NABU: Amerika gegen den Rest der Welt - Deutschland und EU müssen jetzt Zugpferd für weltweiten Klimaschutz sein
ID: 1496032
befürchtet wurde, ist nun wahr geworden: Die Vereinigten Staaten von
Amerika kündigen das Pariser Klimaschutzabkommen auf. Dazu
NABU-Präsident Olaf Tschimpke:
"Der Ausstieg der USA ist eine dunkle Stunde für den Klimaschutz,
keine Frage. Die weltweit größte Wirtschaftsmacht verabschiedet sich
damit vom gemeinsamen Plan zur Rettung unseres Planeten - das reißt
Lücken."
Dennoch sieht der NABU-Präsident auch Chancen in der heutigen
Entscheidung: "Mit seiner Haltung steht Trump zunehmend allein auf
weiter Flur. Als Leugner des Klimawandels, der blind auf die
sinkenden Schiffe Öl und Kohle vertraut, ist er schon längst
international isoliert. Die Weltgemeinschaft hat sich auf den
richtigen Weg gemacht: Ein Staat nach dem anderen steigt aus der
Kohle aus und erneuerbare Energien sind weltweit auf dem Vormarsch.
Mit dem Ausscheiden der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen wird
die Weltgemeinschaft in der Klimapolitik nur noch enger
zusammenrücken, getreu dem Motto: Jetzt erst recht." Wermutstropfen,
so Tschimpke, sei jedoch, dass der weltweite Kampf gegen den
Klimawandel noch nicht schnell genug gehe. "Deutschland und die EU
sind nun gefordert, sich zum Zugpferd des weltweiten Klimaschutzes
aufzuschwingen. Jetzt gelten keine Ausreden mehr."
Mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl sieht Tschimpke die
kommende Bundesregierung in der Pflicht. "Deutschland braucht endlich
einen gesetzlich geregelten Plan zum Kohleausstieg. Kohle erzeugt
zwar 40 Prozent unseres Stroms, ist gleichzeitig aber für 80 Prozent
der CO2-Emissionen verantwortlich. Doch dem notwendigen Ausstieg hat
sich die aktuelle Bundesregierung bislang strikt verweigert. Damit
hechelt sie ihren globalen Verpflichtungen hinterher und lässt auch
die Bürger in den deutschen Kohleregionen im Ungewissen. Dabei liegen
Lösungen für einen sozialverträglichen, wirtschaftlich machbaren
Kohleausstieg längst auf dem Tisch."
NABU-Studie zu Ausstiegsszenarien aus der Kohle:
http://ots.de/mn6Qq
Pressekontakt:
Sebastian Scholz, NABU-Klimaschutzexperte, mobil: 0172-4179727,
E-Mail: Sebastian.Scholz@NABU.de, Twitter: www.twitter.com/NABU_Klima
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Datum: 02.06.2017 - 06:52 Uhr
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