Oettinger fordert Gutscheine zur digitalen Weiterbildung
ID: 1504178
sein, fordert EU-Kommissar Günther Oettinger Bildungsgutscheine für
alle und Investitionen in Höhe von 500 Milliarden Euro in die
digitale Infrastruktur. Nein sagt der EU-Kommissar zum
bedingungslosen Grundeinkommen.
"Digitalisierung, Automatisierung und Globalisierung lassen sich
nicht aufhalten, wohl aber gestalten. Daher muss es uns gelingen, die
Trends für möglichst alle Menschen begreifbar zu machen und sie in
diesen Dingen weiterzubilden", sagt Günther Oettinger im Interview
mit dem DUB UNTERNEHMER-Magazin, das am 13. Juli erscheint. Deshalb
fordert der EU- Haushaltskommissar Gutscheine zur digitalen
Weiterbildung für alle. Bildung soll Ängste nehmen und "eine
Gegenbewegung zu Populismus, Protektionismus und Nationalismus"
initiieren. "Diese leben ja von der Angst vor Veränderung durch
Automation, Digitalisierung, Globalisierung", so Oettinger weiter.
Der Haushaltskommissar beklagt, dass aktuell noch viel zu wenige
Tarifverträge Zeit zur digitalen Weiterbildung vorsähen. "Ich hoffe,
das ändert sich bald. Heruntergebrochen auf den Kern des Problems
aber benötigen wir Weiterbildungsgutscheine für alle."
Ohnehin sieht Oettinger in Sachen Wettbewerbsfähigkeit der EU
gegenüber den Digitalisierungsschrittmachern aus den USA und Asien
dringenden Handlungsbedarf. "Eine leistungsfähige digitale
Infrastruktur, die keine nationalen und regionalen Grenzen mehr
kennt, ist die wichtigste Investition unserer Generation." Man müsse
in Europa etwa 500 Milliarden Euro in Glasfasernetze und
5G-Technologie investieren. "Wir brauchen eine Verdopplung der
Installationsmasten, ansonsten schaffen wir das nicht und bleiben in
Sachen Datentransport stehen. Denn die Datenmengen werden künftig
explodieren. Um hier Grenzen und Blockaden zu überwinden, braucht es
eine klare, europäische Digitalstrategie", so der EU-Politiker
In der Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen stellt sich
Oettinger gegen prominente Wirtschaftsverteter wie etwa Siemens-CEO
Joe Kaeser, Telekom-Chef Timotheus Höttges oder dm-Gründer Götz
Werner, die sich vor dem Hintergrund der digitalen und
gesellschaftlichen Transformation in unterschiedlichen Modellen für
dieses neue Sozialsystem aussprechen. "Die im Zuge einer solchen
Einführung jährlich anstehenden Verhandlungen, ob man das
Grundeinkommen nun um drei, um fünf oder um zehn Prozent aufstocken
sollte, würde den Staat in zunehmenden Maße finanziell
handlungsunfähig machen", so der EU-Haushaltskommissar. Zudem würden
der zweitältesten Bevölkerung der Welt Motivationsanreize fehlen. Es
bestünde die Gefahr, dass der Innovationsmotor gelähmt werde.
Hintergrund: DUB UNTERNEHMER ist das Magazin zur digitalen
Transformation. Es erscheint zweimonatlich in einer Gesamtauflage von
knapp 300.000 Exemplaren am Kiosk, als Bordexemplar am Flughafen
sowie als Supplement in "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche".
Titelthema der aktuellen Ausgabe, die am 13. Juli am im Handel
erscheint, ist Künstliche Intelligenz und wie sie unser Leben heute
und morgen verändert. Zur Zielgruppe von DUB UNTERNEHMER zählen
Unternehmer, Führungskräfte und Investoren.
Mehr Informationen zum Thema Digitalisierung können auf dem
Mittelstandsportal Deutsche Unternehmerbörse abgerufen werden:
www.dub.de.
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Redaktion JDB MEDIA GmbH
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Datum: 27.06.2017 - 10:05 Uhr
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