Öfter mal 'ne Pause gönnen - Viele Arbeitnehmer klagen über Stress, fühlen sich aber dennoch wohl im Job (FOTO)
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(ots) -
Personalmangel, Ärger mit Kollegen und Vorgesetzten oder das
Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen - am Arbeitsplatz gibt es
so einige potenzielle Stressfaktoren. Viele Arbeitnehmer klagen
außerdem über eine hohe psychische und physische Belastung im Job.
Das geht aus der Orizon Arbeitsmarktstudie 2016 mit über 2.000
Befragten hervor. Dennoch: die Studie belegt gleichzeitig, dass sich
deutsche Arbeitnehmer trotz zahlreicher Stress-Faktoren in der großen
Mehrheit in ihrem Job wohl fühlen. Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber
versuchen zudem aktiv, Maßnahmen zur Stressvermeidung in den
Arbeitsalltag zu integrieren.
Über 80 Prozent der befragten Arbeitnehmer - und damit noch etwas
mehr als im Vorjahr - fühlen sich an ihrer aktuellen Arbeitsstätte
wohl. Gleichzeitig sieht sich mehr als zwei Drittel einer hohen oder
sehr hohen physischen, immerhin knapp die Hälfte einer hohen oder
sehr hohen körperlichen Belastung im Job ausgesetzt. Das muss kein
Widerspruch sein: "Wenn jemand die eigene Tätigkeit als erfüllend
ansieht und für entsprechenden Ausgleich sorgt, wird auch ein höheres
Stresslevel toleriert", so Dr. Dieter Traub, CEO des
Personalunternehmens Orizon, das die bevölkerungsrepräsentative
Befragung alljährlich in Auftrag gibt. Das persönliche
Stressempfinden ist individuell verschieden. Was für die Einen ein
normales Arbeitspensum zu sein scheint, setzt die Anderen bereits
massiv unter Strom. Den größten Stress bereiten laut Orizon
Arbeitsmarktstudie 2016 zu viele Aufgaben bei zu wenig Personal,
Ärger mit Vorgesetzten oder Kollegen sowie Lärm am Arbeitsplatz. Doch
egal, wo die eigene Belastungsgrenze liegt: Dauerhafter Stress kann
krank machen. Das bekommen Betroffene durch Symptome wie chronische
Kopfschmerzen oder seelische und psychische Erschöpfung zu spüren,
die sogar zum Burn-Out oder zu Depressionen führen kann. Umso
bedeutsamer ist es, ganz bewusst Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Einfach mal an die frische Luft?
Laut Orizon Arbeitsmarktstudie 2016 dienen den Arbeitnehmern vor
allem bewusste Entspannungs- und Erholungsphasen in ihrer Freizeit
als Stresskiller Nummer eins. Über die Hälfte der Befragten gibt an,
auf diese Weise die Belastung am Arbeitsplatz auszugleichen. Gesunde
Ernährung sowie ausreichend Bewegung und Sport sind für mehr als zwei
Drittel ebenfalls von großer Bedeutung. Rund 40 Prozent suchen aber
auch die direkte Kommunikation mit ihren Vorgesetzten, um
entsprechende Probleme offen zu thematisieren. Neben eigener
Initiative werden auch von Seiten der Arbeitgeber Maßnahmen
angeboten, um Belastungen zu reduzieren.
Arbeitgeber setzen auf flexible Arbeitszeitmodelle
Nach Einschätzung der über 2.000 Befragten sind flexible
Arbeitszeitmodelle das oberste Mittel der Wahl ihres Arbeitgebers, um
Stress am Arbeitsplatz zu verhindern. Auf dem zweiten und dritten
Platz rangieren die Maßnahmen "ergonomische Arbeitsplätze und
-geräte" - rund 17 Prozent können auf entsprechende Angebote
zurückgreifen - sowie "Kontrollmechanismen zur Einhaltung von
Arbeitszeiten und Pausen" mit knapp 15 Prozent. Doch allen
Bestrebungen der Unternehmen und der öffentlichen Aufmerksamkeit für
das Thema zum Trotz: Knapp die Hälfte der Arbeitgeber ergreift aus
Sicht der befragten Arbeitnehmer gar keine Maßnahmen, um Stress zu
begrenzen. Hier besteht offenbar noch großer Handlungsbedarf in
deutschen Büros und Werkshallen.
Hintergrundinfos zur Studie
Die Orizon GmbH hat 2016 zum fünften Mal die Studie "Arbeitsmarkt
- Perspektive der Arbeitnehmer" durchgeführt. An der
bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung nahmen 2.067
Arbeitnehmer und Arbeitsuchende in Deutschland teil. Durchgeführt
wurde die Studie von dem unabhängigen Marktforschungs- und
Analyseunternehmen Lünendonk GmbH. Zur Gewährleistung der
Repräsentativität wurden vorgegebene Quoten über die
soziodemographischen Merkmale Alter, Geschlecht, Schulbildung und
Bundesland etabliert. Verzerrungen wurden durch Gewichtung
aufgehoben. Die Gewichtung erfolgte nach Mikrozensus.
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Datum: 26.04.2017 - 10:32 Uhr
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