Neue Westfälische (Bielefeld): Schüler kritisieren zentrale Englischklausur in NRW
Prüfung auf dem Prüfstand
Carolin Nieder-Entgelmeier
ID: 1491977
haben in der zentralen Englischprüfung der Zehntklässler landesweit
für Verzweiflung gesorgt. Sollte es stimmen, dass die Aufnahmen der
Aufgabe zum Hörverstehen technisch so schlecht waren, dass sie selbst
von Muttersprachlern kaum zu verstehen waren, dann sollte das
Schulministerium den Schülern eine Neuauflage der Prüfung
ermöglichen. Allerdings nicht verpflichtend, sondern freiwillig,
damit die Schüler, die nicht wiederholen wollen, keinem zusätzlichen
Stress ausgesetzt werden. Die Frage ist wichtig, weil die Note der
Prüfung zu 50 Prozent in die Abschlussnote einfließt und so auch
darüber entscheidet, welchen Ausbildungsplatz die Absolventen
bekommen und ob Schüler die gymnasiale Oberstufe besuchen dürfen. Das
Schulsystem ist zwar durchlässig, Schüler können auch ohne
sogenannten "Q-Vermerk" Abitur machen. Allerdings nicht am Gymnasium.
Es geht also um mehr als eine Klausurnote. Eine pauschale Anhebung
der Prüfungsergebnisse aller Schüler oder das Herausnehmen einzelner
Aufgaben reicht daher nicht aus, um Fairness zu ermöglichen, weil
davon auch Schüler profitieren würden, die sich nicht auf die Prüfung
vorbereitet haben. Das Schulministerium muss die Aufgaben nun genau
untersuchen, denn nur mit Belegen sollte eine Prüfung neu angesetzt
werden. Klausuren neu schreiben zu lassen, nur weil sie Schüler zu
schwer finden, wäre ein fatales Signal nach dem Motto: Man muss nur
laut genug protestieren, dann darf man noch mal.
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Datum: 22.05.2017 - 21:00 Uhr
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