Studie: Regulierung des Glücksspielmarktes am Ziel vorbei / Deutscher Lottoverband fordert kohärente Gesamtreform
ID: 1494666
kommen gleich drei namhafte Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die
aktuelle Glücksspielregulierung in Deutschland dringend und umfassend
reformiert werden muss. Der renommierte Wettbewerbsökonom Prof. Dr.
Justus Haucap, der Sportrechtswissenschaftler Prof. Dr. Martin Nolte
und der Suchtforscher Prof. Dr. Heino Stöver kommen nach
gemeinschaftlicher Evaluierung des geltenden
Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV) zu dem Schluss, dass das aktuelle
Regelwerk nicht geeignet ist, einen wirksamen Spieler- und
Verbraucherschutz sowie eine effektive Suchtbekämpfung zu erreichen.
Auch von den Länderchefs geplanten Änderungen würden diesen Umstand
nicht verbessern.
Der Deutsche Lottoverband (DLV) spricht sich ebenfalls für eine
gesamtkohärente Regulierung aus, die alle Glücksspielbereiche
umfasst. "Die Studie untermauert unsere Forderungen", so
DLV-Präsident Norman Faber. "Wir haben bereits 2007, vor der
Unterzeichnung des 1. Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV), vor den
verheerenden Auswirkungen auf Lotto, u.a. für die Sportförderung
gewarnt".
Tatsächlich sind den Ländern infolge der Regelungen des GlüStV
seit 2008 jährlich bis zu 2-3 Mrd. Euro an Steuern und Zweckerträgen
entgangen, die u. a. für die Förderung von Breitensport, Wohlfahrt
und Kultur hätten eingesetzt werden können.
Faber warnt vor dem weiteren Rückgang der Steuereinnahmen im
Bereich der Lotterien. "Der Lotteriemarkt verliert, auch weil
Lotterien heute mehr denn je in Konkurrenz zu anderen Glücksspielen
stehen." Während die Lotterieumsätze in Deutschland seit Einführung
des GlüStV um 26 % von rd. 10 auf 7,3 Mrd. Euro einbrachen, sind sie
in anderen europäischen Ländern in den vergangenen acht Jahren um bis
zu 64 % gestiegen. "Die völlig überzogenen Werbe- und
Vertriebsbeschränkungen der Lotterien müssen endlich abgeschafft
werden; gleichzeitig müssen Veranstaltung und Vertrieb von
gemeinnützigen Lotterien erleichtert werden. Nur mit einer
rechtskonformen kohärenten Gesamtlösung für alle Glücksspiele können
die Lotterieumsätze gesichert und wieder gesteigert werden."
Der Glücksspielexperte Dr. Luca Rebeggiani (Universität Hannover)
hatte in einem bereits in 2010 veröffentlichten Wirtschaftsgutachten
prognostiziert, dass die Bundesländer durch angemessene und
gefahrenadäquate Lockerung der Werbung und des Vertriebs der aktuell
überregulierten Lotterien fast 3 Milliarden Euro an zusätzlichen
Steuern, Zweckerträgen und sonstigen Einnahmen pro Jahr generieren
könnten. Sein Appell blieb von den Regierungen der Länder bisher
ungehört.
Pressekontakt:
Deutscher Lottoverband
Tel.: 040/89 00 39 69
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Datum: 30.05.2017 - 19:02 Uhr
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