Dem Arbeitgeber droht die Entmündigung
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Nach den Vorstellungen der EU soll in Zukunft eine "Routineüberwachung" individueller E-Mails oder der Internetnutzung von Arbeitnehmern verboten werden, ebenso die Kontrolle ausdrücklich als privat gekennzeichneter Inhalte, gleichgültig ob die private E-Mail-Nutzung erlaubt oder untersagt ist. "Die Pläne der Europäischen Union sind eine Zeitbombe sowohl für mittelständische als auch für grössere Unternehmen. Sie sollte schnellstens entschärft werden. Professor Barthon hat Recht: Es träte eine existenzbedrohende Situation ein, wenn beispielsweise Betriebsgeheimnisse wie Konstruktionspläne, Kostenkalkulationen oder sogar Informationen über neue Produkte versehentlich oder gar bewusst ins Netz gelangen und dem Arbeitgeber dann die Hände gebunden sind bei der Gefahrenabwehr. So kann er seinen Pflichten aus dem KonTraG nicht nachkommen", kommentiert der Bonner Rechtsanwalt Marcus Mingers von der Kanzlei Mingers & Land http://justus-online.de.
Beim derzeitigen Risikomanagement und Controlling nutzen viele deutsche Unternehmen entsprechende Filtertechnologien, um die Internetaktivitäten von Mitarbeitern sowie ein- und ausgehende E-Mails zu überwachen. Diese Filtertechnik ermöglichen es, zum Beispiel E-Mail-Anhänge mit verdächtigen Inhalten zu blockieren oder zu garantieren, dass vertrauliche Dokumente nur verschlüsselt versendet werden können. Offensichtlich werde in dem massgeblichen Papier der Kommission davon ausgegangen, dass der Einsatz solcher Technologien den Arbeitnehmer in seinem Persönlichkeitsrecht nachhaltig beeinträchtig", schreibt der Wirtschafts- und Medienrechtler Barthon. "Arbeitnehmerrechte sollten geschützt und gewahrt werden. Dies darf aber nicht einseitig zu Lasten des Arbeitgebers gehen. Wenn es genügt, E-Mails lediglich als privat zu deklarieren, um sie damit jeglicher Kontrolle einfach zu entziehen, dann ist die Gefahr des Missbrauchs gross. Die EU-Pläne würden den Arbeitgeber dann praktisch entmündigen", warnt Mingers.
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Datum: 18.04.2005 - 09:52 Uhr
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