Südwest Presse: Kommentar zur US-Außenpolitik
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Staaten ist, sind die Zeiten, in denen andere Länder auf die USA als
verlässlichen und vorhersehbaren Partner zählen können, vorbei.
Trumps Außenpolitik ist konzeptlos. Sie ist nicht von Werten
geleitet, sondern vielmehr geprägt von Emotionalität und spontanen
Reaktionen. So hieß es kürzlich noch, dass seine Regierung sich in
Syrien nicht einmischen wolle und mit Baschar al-Assad als Präsident
gut leben könne. Nun haben Bilder des mutmaßlichen Giftgasangriffs
einen plötzlichen Gesinnungswandel hervorgerufen. Mit der
verabscheuungswürdigen Attacke habe Assad gleich "viele Linien"
überquert, und Trump behält sich alle Optionen vor, offenbar auch
eine militärische. Damit wiederum provoziert er den Kreml, wobei der
Kurs gegenüber Moskau ebenfalls völlig unklar bleibt. Trump hat kaum
Zeit, über seine impulsiven Vorstöße nachzudenken, schon steht er vor
der nächsten Herausforderung. Bei dem heutigen Treffen mit Chinas
Präsident Xi Jinping wird es nicht nur um Amerikas Handelsdefizit
gehen, sondern auch darum, wie er Xi dazu animieren kann, dem
Nordkoreaner Kim Jong Un seine nuklearen Ambitionen auszureden. In
den kommenden Monaten wird sich jedenfalls zeigen, ob Trump rigoros
an seiner "America First"-Doktrin festhalten kann oder ob er auf eine
weniger ideologische, moderatere Linie in der Außenpolitik
einschwenken wird. Dass er entgegen ersten Ankündigungen nun doch zur
Nato hält, in Sachen Syrien zum Umdenken bereit ist und womöglich
auch eine politisch riskante Konfrontation mit Moskau in Kauf nehmen
könnte, lässt zumindest leise Hoffnung aufkommen.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
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Datum: 06.04.2017 - 19:35 Uhr
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