroom +4930240086720 presse@duh.de Copyright: Deutsche Umwelthilfe e.

Fehler im Gesetzgebungsverfahren beim Gebäudemodernisierungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe fordert Veto des Bundespräsidenten ...
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht ordnungsgemäß verabschiedet worden: Nach juristischer Bewertung enthält die Gesetzesänderung Regelungen, die der Zustimmung des Bundesrates bedurft hätten. Nach der Rechtsprechung des Bundesve


Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.


Pumpenprüfstand für Tests optimiert ...
Professor Wilhelm Hannibal und seine Studenten der Fachhochschule Südwestfalen haben ein ehrgeiziges Ziel: Sie wollen Ölpumpen dahingehend optimieren, dass diese dazu beitragen, den Kraftstoffverbrauch von Verbrennungsmotoren zu reduzieren. Der Weg dorthin ist mit zahlreichen Tests gepflastert. E

Letzter Mann ...
Die niederländischen Spezialisten von E2M Technologies für elektrische Bewegungsplattformen und aktive Kraftrückführungssysteme von Simulatoren aller Größen- und Gewichtsklassen sind Experten im Bereich der elektrischen Steuerungstechnik. In einem dynamischen Unternehmen wie diesem, in dem vi

Traumrolle ...
Die Einsatzfelder von Industriegasfedern haben sich in den letzten Jahren dank neuer Entwicklungen wie speziellen Tandemmodellen für das Senken und Heben besonders schwerer Lasten stetig erweitert. Dass aber auch Standardmodelle mehr leisten können als die Muskelkraft bei Klappen, Hauben, Deckeln

Maintenance 4.0 bestimmt die Profitabilität der Fabrik von morgen ...
Die Automatisierung und Digitalisierung der Fabriken ist eine Entwicklung, die für die Unternehmen den Produktionsfaktor ?Kapital?, insbesondere Anlagen und Maschinen, immer wichtiger macht. Heute kommt ohne Industrieroboter keine der großen Branchen mehr aus. Unter diesen Bedingungen erhöht sic


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z