120. DeutscherÄrztetag
Ärztetag fordert Gesundheitsunterricht an Schulen
ID: 1493172
in Freiburg hat eine frühzeitige Förderung der Gesundheit und der
gesundheitlichen Kompetenzen im Kindes-und Jugendalter gefordert.
"Kinder und Jugendliche sollen körperliche und seelische Prozesse
besser verstehen und Kenntnisse sowie die Motivation zu einer
gesundheitsförderlichen Lebensführung erlernen", heißt es in einer
Entschließung des Ärzteparlaments. Um dieses Ziel zu erreichen,
schlägt die Ärzteschaft eine Reihe von Maßnahmen vor. So sollen
gesundheitsrelevante Themen in die Ausbildung von Lehrern und
Erziehern sowie in die schulischen Lehrpläne aufgenommen werden.
Denkbar seien projektbezogener Unterricht, eigene
Unterrichtseinheiten sowie ein eigenes Schulfach "Gesundheit". Der
Ärztetag forderte die Kultusministerkonferenz dazu auf, die
entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Schon jetzt
unterstützen mehrere Landesärztekammern in strukturierten Programmen
Schulen beim gesundheitsbezogenen Unterricht. Auf diese ärztliche
Expertise könne weiter zurückgegriffen werden. In einigen
Bundesländern stünden hierfür bereits strukturierte Programme und
Lernmaterialien zur Verfügung. An allen Schulen sollte im Lehrplan
das Fach "Gesundheit und Prävention" ab der ersten Jahrgangsstufe bis
zum Schulabschluss eingeführt werden. Angesichts der zunehmenden Zahl
übergewichtiger Kinder sollten neue Leistungsbewertungen im
Schulsport als Alternativen zu Zensuren etabliert werden. Priorität
müsse die Stärkung der Bewegungsfreude von Kindern und Jugendlichen
haben. In einer weiteren Entschließung forderten die Delegierten von
der Bundesregierung die Einsetzung eines Kinder- und
Jugendbeauftragten. Die Delegierten begründeten dies damit, dass in
Deutschland nach wie vor Kinderrechte verletzt würden. Gesundheit und
Bildung von Kindern seien abhängig vom Sozialstatus der Eltern.
Besonders deutlich werde dies bei Kindern aus Flüchtlingsfamilien und
bei Kindern ohne gültige Papiere. Sie hätten nur eingeschränkten
Zugang zu Gesundheits- und Bildungsleistungen, kritisierte der
Ärztetag. "Ein Bundeskinderbeauftragter soll das allgemeine
Bewusstsein für die Rechte aller in Deutschland lebenden Kinder und
Jugendlichen stärken und dazu beitragen, dass deren Wohlergehen von
Staat und Gesellschaft als Kernaufgabe wahrgenommen wird", heißt es
in der Entschließung des Ärzteparlamentes.
Die 250 Delegierten des Deutschen Ärztetages beraten bis Freitag
gesundheits-, berufs- und sozialpolitische Themen. Folgen Sie der
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Datum: 25.05.2017 - 15:32 Uhr
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