Weser-Kurier: Kommentar von Markus Petersüber Inklusion
ID: 1495985
auch erkannt: Die Inklusion ist kein Selbstläufer und wird nur schwer
zu stemmen sein. Ob bei dieser Erkenntnis die Ergebnisse der
Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen eine
Rolle gespielt haben, ist reine Spekulation. Dennoch ist es kein
Ausweg, als Eingeständnis des bisherigen Scheiterns den langfristigen
Erhalt der Förderschulen - wie es zum Beispiel die AfD will - zu
fordern. Denn Deutschland hat sich immerhin in einer UN-Konvention
dazu bekannt, das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht
behinderten Kindern zu ermöglichen.
Da hinkt die Bundesrepublik bisher weit hinterher. In kaum einem
anderen Land der Welt wurden in der Vergangenheit Behinderte so
leichtfertig in Förderschulen abgeschoben wie hier. Nur knapp ein
Drittel aller behinderten Kinder besucht zwischen Füssen und
Flensburg eine Regelschule. In anderen europäischen Ländern ist das
anders. Italien zum Beispiel - inspiriert durch die Pädagogik von
Maria Montessori - kommt seit vierzig Jahren fast komplett ohne
Förderschulen aus.
Inklusion ist richtig und wichtig. Sie wird aber nicht zum
Nulltarif zu haben sein. Wer sich wie die Bundesrepublik dem
gemeinsamen Lernen verpflichtet hat, der muss auch die Konsequenzen
ziehen und die Schulen entsprechend ausstatten: räumlich und
personell. Es ist ein Hohn, dass laut einer aktuellen Umfrage nur 16
Prozent der Lehrer ihre Schule als barrierefrei bezeichnen. Selbst
für die einfachste Form der Inklusion, dem gemeinsamen Unterricht mit
körperbehinderten Kindern, sind die Voraussetzungen längst noch nicht
geschaffen. Inklusion ist kein Sparprogramm. Sie benötigt noch für
Generationen hohe Investitionen in die Schulen. Doch am Ende werden
alle davon profitieren: sowohl die behinderten als auch die nicht
behinderten Kinder.
Pressekontakt:
Weser-Kurier
Zentraldesk
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de
Original-Content von: Weser-Kurier, übermittelt durch news aktuell
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 01.06.2017 - 20:11 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1495985
Anzahl Zeichen: 2291
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Bremen
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 306 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Weser-Kurier: Kommentar von Markus Petersüber Inklusion"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Weser-Kurier (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz hat das deutsche Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz begrüßt: "Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum können erheblich sein. Daran besteht kein Zweifel", sagte der Chefökonom d
Banaszak: Grüne wollen Borkum-Abkommen verhindern ...
Der Parteichef der Grünen, Felix Banaszak, sieht sich durch Entscheidung des Bundesrats, keine Stellungnahme zum Gesetzes über ein Unitarisierungsabkommen mit den Niederlanden im Rahmen der geplanten Gasförderung vor Borkum abzugeben, bestätigt: "Ich halte es weiterhin für notwendig, dass
Neue Nato-Vorgaben: Der Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschuss, Thomas Röwekamp (CDU), spricht sich für eine allgemeine Dienstpflicht aus ...
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages, der Bremer CDU-Abgeordnete Thomas Röwekamp, spricht sich im "WESER-KURIER" (Bremen) wegen der neuen Nato-Vorgaben zur künftigen Truppenstärke der Bundeswehr für eine allgemeine Dienstpflicht aus. "Aus meiner Si
Weitere Mitteilungen von Weser-Kurier
Südwest Presse: Kommentar zur Löschung von Hassbotschaften im Internet ...
Die Selbstverpflichtung der Internetriesen gegen Hassbotschaften im Netz zeigt Wirkung. Das ist die gute Nachricht in der Untersuchung, die die EU-Kommission in Auftrag gegeben hat. Die schlechte: Nach wie vor stehen Migranten und Menschen mit sexuellen Identitäten, die nicht den gängigen Erwa
Lausitzer Rundschau: Es geht auch um das Leben der anderen Schärfere Regeln beim Impfen ...
Künftig müssen Kitas den Gesundheitsämtern melden, wenn Eltern die vorgeschriebene Impfberatung für ihr Kind verweigern. Der Vorstoß von Gesundheitsminister Hermann Gröhe ist überfällig. Und ja, er könnte ruhig noch drastischer ausfallen: Eine Impfpflicht, wie sie in anderen Staaten gilt, w
Lausitzer Rundschau: Nicht immer ist Baaske schuld Tausende Abiturienten schreiben Mathe-Prüfung nach ...
Brandenburgs Lehrer gehen gern auf die Straße, um mehr Entlastung und ein höheres Gehalt zu fordern. Und in der Regel machen sie auch einen guten Job - was vom Potsdamer Bildungsministerium schon oft genug durch nicht durchdachte Reformen, durch schlechte Verwaltungsleistungen und Behördenchao
Lausitzer Rundschau: Die vorerst letzte große Föderalismusreform Neue Bund-Länder-Finanzierung ...
Die Kritik von Norbert Lammert (CDU), mit der am Donnerstag beschlossenen Neuregelung des bundesstaatlichen Finanzausgleichs laufe Deutschland "sehenden Auges in einen Zentralstaat", ist weit übertrieben. Auch müsste der Bundestagspräsident bei den eigenen Leuten vorstellig werden.




