120. DeutscherÄrztetag: Zusammenfassung II #Glyphosat #Heilpraktikerwesen #Flüchtlinge

120. DeutscherÄrztetag: Zusammenfassung II

#Glyphosat #Heilpraktikerwesen #Flüchtlinge

ID: 1493181
(ots) - Freiburg, 25.05.2017 -

Es ist noch immer unklar, ob Glyphosat die Gesundheit schädigt.
Die Weltgesundheitsorganisation stuft das Pestizid als wahrscheinlich
krebserzeugend ein. Zum Schutz der Bevölkerung fordert der 120.
Deutsche Ärztetag das Bundesministerium für Bildung und Forschung
auf, die Risiken von Pestiziden, insbesondere von Glyphosat, weiter
zu erforschen. Notwendig seien aufgrund der unzureichenden und
widersprüchlichen Datenlage langfristige, industrieunabhängige
Studien.

Heilpraktikerwesen reformieren

Der 120. Deutsche Ärztetag forderte eine Reform des
Heilpraktikerwesens. Der Gesetzgeber müsse alle invasiven Maßnahmen
sowie die Behandlung von Krebserkrankungen vom zulässigen
Tätigkeitsumfang von Heilpraktikern ausschließen. Bei Krankheiten,
die vermutlich über eine Befindlichkeitsstörung hinausgehen, müsse
der Heilpraktiker den Kranken zum Arzt schicken. Heilpraktiker übten
"keinen Gesundheitsfachberuf" aus, stellten die Ärztetags-Delegierten
fest. Sie stünden somit außerhalb der sonst im Gesundheitswesen
geltenden Anforderungen an klar definierte fachliche Qualifikationen
auf der Basis fundierter Standards und an eine hohe Qualität und
Sicherheit in der Patientenversorgung. Es sei gerade "das zentrale
Merkmal des Heilpraktikerwesens, außerhalb geltender Standards und
allgemein anerkannter Wirksamkeitsmechanismen tätig werden zu
dürfen."

Abschiebung von Flüchtlingen

Außerdem hat der Ärztetag bekräftigt, dass stationär
behandlungsbedürftige Flüchtlinge nicht reisefähig sind und
dementsprechend nicht abgeschoben werden dürften. Er fordert darüber
hinaus Rechtssicherheit auch für die behandelnden Ärzte.

Einsatz für türkische Kollegen

Mit Sorge hat der 120. Deutsche Ärztetag den Prozess gegen den


Arzt Dr. Sedar Küni in der Türkei zur Kenntnis genommen. Der 120.
Deutsche Ärztetag forderte die Bundesregierung auf, sich dafür
einzusetzen, dass der Revisionsprozess gegen den Vertreter der
türkischen Menschenrechtsstiftung nach rechtsstaatlichen Grundsätzen
geführt werde. Auch die Unabhängigkeit medizinischer Versorgung ohne
Ansehen der Person müsse gewahrt bleiben. Die Delegierten baten den
Vorstand der Bundesärztekammer auch, sich für bessere Haftbedingungen
für die beiden türkischen Kollegen Dilay Banu Büyükavci und Dr. Sinan
Aydin sowie ihre Mitangeklagten einzusetzen. Sie stehen auf Antrag
der Türkei in Deutschland vor Gericht.

Die 250 Delegierten des Deutschen Ärztetages beraten bis Freitag
gesundheits-, berufs- und sozialpolitische Themen. Folgen Sie der
Bundesärztekammer unter #daet17 auch auf Twitter und halten Sie sich
über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden. Weitere
Informationen zum 120. Deutschen Ärztetag: http://www.bundesaerztekam
mer.de/aerztetag/120-deutscher-aerztetag-2017/



Pressekontakt:
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