Umweltverbände fordern von Umweltministerin Hendricks mehr Kreislaufwirtschaft in der EU

Umweltverbände fordern von Umweltministerin Hendricks mehr Kreislaufwirtschaft in der EU

ID: 1481590
(ots) - Umweltministerin Hendricks soll sich im EU-Rat für
ein ambitioniertes und zukunftsweisendes Kreislaufwirtschaftspaket
einsetzen - Verbindliche Regelungen zur Abfallvermeidung,
Wiederverwendung und zum Ressourcenschutz nötig

In Europa werden derzeit die wichtigsten Richtlinien der Abfall-
und Kreislaufwirtschaftspolitik überarbeitet. Neben der EU-Kommission
und dem EU-Parlament spielt vor allem der EU-Rat, in welchem die
Umweltminister der EU-Mitgliedstaaten vertreten sind, eine zentrale
Rolle. Die Umweltverbände Deutsche Umwelthilfe (DUH), Naturschutzbund
Deutschland (NABU), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland
(BUND) und Deutscher Naturschutzring (DNR) fordern in einem offenen
Brief (http://bit.ly/170420_pm_kwp) von der Bundesumweltministerin
Barbara Hendricks, sich im EU-Rat mit Nachdruck für eine
ambitionierte Kreislaufwirtschaft mit verbindlichen Regelungen zur
Abfallvermeidung, Wiederverwendung und zum Ressourcenschutz
einzusetzen. Dies ist deshalb besonders wichtig, weil sich im EU-Rat
eine Position gegen die vom EU-Parlament geforderten Umweltziele und
für eine Aufweichung des aus Sicht der deutschen Umweltverbände
ohnehin stark verbesserungsbedürftigen Entwurfs der EU-Kommission
abzeichnet.

Das Europäische Parlament hatte am 14. März wichtige
Änderungsvorschläge in die Diskussion über den Entwurf des
Kreislaufwirtschaftspakets der EU-Kommission eingebracht. Nun müssen
der EU-Rat und damit auch Bundesumweltministerin Hendricks Position
beziehen.

Laut der obersten Stufe der EU-Abfallhierarchie müsste die
Abfallvermeidung das vorrangige Ziel eines
EU-Kreislaufwirtschaftspakets sein. Hierzu gibt es im Entwurf der
Kommission aber keine verbindlichen Zielvorgaben. Sie sind aber
notwendig, damit wirksame Maßnahmen zur Verringerung der Abfallberge
auch tatsächlich ergriffen werden. Für Restabfälle sollte daher bis


2030 ein Ziel von maximal 100 Kilogramm pro Jahr und Einwohner
festgelegt werden. Für Verpackungsabfälle bis 2030 ein Ziel von
maximal 90 Kilogramm.

Vor allem Mehrwegsysteme, die einen bedeutenden Beitrag zur
Abfallvermeidung leisten und deshalb vorrangig gefördert werden
sollten, finden überhaupt keine Berücksichtigung im
EU-Kreislaufwirtschaftspaket. Um Mehrwegsysteme über den
Getränkebereich hinaus nachhaltig zu stärken, sind verbindliche Ziele
zur Wiederverwendung notwendig. Für Transport-, Verkaufs- und
Getränkeverpackungen, aber auch für Textilien, Elektrogeräte und
Sperrmüll sollten separate Quoten zur Wiederverwendung festgelegt
werden.

Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, landet im Müll. Pro Jahr
fallen allein in Deutschland rund elf Millionen Tonnen
Lebensmittelabfall von Industrie, Handel, Großverbrauchern und
Privathaushalten an. Deshalb ist die Festlegung eines verbindlichen
Ziels von 50 Prozent zur Verringerung von Lebensmittelabfällen ab
2030 notwendig. Nur so lassen sich die Überproduktion und der
sorglose Umgang mit Nahrungsmitteln eindämmen. Aber auch die
Einführung eines separaten Recyclingziels für Bioabfälle von
mindestens 65 Prozent ab 2025 ist dringend erforderlich. Bioabfälle
können als Energie- und Rohstoffquelle dienen und dadurch zur
Klimaentlastung beitragen.

Ab 2025 sollten keine recyclingfähigen Abfälle mehr deponiert und
begleitende Maßnahmen umgesetzt werden, die eine Verbrennung der
Wertstoffe verhindern. Für die Verbrennung unsortierter Abfälle
könnte etwa ein Verbot ausgesprochen oder eine Besteuerung eingeführt
werden. Dies ist deshalb besonders wichtig, weil die Gefahr besteht,
dass durch den Bau von Verbrennungsanlagen eine Kreislaufwirtschaft
auf Jahrzehnte hinaus geschwächt oder sogar verhindert würde. Zum
schnellen Aufbau von Sammelsystemen, Sortieranlagen und
Recyclingkapazitäten würde auch eine europaweite Erhöhung der
Recyclingziele für Siedlungsabfälle auf 70 Prozent und für
Verpackungsabfälle auf 80 Prozent bis 2030 beitragen.

Links: Welche Maßnahmen notwendig sind, um in Europa geschlossene
Materialkreisläufe und eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu
erreichen, können Sie im offenen Brief der Umweltverbände DUH, NABU,
BUND und DNR an Umweltministerin Hendricks unter
http://bit.ly/170420_pm_kwp nachlesen.



Pressekontakt:
Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft, Deutsche Umwelthilfe e.V.
030 2400 867 43, 0151 18256692, fischer@duh.de

Sascha Roth, Referent für Umweltpolitik, NABU Naturschutzbund
Deutschland e.V.
030 284 984 1660, sascha.roth@NABU.de

Rolf Buschmann, Referent Technischer Umweltschutz, BUND Bund für
Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
030 27586 482, 0179 2191360, rolf.buschmann@bund.net

Florian Schöne, Generalsekretär, DNR Deutscher Naturschutzring e.V.
030 678 1775 99, florian.schoene@dnr.de

DUH-Pressestelle:

Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867 20, presse@duh.de

www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  EU-Kommission und Europäische Investitionsbank finanzieren Wildnis- und Unternehmensentwicklung am Stettiner Haff Umweltverbände fordern in einem offenen Schreiben von den Bundesländern ein klares Bekenntnis zum einheitlichen Umgang mit auffälligen Wölfen
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 20.04.2017 - 10:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1481590
Anzahl Zeichen: 5624

Kontakt-Informationen:
Stadt:

-------------------------------------------------------------- Offener Brief http://ots.



Kategorie:

Umwelttechnologien



Diese Pressemitteilung wurde bisher 238 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Umweltverbände fordern von Umweltministerin Hendricks mehr Kreislaufwirtschaft in der EU"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Gebäudemodernisierungsgesetz und Neubau von Gaskraftwerken im Kabinett: Deutsche Umwelthilfe kritisiert fossile Rolle rückwärts bei Wärme und Strom ...
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die heutigen Kabinettsbeschlüsse zum Gebäudemodernisierungsgesetz und zum Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG) scharf. Im Gebäudesektor wird der Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen rückgängig gemacht, obwohl private Haushalte d

Giftspritzungen bedrohen Mosel-Apollofalter: Deutsche Umwelthilfe reicht Eilantrag ein ...
- Unmittelbar vor Flugzeit von bedrohten Schmetterlingen: Behörde genehmigt erneut Pestizidspritzung per Hubschrauber im unteren Moseltal - Trotz Verbots seit 2011: Behörden in Rheinland-Pfalz erteilen regelmäßig Ausnahmegenehmigungen für Anwendung im Weinbau - DUH reicht Eilantrag zum Sc

Umweltminister Schneider will Einweg-Vapes verbieten: Deutsche Umwelthilfe begrüßt Verbotsankündigung und warnt vor möglichen Schlupflöchern ...
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat angekündigt, noch in diesem Jahr eine gesetzliche Regelung zum Verbot von Einweg-E-Zigaretten vorzulegen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt die Ankündigung des längst überfälligen Produktverbots, warnt jedoch vor ungerechtfertigten Ausnahmen zug


Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.


Am 20. Mai ist Weltbienentag ...
Der Name „Wildbienenhotel“ passt eigentlich nur bedingt: Denn anders als wir Menschen checken die summenden Bestäuber in ihr Hotel nicht ein, um sich wie im Urlaub zu entspannen. Stattdessen wird hier hart gearbeitet: Die Wildbienenweibchen bauen Nestkammern, tragen Blütenpollen und Nektar fü

Giftspritzungen bedrohen Mosel-Apollofalter: Deutsche Umwelthilfe reicht Eilantrag ein ...
- Unmittelbar vor Flugzeit von bedrohten Schmetterlingen: Behörde genehmigt erneut Pestizidspritzung per Hubschrauber im unteren Moseltal - Trotz Verbots seit 2011: Behörden in Rheinland-Pfalz erteilen regelmäßig Ausnahmegenehmigungen für Anwendung im Weinbau - DUH reicht Eilantrag zum Sc

Umweltminister Schneider will Einweg-Vapes verbieten: Deutsche Umwelthilfe begrüßt Verbotsankündigung und warnt vor möglichen Schlupflöchern ...
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat angekündigt, noch in diesem Jahr eine gesetzliche Regelung zum Verbot von Einweg-E-Zigaretten vorzulegen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt die Ankündigung des längst überfälligen Produktverbots, warnt jedoch vor ungerechtfertigten Ausnahmen zug

Mehrweg ist Klimaschutz: Mehrweg-Allianz fordert wirksame finanzielle Förderung im Verpackungsgesetz und startet große Mitmach-Aktion ...
- Initiative "Mehrweg ist Klimaschutz" informiert in mehr als 5.000 Betrieben des Getränkehandels über Klimaschutzpotenzial von Mehrwegflaschen - Bei Mitmach-Aktion können 10 Haushalte für ein Jahr Freigetränke in Mehrwegflaschen im Wert von jeweils 1.000 Euro gewinnen - Mehrweg

Regionale Kräuter und Gemüse aus ehemaligen Schweineställen / DBU fördert Startup Stallgrün mit 125.000 Euro ...
Jedes Jahr werden bundesweit laut Statistik-Portal Statista mehr als fünf Millionen Tonnen Gemüse importiert, auch weil wegen der jahreszeitlichen Bedingungen nicht alle gefragten Gewächse ganzjährig angebaut werden können. Das Münsteraner Startup Stallgrün (https://stallgruen.de/) hat ein Ko

Zum Earth Overshoot Day: Deutsche Umwelthilfe startet bundesweite Sammlung "Handys für die Umwelt" für mehr Ressourcen- und Klimaschutz ...
- 167 Millionen alte Handys liegen in Deutschland ungenutzt in Schubladen - DUH und Partner Jurec-IT rufen Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Kommunen, Veranstalter und Unternehmen auf, sich an Handysammlung zu beteiligen - Gespendete Handys werden zur Wiederverwendung aufbereitet oder hochwer

Aurelia Stiftung setzt EU-Kommission Frist für die Neubewertung der rechtswidrigen Zulassungsverlängerung von Glyphosat ...
Trotz eines rechtskräftigen Urteils des EU-Gerichts zur Rechtswidrigkeit der automatischen Glyphosat-Verlängerung bleibt die EU-Kommission bis heute untätig. Die Aurelia Stiftung hatte das Urteil erstritten und fordert nun die umgehende Neubewertung ein - andernfalls droht eine Untätigkeitsklage

Neues Verpackungsgesetz: "Mehrweg-Allianz" zeigt auf, wie Umweltminister Carsten Schneider Mehrweg zum Standard machen kann ...
Die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) setzt den Mitgliedsstaaten erstmals verbindliche Ziele für weniger Verpackungsmüll. So soll das Verpackungsaufkommen bis 2030 im Vergleich zu 2018 um 5 Prozent und bis 2040 sogar um 15 Prozent verringert werden. Um diese EU-Zielvorgaben erreichen zu können

Geschenke für die ganze Familie: Digitale Bilderrahmen zum Muttertag und Vatertag verschenken ...
Besondere Momente zu teilen, bringt Familien näher zusammen. Ob im gleichen Haus oder auf verschiedenen Kontinenten. Die digitalen Bilderrahmen von Aura verbinden zeitloses Design mit moderner Technologie und bringen die schönsten Bilder direkt ins Wohnzimmer. Ob Urlaubsfotos aus der Ferne oder Vi

BUND: Bürger*innen erfassen und schützen Bäume per App / Grundlage für zukünftige Pflanz- und Schutzkonzepte ...
- Deutschlandweit Baumarten, Standorte und Zustand dokumentieren - Wichtiger Beitrag für Wissenschaft, Naturschutz und nachhaltige Stadtplanung - Datenbank für Bäume im urbanen Raum soll entstehen Bäume sind für unsere Lebensqualität unverzichtbar: Sie kühlen unsere Umgebung, filtern


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z