EU-Abgeordnete stimmenüber wichtigstes europäisches Instrument für den Klimaschutz ab
ID: 1494364
Umweltstiftung WWF (WWF) und des Umweltdachverbands Deutscher
Naturschutzring (DNR)
Der Umweltausschuss im Europäischen Parlament hat heute für mehr
Klimaschutz in den Sektoren Verkehr, Landwirtschaft und Gebäude
gestimmt. Mit dem Votum könnten bis 2030 400 Millionen Tonnen CO2 im
Vergleich zum Kommissionsvorschlag eingespart werden. Das wäre ein
wichtiger Fortschritt. Die Kommission hatte ein unrealistisches
Startniveau für die Verringerung von Treibhausgasen vorgeschlagen
sowie zahlreiche Tricks eingebaut, mit denen Mitgliedstaaten ihre
Klimabilanz schönrechnen können.
"Die Entscheidung ist ein erster Schritt in Richtung einer
ehrlichen europäischen Klimaschutzpolitik. Für einen klimaneutralen
Umbau aller Wirtschaftsbereiche, wie sie das Pariser Klimaabkommen
von uns verlangt, reicht sie aber bei weitem nicht aus. Dazu brauchen
wir dringend eine Überarbeitung der europäischen Klimaziele", sagt
Florian Schöne, Generalsekretär des Umweltdachverbands Deutscher
Naturschutzring.
"Der Umweltausschuss hat sich heute gegen die schwache Vorlage der
Kommission gestellt und so ein Zeichen für mehr Klimaschutz gesetzt.
Die EU steht in der Pflicht, ihre Zusagen zum Pariser Klimaabkommen
einzuhalten - gerade in Zeiten, in denen andere Staaten sich
womöglich vor ihrer Verantwortung drücken. Nun gilt es die zu
geringen europäischen Klimaziele schnellstmöglich anzuheben", meint
Kristin Reißig, Klimaexpertin beim WWF.
Die sogenannte Lastenteilung ("Effort-Sharing") legt
Klimaschutzziele für die Mitgliedstaaten fest. Die wichtigsten
betroffenen Sektoren sind Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft und
Abfall. Sie verursachen zusammen 60 Prozent der europäischen
Treibhausgasemissionen, damit ist das Effort-Sharing neben dem
Emissionshandel das wichtigste europäische Klimaschutzinstrument.
Voraussichtlich im Juni wird das Plenum über die endgültige
Position des Europäischen Parlaments zum Effort-Sharing abstimmen. Am
19. Juni wollen die europäischen Umweltminister eine Einigung über
das Effort-Sharing erzielen. Anschließend beginnen Verhandlungen
zwischen Rat, Parlament und Kommission.
Pressekontakt:
Deutscher Naturschutzring, Antje Mensen, Referentin für EU-Klima- und
Energiepolitik, 030/6781775-86, antje.mensen@dnr.de
WWF Deutschland, Kristin Reißig, Referentin für europäische
Klimapolitik, 030/311777214, kristin.reissig@wwf.de
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Datum: 30.05.2017 - 11:17 Uhr
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