Viele soziale Aufsteiger unter den Professoren der Ingenieurwissenschaften und der Informatik
Zwei Erhebungen, zum einen unter den Professoren der Leitungsgremien des Fakultätentagsverbundes 4ING und zum zweiten unter den Professorinnen und Professoren der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an der RWTH Aachen, zeigen ein erstaunliches Ergebnis. Bei der ersten Stichprobe hatten von 64%, bei der zweiten von 63% der Befragten beide Elternteile nicht studiert. Bei beiden Erhebungen haben alle Befragten geantwortet.
Die Erhebungen zeigen, dass Durchlässigkeit in den Ingenieurwissenschaften in breitem Maße praktiziert wurde und auch noch derzeit praktiziert wird. "Die Haltung in der Nachkriegszeit war oft, mein Kind soll studieren, damit es ihm besser geht", so Prof. Müller von der TU München, der Vorsitzende des Fakultätentagsverbundes 4ING. Prof. Hill vom Soziologischen Institut der RWTH weist auf die sozialen Auswirkungen hin: "Wir brauchen eine offene Gesellschaft, da nur über den sozialen Aufstieg der Nachwuchs und die soziale Integration gesichert werden kann." Prof. Nagl aus der Informatik betont die hohe Bedeutung der Ingenieurleistungen für die Volkswirtschaft: "Die wirtschaftliche Bedeutung der sozialen Durchlässigkeit wird bei Weitem unterschätzt. Wir müssen dieses Potenzial auch in Zukunft nutzen." Beide Professoren der RWTH haben die Untersuchung an der RWTH durchgeführt und die Studie verfasst.
Es gibt aber keinen Grund, sich in Zufriedenheit zurück zu lehnen. Die obigen Untersuchungen zeigen auch, dass der Anteil sozialer Aufsteiger in den letzten 40 Jahren von 71 auf 43% abgenommen hat. Hierfür gibt es z. T. naheliegende Gründe, z. B. dass der Anteil von Arbeitern und Bauern, aus denen die Aufsteiger kommen, geschrumpft ist, oder dass soziale Aufsteiger keine direkten Nachkommen haben können, die soziale Aufsteiger sind.
"Bereits die demographische Entwicklung stellt eine große Gefahr dar, da der derzeitige Bestand an Ingenieuren und Informatikern in der Zukunft nicht gesichert ist. Wenn dann die große Gruppe der sozialen Aufsteiger schrumpft, so ist energisches Handeln geboten", so Prof. Schmachtenberg, der Rektor der RWTH, die die eine Untersuchung an der RWTH finanziell unterstützt hat. Er ist auch der neue Präsident von TU9, dem Zusammenschluss der führenden Technischen Universitäten.
Obige Untersuchungen sind ein Auftakt zu einer größeren Aktivität von 4ING zu den Themen "Verborgene Talente für die Ingenieurwissenschaften" oder "Durchlässigkeit der Bildungssysteme". Hierzu wird 4ING am 20. Mai 2010 in Berlin mit befreundeten Organisationen eine Konferenz durchführen.
Der Bericht zu beiden obigen Untersuchungen ist im Web von 4ING in der Rubrik "Veröffentlichungen" verfügbar. Dort finden sich demnächst auch Hinweise zu der Veranstaltung in Berlin.
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der Dachverein „Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten“ (4ING) vertritt 130 Fakultäten, Fachbereiche und Abteilungen an Universitäten und Technischen Universitäten in Deutschland. Diese stellen mehr als 90% des universitären Studienangebotes bereit in den Fächern Bauingenieurwesen, Geodäsie; Maschinenbau, Verfahrenstechnik; Elektrotechnik, Informationstechnik sowie Informatik.
Prof. Dr. Gerhard Müller
Vorsitzender 4ING
Techn. Universität München
Arcisstr. 21
80333 München
Telefon: 089-289-28348
Telefax: 089-289-28665
E-mail: gerhard.mueller(at)bv.tu-münchen.de
Datum: 04.01.2010 - 18:05 Uhr
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