50 Jahre Fußball auf einen Blick: HPI-Studenten erhalten Marianne-Englert-Preis (FOTO)
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(ots) -
Für ihre Software, die über ein Dutzend Internet-Quellen zum Thema
Fußball intelligent miteinander verknüpft, sind zwei Studenten des
Hasso-Plattner-Instituts (HPI) mit dem Marianne-Englert-Preis
ausgezeichnet worden. Der Verein für Medieninformation und
Mediendokumentation (vfm) vergibt diese Auszeichnung jährlich an
herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit
Fragestellungen der Informationsgesellschaft befassen. Die Anwendung
der HPI-Informatiker Julian Risch und Moritz Finke (beide 25) setzt
unter anderem Tweets, Wetterdaten und Online-Videos aus den letzten
50 Jahren Fußballgeschichte zueinander in Beziehung und leitet daraus
Fakten und Statistiken ab.
"Durch die historische Vollständigkeit der Daten können wir
Statistiken abrufen, die ansonsten nur sehr schwer zu generieren
sind", weiß Informatiker Risch. So lasse sich beispielsweise
blitzschnell ermitteln, dass in der Zeit zwischen der ersten
Bundesliga-Saison 1963/64 und der Saison 2011/12 Matthias Scherz die
meisten Tore nach der Einwechslung erzielte (insgesamt 19), Jürgen
Kreyer mit 6,23 Karten pro Spiel der strengste Schiedsrichter war und
Borussia Dortmund in der Saison 1995/1996 die meisten Tore in der
ersten Halbzeit erzielte (insgesamt 32).
"Es gibt zum Fußball zwar viele verschiedene Datenquellen, aber
die Informationen sind fast immer unstrukturiert und können nicht
ohne Weiteres verknüpft werden", erklärt Risch. Unstrukturierte Daten
wie beispielsweise journalistische Online-Artikel und Beiträge in den
sozialen Medien folgen keinem fest vorgegebenen Format und müssen
daher speziell aufbereitet werden, bevor sie automatisiert
ausgewertet werden können. Im Rahmen ihres Studienprojekts führen
Risch und Finke unter anderem YouTube-Videos, Statistiken,
Twitter-Nachrichten, Magazinartikel und die Daten des Deutschen
Wetterdienstes zusammen.
"Die besondere Schwierigkeit liegt darin, dass die Bezeichnungen
sehr verschieden sein können. Unsere Software muss zum Beispiel
erkennen, dass Christiano Ronaldo häufig mit CR7 abgekürzt wird und
sich die Informationen auf ein und dieselbe Person beziehen", so
Finke. Um eine Datengrundlage für die jeweiligen Querverbindungen zu
erstellen, greifen die beiden Informatiker auf die DBpedia zurück:
Dieses Gemeinschaftsprojekt des Hasso-Plattner-Instituts und mehreren
anderen Universitäten extrahiert strukturierte Informationen aus
internationalen Wikipedia-Artikeln. Der Datenbestand des HPI-Projekts
umfasst insgesamt 575 Mannschaften, 21.000 Spiele und 40.000 Spieler
aus der Champions League sowie der 1. und 2. Bundesliga.
Beide Wissenschaftler können sich auch sinnvolle Verknüpfungen mit
vielen weiteren Datenquellen vorstellen: "Es wäre beispielsweise
möglich, die Einwohnerzahl des Geburtsortes mit in die Statistiken
einzubeziehen. Mittels Geodaten kann ermittelt werden, in welchen
Städten oder Ländern bestimmte Spieler oder Teams besonders
erfolgreich sind", sagt Finke. Besonders beim Frauenfußball bestehe
die Möglichkeit, viele Statistiken erstmalig zu erstellen, da der
Informationsumfang dort bisher vergleichsweise gering sei. "Leider
erlauben es viele der von uns genutzten Quellen aus
urheberrechtlichen Gründen nicht, dass die so gewonnenen
Informationen auch veröffentlicht werden", bedauert Finke.
Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut
Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands
universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering
(https://hpi.de). Mit dem Bachelor- und Master-Studiengang
"IT-Systems Engineering" bietet die Digital Engineering Fakultät der
Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders
praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium an, das
von derzeit rund 500 Studierenden genutzt wird. Bei den
CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI
School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für
Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich
240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI zwölf
Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und
Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - in
seinen IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für
Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und
Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen
und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme.
Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter
Innovationen für alle Lebensbereiche.
Pressekontakt:
Pressestelle: presse@hpi.de
Christiane Rosenbach, Tel. 0331 5509-119, christiane.rosenbach@hpi.de
und Felicia Flemming, Tel. 0331 5509-274, felicia.flemming@hpi.de
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Datum: 22.05.2017 - 12:43 Uhr
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