Westfalenpost: Martin Korte zur Sonntagsfrage in NRW
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der NRW-Wähler würden einer aktuellen Umfrage zufolge Grün wählen. Es
fehlt nicht viel, und die Partei fliegt im Mai aus dem Landtag des
bevölkerungsreichsten Bundeslandes. Sie verabschiedet sich
klammheimlich. Die Grünen haben hierzulande noch nicht einmal die
Kraft für einen internen Aufschrei, geschweige denn für eine
öffentlich wirksame Revolution. Sie schweigen sich ins politische
Abseits. Und im Bund läuft es nicht viel besser. Die Ursachen für den
Absturz sind vielfältig, sie haben zu tun mit Profilen, Personen und
Programmen. In Zeiten, in denen die Wähler mehr auf Gesichter zu
stehen scheinen als auf Inhalte (siehe Martin Schulz), fehlt den
Grünen in NRW eine charismatische Führungsfigur. Als Schulministerin
konnte Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann bisher keinen Blumentopf
gewinnen. Das Turbo-Abi-Chaos hat sie schlecht gemanagt.
Umweltminister Remmel stellen die anderen Parteien - sogar der eigene
Koalitionspartner - erfolgreich als notorischen Verhinderer dar.
Überhaupt die SPD: Die Grünen haben den Fehdehandschuh nicht
aufgenommen, als Verkehrsminister Groschek von einer "durchgrünten
Gesellschaft" sprach, die es zu verändern gelte. Und als NRW sich an
Sammelabschiebungen nach Afghanistan beteiligte, wurden die Grünen
nicht einmal informiert. Beide Themen berühren die grüne
Kernprogrammatik - aber die Wähler berühren die Grünen damit nicht
mehr.
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Datum: 19.03.2017 - 21:01 Uhr
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