Bankgebühren: Mit dem Kreditinstitut auf Augenhöhe
Dass die Institute mehr Geld für ihre Leistungen verlangen, ist zunächst einmal verständlich. Schließlich müssen sie selbst für ihre Einlagen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Negativzins von minus 0,4 Prozent zahlen. Da das Thema Negativzins ? von den Instituten meist als ?Verwahrgebühr? bezeichnet ? sehr negativ belastet ist, sind Gebührenerhöhungen der vermeintlich leichtere Weg. In der Diskussion sind vor allem die Gebühren für Privatkunden. Doch Firmenkunden sind davon mindestens genauso stark betroffen. Während sich aber Private etwa über die FMH-Finanzberatung, die Konditionen von Girokonten in ganz Deutschland miteinander vergleicht, einen Überblick verschaffen können, ist das für kleine und mittelständische Kunden schwieriger. Hier seien die Konditionen sehr viel individueller, sagt ein Sprecher der BW-Bank in Stuttgart. So werden auch hier keine konkreten Zahlen genannt, nur so viel: In Verbindung mit dem Girokonto für Privat- und Unternehmenskunden wird ein kostenloses Tagesgeldkonto ?BW-Cash? angeboten.
Generell erheben immer mehr Banken eine Gebühr für das Girokonto und sorgen somit für ein monatliches Minus auf dem Kontoauszug ihrer Kunden. Postbank, HypoVereinsbank, die meisten Sparkassen und viele Volks- und Raiffeisenbanken haben solche ?Anpassungen? vorgenommen. Andere, wie die Commerzbank, werben zwar noch mit einem kostenlosen Girokonto, berechnen aber für jede Überweisung in Papierform 1,50 Euro. Bei der Postbank kostet das klassische Konto seit November 3,90 Euro. Für jede Transaktion mit Beleg kommen 99 Cent dazu. Manche Sparkassen sowie Volks- und Raffeisenbanken verlangen auch Gebühren für Daueraufträge, Lastschriften und Kartentransaktionen. Andere, wie die Sparkasse Jena oder die VR-Bank Ostholstein Nord, berechnen sogar für beleglose Online-Überweisungen 19 oder 20 Cent. Besonders weit ging die Volksbank-Raffeisenbank Niederschlesien. Sie zahlt zwar auf das Tagesgeld noch 0,01 Prozent Zinsen. Dafür verlangt sie aber pro Monat eine Kontogebühr von mindestens fünf Euro.
Kunden sollten Gebühren nicht widerspruchslos hinnehmen. Das gilt vor allem für Unternehmen, die schon seit Jahrzehnten enge Verbindungen zu ?ihrer? Hausbank halten, von ihr Kredite bekamen und ihr die Treue hielten, auch wenn manch anderes Institut mit attraktiveren Zinsen lockte. ?Wenn Gebührenerhöhungen angekündigt werden, sollte man den Brief nicht weglegen, sondern reagieren?, sagt Ecovis-Wirtschaftsprüfer Peter-Jürgen Hickmann aus München. Die Chancen, dass die Erhöhung rückgängig gemacht wird, stehen gut, wenn nachträglich Geschäftsbedingungen geändert werden, so wie das einige Bausparkassen machen. In einem anderen Fall hat das Landgericht Düsseldorf Anfang Januar entschieden, dass die Sparda-Bank West ihr Girokonto nicht mehr als ?kostenlos? bewerben darf, weil sie für die zugehörige Girocard (früher EC-Karte) ein Entgelt von zehn Euro im Jahr verlangt. ?Damit ist dem Versuch, Kosten zu verstecken oder durch die Hintertür einzuführen, eine klare Absage erteilt worden?, sagt Peter Breun-Goerke, zuständig für den Finanzmarkt bei der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs in Bad-Homburg.
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren Urteilen Gebühren für einzelne Dienstleistungen eingeschränkt oder für unzulässig erklärt. So müssen Institute ihren Kunden einen kostenlosen Kontoauszug zur Verfügung stellen und dürfen keine zusätzliche Gebühr erheben, wenn zum Beispiel eine EC- oder Kreditkarte kaputtgeht.
Natürlich dürfen Banken für ihre Leistungen Entgelte verlangen. Angesichts schwindender Erträge sind sie sogar dazu gezwungen. Doch selbst wenn das rechtens ist, haben Kunden Möglichkeiten, Änderungen zu bewirken. Sie können etwa ihr Nutzungsverhalten ändern und ein für sie günstigeres Kontomodell wählen. Auch die vollständige Umstellung auf Online-Konten ist meist günstiger. ?Besonders gut ist die Verhandlungsposition, wenn ein Unternehmen schon lange Kunde ist und auch andere Leistungen in Anspruch nimmt?, erläutert Rainer Priglmeier, Unternehmensberater bei Ecovis in Dingolfing: Denn solche Kunden verliert die Bank ungern.
Durch die Umschichtung auf das Sparbuch oder Termingeldkonten lassen sich ebenfalls Gebühren senken. Der Nachteil: Das sind Sparprodukte, und dafür müssen Kündigungsfristen eingehalten werden. Geld steht im Bedarfsfall also nicht sofort zur Verfügung. ?Erst wenn gar nichts anderes geht, sollte in Verhandlungen auch die Möglichkeit eines Bankwechsels erwähnt werden?, rät Hickmann. Es gibt sogar noch Institute, die kostenlose Girokonten anbieten.
Stressfrei umziehen
Ab 18. September 2017 sind Banken per Gesetz verpflichtet, dem Kunden den Wechsel zu einem anderen Kreditinstitut zu erleichtern. Sie müssen alle regelmäßigen Buchungen des umzugswilligen Kunden wie Daueraufträge oder Lastschriften an die neue Bank übermitteln. Diese muss anschließend die Zahlungspartner ? Versicherungen, Vermieter oder Vereine ? über die neue Bankverbindung informieren.
Peter-Jürgen Hickmann, Wirtschaftsprüfer bei Ecovis in München
Rainer Priglmeier, Unternehmensberater bei Ecovis in Dingolfing
Das Beratungsunternehmen Ecovis unterstützt mittelständische Unternehmen. In Deutschland zählt es zu den Top 10 der Branche. Etwa 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in den mehr als 100 deutschen Büros sowie weltweit in Partnerkanzleien in über 60 Ländern. Ecovis betreut und berät Familienunternehmen, inhabergeführte Betriebe sowie Freiberufler und Privatpersonen. Um das wirtschaftliche Handeln seiner Mandanten nachhaltig zu sichern und zu fördern, bündelt Ecovis die nationale und internationale Fach- und Branchenexpertise aller Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und Unternehmensberater. Jede Ecovis-Kanzlei kann auf diesen Wissenspool zurückgreifen.
Darüber hinaus steht die Ecovis Akademie für fundierte Ausbildung sowie für kontinuierliche und aktuelle Weiterbildung. All dies gewährleistet, dass die Beraterinnen und Berater ihre Mandanten vor Ort persönlich gut beraten.
www.ecovis.com
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Das Beratungsunternehmen Ecovis unterstützt mittelständische Unternehmen. In Deutschland zählt es zu den Top 10 der Branche. Etwa 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in den mehr als 100 deutschen Büros sowie weltweit in Partnerkanzleien in über 60 Ländern. Ecovis betreut und berät Familienunternehmen, inhabergeführte Betriebe sowie Freiberufler und Privatpersonen. Um das wirtschaftliche Handeln seiner Mandanten nachhaltig zu sichern und zu fördern, bündelt Ecovis die nationale und internationale Fach- und Branchenexpertise aller Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und Unternehmensberater. Jede Ecovis-Kanzlei kann auf diesen Wissenspool zurückgreifen.
Darüber hinaus steht die Ecovis Akademie für fundierte Ausbildung sowie für kontinuierliche und aktuelle Weiterbildung. All dies gewährleistet, dass die Beraterinnen und Berater ihre Mandanten vor Ort persönlich gut beraten.
www.ecovis.com
Datum: 11.05.2017 - 13:41 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1490356
Anzahl Zeichen: 6784
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Finanzwesen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 481 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bankgebühren: Mit dem Kreditinstitut auf Augenhöhe"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
ECOVIS AG Steuerberatungsgesellschaft (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Mittelstandsberatungen Ecovis und RTS werden ab dem 1. Januar 2025 untereinem gemeinsamen Markendach auftreten. Damit stärken sie ihre Präsenz und Expertise in Südwestdeutschland und bieten ihren Mandanten ein erweitertes Leistungsspektrum. Während RTS-Mandanten künftig Zugang zu einem der
Landwirtschaftliches Vorkaufsrecht: Wann gilt ein Verpächter als Landwirt- ...
Wenn Eigentümer Grundstücke an Nichtlandwirte verkaufen wollen, können Landwirte ein Vorkaufsrecht geltend machen. Wer jedoch im Sinne des Gesetzes als Landwirt gilt, ist immer wieder Gegenstand verschiedener gerichtlicher Auseinandersetzungen. Ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs sorgt
Tarifermäßigung für Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft: Verlängerung der Erleichterungen bis 2028 ...
Die Bundesregierung hat die Tarifermäßigung bis 2028 verlängert und schafft damit Entlastung für die Landwirtschaft. Sie reagiert damit auf die Proteste der Landwirtinnen und Landwirte im vergangenen Winter gegen die geplante Streichung der Agrardiesel-Vergünstigung. Was die Maßnahmen für lan
Weitere Mitteilungen von ECOVIS AG Steuerberatungsgesellschaft
EN Storage: Anleger müssen diese neuen Termine beachten ...
Gläubiger der EN Storage GmbH (Herrenberg) können nun bis zum 19. Juli 2017 ihre Forderungen anmelden. Die ursprüngliche Frist wurde um eine Woche verlängert. Zudem berief das Amtsgericht Stuttgart für die Inhaber-Teilschuldverschreibungen 2016/2018, 2016/2019 und 2016/2021 eine Gläubigervers
Lebhafter Jahresauftakt ...
Die Konjunktur hat im IHK-Bezirk Heilbronn-Franken im 1. Quartal 2017 an Kraft gewonnen. Ungeachtet aller politischen Sorgen sind die Lageurteile der befragten Unternehmen auf ein neues Allzeithoch geklettert. In nahezu allen Branchen ist eine deutliche Verbesserung festzustellen. Die Industrie be
Wachstumsschub im Jubiläumsjahr ...
Gute Nachrichten vom Software-Unternehmen BSI Business Systems Integration AG: Das Unternehmen konnte seinen Umsatz im 20. Geschäftsjahr um 13%auf CHF 47 Mio. steigern (Vorjahr: 41.6 Mio.). 22 neue Mitarbeiter helfen mit, die 17 Neukunden erfolgreich zu bedienen. Nach 20 Jahren
INNOVATIONSPREIS-IT - Digitale Unterschrift gehört zu den besten Lösungen ...
Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) kann mit einer technischen Innovation bei der diesjährigen Preisverleihung der ?Initiative Mittelstand" überzeugen. ?Die Digitale Unterschrift ermöglicht einen durchgängig papierlosen Angebots-und Antragsprozess. Entscheidend dabei ist di




