Neuer Intendant des Berliner Ensembles: "Theater darf in politisch aufgewühlten Zeiten kein Klassikermuseum sein!"
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Reese setzt auf das Schauspielertheater: "Im Mittelpunkt des Theaters
steht der Schauspieler", sagte Reese im kulturradio vom rbb. Mit
diesem Konzept habe er schon in Frankfurt am Main das Publikum
begeistert.
Für ihn zähle in der Kunst Dynamik, sagte Reese weiter. "Es sind
Gegensätze interessant, auf laut kommt leise, nach riesiger Bühne im
Schauspiel Frankfurt kommt ein intimes, gleichwohl im Zuschauerraum
ja gar nicht kleines Haus und ein herrliches Kammertheater, ein
Sprechtheater, bei dem man nur 2-3 Schauspieler auf der Bühne
braucht. Insofern freue ich mich auf einen totalen Wechsel im
Ausdruck und ich kann sagen, meine alte Liebe zu Stoffen, die man
fürs Theater finden muss, die ist in den letzten Jahren immer stärker
geworden. Ich finde, Theater darf ganz entschieden in so politisch
aufgewühlten Zeiten, in denen wir leben, nicht mehr das
Klassikermuseum sein, dass es lange Jahre war!"
"Das Haus hat Platznot, das große Intendantenbüro bekommen die
Assistenten, da sitzen demnächst 6 Leute drin und ich nehme ein
anderes Zimmer. Ich brauche einen richtigen Arbeitsplatz, ich brauche
keinen Thron, ich brauche einen Arbeitsplatz mit einem Computer
drauf. Ich brauche auch keinen leeren Tisch, worauf er so stolz ist,
sondern einen Tisch, auf dem ganz viele Stücke liegen werden und
Manuskripte, also ich arbeite so richtig oldschool."
Oliver Reese wird ab Herbst dieses Jahres neuer Intendant am
Berliner Ensemble und Nachfolger des streitbaren Claus Peymann. Beim
Schauspiel Frankfurt, dessen Intendant Reese zur Zeit noch ist, hat
er die Besucherzahlen verdoppelt.
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Datum: 19.04.2017 - 16:27 Uhr
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