Pro Generika zu PK der AOK Baden-Württemberg / Rauchmelder löschen kein Feuer

Pro Generika zu PK der AOK Baden-Württemberg / Rauchmelder löschen kein Feuer

ID: 1465039
(ots) - Heute hat die AOK Baden-Württemberg in Berlin eine
Pressekonferenz zur Versorgungslage bei Arzneimitteln in Deutschland
durchgeführt und darin u.a. ein umfassendes Informationssystem
gefordert, das alle Hersteller, Großhändler und Apotheken einbezieht.

Hierzu erklärt Bork Bretthauer, Geschäftsführer von Pro Generika:

"Rabattverträge wirken bei einem Engpass wie Brandbeschleuniger.
Da hilft es wenig, bei einem Feuer nach mehr Rauchmeldern zu rufen.
Alle Erfahrung zeigt, dass Engpässe bei Arzneimitteln vor allem in
zwei Bereichen vorkommen: bei Generika-Rabattverträgen und in der
Krankenhausversorgung. Beiden ist ein extrem hoher Preisdruck gemein.
Dieser führt zu einer steigenden Marktverengung - also zu einem
Rückgang der Anbieter eines bestimmten Medikaments in der Versorgung.

Faktisch ist jeder Rabattvertrag eine bewusst vorgenommene
zusätzliche Marktverengung: Von den Anbietern eines bestimmten
Medikaments, die die Versorgung sichern könnten, wird - selbst bei
versorgungskritischen Arzneimitteln wie Antibiotika - oft nur ein
einzelnes Unternehmen ausgewählt.

Damit geht einher, dass Rabattverträge ganz wesentlich darüber
entscheiden, ob die in Deutschland verfügbaren Produktions- und
Lagerkapazitäten auch für die Versorgung der Patienten in Deutschland
genutzt werden. Erhält ein Unternehmen keinen Zuschlag, muss es seine
Produktionsplanung nach unten anpassen. Demgegenüber würde die
grundsätzliche Mehrfachvergabe den Vorteil bieten, dass die
Produktions- und Lagerkapazitäten mehrerer Unternehmen für die
Versorgung in Deutschland genutzt werden könnten.

Daher werben wir mit Nachdruck für Vorschläge, die an den
tatsächlichen Ursachen von Engpässen ansetzen. Würde man im
Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz generell vorsehen, dass an
Rabattverträgen mehrere Unternehmen zu beteiligen sind, könnten


Krankenkassen unverändert Rabattverträge schließen und negative
Auswirkungen von Engpässen auf die Patientenversorgung in vielen
Fällen verhindert werden.

Hinzu kommt, dass Krankenkassen bereits heute jeden Hersteller
vertraglich verpflichten, Lieferengpässe unverzüglich zu melden.
Ebenso enthalten Liefervereinbarungen zwischen Herstellern und
Krankenhäusern umfangreiche Informationspflichten zu Engpässen und
haben Apotheken bereits Echtzeit-Zugriff auf die Lieferfähigkeit
ihres Großhandels. Zusätzlich haben sich die Hersteller im
Pharmadialog verpflichtet, Engpässe bei lebenswichtigen Arzneimitteln
zu melden - und das wird auch gelebt.

Alle bisherige Erfahrung zeigt indes: Informationen über Engpässe
bei lebenswichtigen Arzneimitteln sind wichtig, können Engpässe
selbst aber nicht beseitigen."



Pressekontakt:
Bork Bretthauer, Geschäftsführer, Tel.: (030) 81 61 60 9-0
info@progenerika.de / www.progenerika.de /
http://twitter.com/progenerika

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Datum: 08.03.2017 - 12:22 Uhr
Sprache: Deutsch
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