Lausitzer Rundschau: Etabliert und doch nicht reif
Zum Parteitag der AfD
ID: 1482471
kann nach ihrem Parteitag in Köln jetzt eine Zwischenbilanz ziehen.
Das Erste: Sie ist trotz der Abspaltung von Parteigründer Bernd Lucke
und seiner Anhänger eine etablierte politische Kraft geworden. Sie
hat 28000 MitïEUR¸glieder, sitzt in elf Landtagen, hat ein
Vollprogramm, ist professionell organisiert. Und sie besetzt eine
freie politische Ecke, die weit mehr als eine Nische ist: Die
Renationalisierung der Politik - gegenüber Flüchtlingen, aber auch
gegenüber den Partnern in Europa. Dazu kommen die Ablehnung des Islam
und die Orientierung auf eine konservative deutsche Leitkultur. Das
sind Langzeitthemen, die auch ohne aktuelle Flüchtlingsströme
funktionieren. Deutsche zuerst und Deutschland zuerst. Damit wird die
AfD, so wie der Lauf der Welt derzeit ist, zweifellos in den
Bundestag einziehen. Die AfD ist trotzdem überhaupt noch nicht
gefestigt. So gibt es eine deutliche Kluft zwischen Basis und
Führung. Es existiert inzwischen eine mittlere Funktionärsschicht -
Leute, die schon in Parlamenten sitzen oder darauf hoffen. Sie
blicken auf ihre Wahlchancen, sie wollen kooperations- und
koalitionsfähig sein, um dereinst mitzuregieren. Viele stammen aus
etablierten Parteien. Und es gibt politische Führer, die sich wie
Gründer einer viel zu schnell gewachsenen Firma verhalten:
Diadochenkämpfe gegeneinander, Intrigen. Frauke Petry, die das am
ungeniertesten betreibt und ihre Argumente dafür geradezu beliebig
wechselt, ist in Köln ausgebremst worden. Die anderen aber sind noch
da. Das Potenzial zur Selbstzerstörung, das schon andere
Rechtsparteien gestoppt hat, ist nach wie vor groß. Vielleicht, weil
das Wachstum so schnell verläuft, bleiben zudem wichtige
Entscheidungen offen, mit Rücksicht auf die Bundestagswahl in dieser
Phase ohnehin. Das Wahlprogramm ist außerhalb der AfD-Herzthemen Asyl
und Europa ein Sammelsurium. Manches ist zufälligen Mehrheiten
geschuldet. Würde es die Wähler im Detail interessieren, auch bei
Familien-, Sozial- und Steuerpolitik, viele wären abgeschreckt.
Gefährlicher für die Partei aber ist, dass sich die
Deutsch-Nationalen weiter in ihr tummeln dürfen. Diesen Bruch schiebt
die AfD immer wieder hinaus. Sie glaubt, diese Gruppe zu benötigen
und lässt sie gewähren. Mit Ewiggestrigen, die in Sprache und Denken
immer noch an den tausend Jahren hängen, ist jedoch keine "moderne"
rechte Kraft zu etablieren. Marine Le Pen hat das schon für
Frankreich erkannt; für Deutschland gilt das erst recht. Doch in Köln
ist man in dieser Hinsicht keinen Schritt weiter gekommen, im
Gegenteil. So bleibt die Feststellung nach vier Jahren, dass die AfD
zwar keine rechtsextreme Partei ist. Das wäre ein falsches Etikett.
Aber zur bürgerlich-rechten Partei gereift ist sie auch noch lange
nicht.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Original-Content von: Lausitzer Rundschau, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.04.2017 - 20:13 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1482471
Anzahl Zeichen: 3342
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 377 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Etabliert und doch nicht reif
Zum Parteitag der AfD"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
Allg. Zeitung Mainz: Ernüchternd / Kommentar zum AfD-Parteitag / Von Christiane Stein ...
Parteichefin Frauke Petry demontiert, eine Debatte über die künftige Strategie bereits im Vorfeld abgelehnt und altbekannte rechtspopulistische Positionen bejubelt - was bleibt nach dem Bundesparteitag der Alternative für Deutschland? Eigentlich sollte sich Ernüchterung breitmachen, wenn sich
Berliner Zeitung: Kommentar zu Science-Märschen am Wochenende ...
Denn je genauer man über eine Sache Bescheid weiß, desto komplizierter wird sie. ... viele Leute rufen: Was kann ich denn dagegen tun? Sie fühlen sich ohnmächtig und sagen, Klimawandel habe es schon immer gegeben, und der Mensch habe wahrscheinlich gar nichts damit zu tun. Populisten wie der
Frankfurter Rundschau: Noch mehr dumpfer Nationalismus ...
Auf ihrem Parteitag in Köln rückt die AfD noch weiter an den rechten Rand: Was sich auf dem AfD-Parteitag in Köln zugetragen hat, ist eine politische Hinrichtung. Die Delegierten folgten ihrer Ko-Vorsitzenden Frauke Petry nicht nur nicht, sie verhinderten sogar, dass ihr Zukunftsantrag ü
Straubinger Tagblatt: AfD-Parteitag in Köln: Brutale Schmach für Petry ...
Brutaler hätte die Schmach für Frauke Petry kaum ausfallen können: Die Chefin der AfD hat die Machtfrage gestellt und die Delegierten auf dem Kölner Parteitag haben sie gnadenlos abblitzen lassen. Ihr Versuch, den Einfluss des rechtsnationalen Flügels in der rechtspopulistischen Partei recht




