NABU: Alarmierende Werte bei Abgasmessungen an Bord der AIDA Prima
ID: 1465331
ARD-Verbrauchermagazins "Plusminus" entlarven das "Vorzeigeschiff"
der Kreuzfahrtflotte von AIDA Cruises als Dreckschleuder. Die AIDA
Prima ist keineswegs so sauber, wie das Unternehmen behauptet. Im
Gegenteil: Aus dem Schornstein raucht es gewaltig. An Deck des
Ozeanriesen wurde eine alarmierende Konzentration der als besonders
gesundheitsgefährdend geltenden ultrafeinen Partikel gemessen: Bis zu
500.000 Partikel je Kubikzentimeter zeigte das Messgerät an der gut
besuchten Kunsteislaufbahn an. Im Durchschnitt der halbstündigen
Messung lagen die Werte dort mit 68.000 Partikeln je Kubikzentimeter
rund 50mal höher als bei sauberer Seeluft zu erwarten wäre.
"Die Abgaswerte auf der AIDA Prima sind erschreckend hoch. Die
Crew und die Passagiere an Bord werden Konzentration
gesundheitsgefährdender Luftschadstoffe ausgesetzt, die weit über dem
Niveau stark befahrender Straßen liegen. Die dokumentierten Messwerte
sind zudem ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der von AIDA
angekündigte Partikelfilter auch fast ein Jahr nach der Jungfernfahrt
immer noch nicht in Betrieb ist. Hier werden Kunden und
Öffentlichkeit bewusst mit falschen Versprechungen über die
tatsächlichen Umweltauswirkungen des AIDA-Flaggschiffs getäuscht",
sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.
Dass nun bereits auf einem weiteren Kreuzfahrtschiff die hohe
Abgasbelastung an Deck belegt werden kann, weise klar darauf hin,
dass es sich hier nicht um Einzelfälle, sondern ein grundsätzliches
Problem der Kreuzfahrtbranche handele. "Erst im Januar
veröffentlichte das französische TV-Magazin "Thalassa" erstmals
Ergebnisse verdeckter Abgasmessungen auf einem Kreuzfahrtschiff
während einer Mittelmeerreise. Auch der NABU hatte zuvor bereits
mehrfach die extreme Abgasbelastung in Hafenstädten und an
Kreuzfahrtterminals nachgewiesen und die Reeder auf die
gesundheitsgefährdende Wirkung hoher Feinstaubkonzentrationen
aufmerksam gemacht. Bereits im vergangenen Jahr konnte der
Umweltverband zudem aufdecken, dass das vollmundig angepriesene
Filtersystem der AIDA Prima nicht in Betrieb war, was das Unternehmen
darauf hin auch eingestand.
"Leider lehnen die Reeder nach wie vor das Angebot ab, mit dem
NABU und unabhängigen Gutachtern offizielle Messungen auf ihren
Schiffen durchzuführen und die Ergebnisse zu veröffentlichen", sagte
NABU-Leiter Verkehrspolitik Dietmar Oeliger. Die Branche weiß um das
Problem, weigert sich aber aus Kostengründen, auf das giftige
Schweröl zu verzichten und die nötigen Filter einzusetzen.
2013 hatte AIDA angekündigt, die gesamte Flotte bis zum Ende des
Jahres 2016 mit Rußpartikelfiltern und Stickoxidkatalysatoren
ausrüsten zu wollen. Dieses öffentliche Statement des deutschen
Branchenführers wurde von Umweltverbänden wie dem NABU als wichtiges
und überfälliges Zeichen gewertet, die niedrigen Umweltstandards auf
See durch freiwillige Maßnahmen anzuheben. Auch auf die Verwendung
von Schweröl wollte das Unternehmen auf seinen neuen Schiffen
verzichten, Doch bis heute wurde keine dieser Ankündigungen
realisiert.
Derweil raten sowohl die Deutsche Lungenstiftung wie auch der
Pneumologenverband Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen,
sich aufgrund der Abgasbelastung nur in bestimmten Bereichen an Deck
von Kreuzfahrtschiffen aufzuhalten und das Einatmen von
Schiffsabgasen zu vermeiden. Auch die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) stufte Dieselabgase unlängst als ebenso krebserregend ein wie
den Gefahrenstoff Asbest.
Mehr Informationen unter: http://ots.de/3Kkny und
http://ots.de/zVTKq
Kostenfreie Pressefotos:
www.nabu.de/presse/pressebilder/index.html#kreuzfahrtschiffe
Kostenfreies Footage:
www.nabu.de/presse/audio-und-video/index.html
www.youtube.com/watch?v=z_xol99dGSQ&feature=youtu.be
ARD-"Plusminus" am 8.3.: http://ots.de/tbMgM
Link zum TV-Beitrag des Magazins "Thalassa":
www.france3.fr/emissions/thalassa/diffusions/20-01-2017_535879
Pressekontakt:
Dietmar Oeliger, Leiter Verkehrspolitik, Tel. +49 (0)30.284984-1613
oder Mobil +49 (0)172.9201823, E-Mail: Dietmar.Oeliger@NABU.de
Daniel Rieger, Referent Verkehrspolitik, Tel. +49 (0)30.284984-1927
oder Mobil +49 (0)174.1841313, E-Mail: Daniel.Rieger@NABU.de
NABU-Pressestelle
Kathrin Klinkusch | Iris Barthel | Britta Hennigs | Nicole Flöper
Tel. +49 (0)30.28 49 84-1510 | -1952 | -1722 | -1958
Fax: +49 (0)30.28 49 84-2000 | E-Mail: presse@NABU.de
Original-Content von: NABU, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.03.2017 - 21:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1465331
Anzahl Zeichen: 5104
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Umwelttechnologien
Diese Pressemitteilung wurde bisher 371 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU: Alarmierende Werte bei Abgasmessungen an Bord der AIDA Prima"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
NABU (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Berlin (voices) Pauline Schur, Teamleiterin Klima & Verkehr (NABU-Bundesverband) zum Themen-Impuls: Tempo 30: kleines Schild, große Debatte – wie viel Verkehrswende steckt wirklich drin?. Pressekontakt: Julian Bethke Pressesprecher +4915259189658 Julian.Bethke@nabu.de Copyright: NABU
Tag des Grundgesetzes (23.5.): Naturschutz und Demokratie gehören zusammen / Ehrenamt zeigt, wie lebendig unsere Demokratie ist ...
Zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai betont der NABU (Naturschutzbund Deutschland) die Bedeutung demokratischer Beteiligung und eines starken Rechtsstaats. "Demokratie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und ihre Gesellschaft aktiv mitgestalten. Genau das passiert jeden Tag im N
Wo sind unsere Igel und Maulwürfe? / Vom 20. bis 30. September nach den heimlichen Gartenbewohner schauen und sie melden ...
Maulwürfe und Igel leben in vielen Gärten. Trotzdem bekommt man sie selten zu Gesicht. Vom 20. bis 30. September sind alle dazu aufgerufen, genauer hinzuschauen und die heimlichen Garten- und Parkbewohner zu melden. "Wer mitmacht, leistet einen Beitrag zum Artenschutz", sagt Milena Still
Weitere Mitteilungen von NABU
Pressemitteilung von Save the Bays: Richterin verhängt in den Bahamas Geldbuße über den Bekleidungsproduzenten Peter Nygard ...
Der kanadische Bekleidungshersteller Peter Nygard wurde heute von einer bahamaischen Richterin wegen Verstoßes gegen eine Gerichtsverfügung über die Einstellung von schädlichen Baggerarbeiten in der Nähe seines Strandhauses auf den Bahamas mit einer Geldbuße von $ 50.000 belegt. Richter
Neuer Auftrag für eine Rauchgasreinigungsanlage aus Saudi-Arabien ...
Eine Besonderheit ist, dass die Kesselanlagen mit dem schwerölähnlichen Brennstoff Mazut betrieben werden. Die bei der Mazut-Verbrennung anfallenden Abgase enthalten neben Stäuben weitere Umweltschadstoffe, unter anderem die toxischen Verbindungen NOx und sehr hohe SOx-Anteile, die vor der Ableit
Mehrfach nutzbarer Schwamm saugtÖl auf und könnte Beseitigung von ausgelaufenem Öl und Diesel revolutionieren ...
Wissenschaftler des Argonne National Laboratory der US-amerikanischen Energiebehörde haben einen neuen Schaumstoff erfunden, welcher Verunreinigungen des Wassers durch Öl und Diesel aufsaugen kann: den Oleo Sponge. Das Material absorbiert nicht nur schnell Öl aus dem Wasser, sondern ist zudem
NABU: 1,5 Millionen Vögel sterben pro Jahr an Stromleitungen ...
Mindestens 1,5 Millionen Vögel kollidieren pro Jahr an Hochspannungsleitungen. Das ermittelte ein vom NABU beauftragtes Gutachten ("Vogel-Kollisionsopfer an Hoch- und Höchstspannungsfreileitungen in Deutschland - eine Abschätzung"). Die Gutachter berechneten das Risiko von Vögeln geg




