Deutsche AIDS-Hilfe: Ehe für alle ist ein guter Anfang
ID: 1505955
rechts / Es bleibt viel zu tun für Akzeptanz / Nächstes überfälliges
Ziel: Reform des Transsexuellengesetzes
Zum Beschluss des Bundestages, die Ehe allen Menschen zu öffnen,
erklärt Björn Beck vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe:
"Die Ehe für alle ist ein historischer Meilenstein und ein Grund
zu großer Freude. Der Bundestag hat damit auch ein lange überfälliges
Signal setzt: Niemand darf aufgrund seiner sexuellen Orientierung
benachteiligt werden. Doch es bleibt viel zu tun für eine
Gesellschaft, in der jeder Mensch respektiert wird - unabhängig von
sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität und auch von der
Frage, ob jemand heiraten möchte oder nicht. Rechtliche
Gleichstellung ist ein wunderbarer Anfang, Akzeptanz und
Selbstverständlichkeit der Vielfalt sind das Ziel!"
Die Deutsche AIDS-Hilfe dankt allen, die sich Jahrzehnte lang für
Gleichberechtigung stark gemacht haben - insbesondere dem Vorkämpfer
Volker Beck, dessen unermüdliches Engagement sich nun auf den letzten
Metern seiner letzten Legislaturperiode ausgezahlt hat.
"Der heutige Durchbruch war nur möglich durch eine starke
Bewegung!", betont Björn Beck.
Niemanden ausschließen
Noch lange nicht verabschiedet ist hingegen die überfällige Reform
des Transsexuellengesetzes (TSG), die Trans*-Menschen das
herabwürdigende Prozedere auf dem Weg zur rechtlichen Anerkennung
ihres Geschlechts ersparen könnte - wie es unter anderem der
Europarat fordert. Auch in dieser Frage bremsen konservative Kräfte
seit vielen Jahren zulasten der persönlichen Freiheit und der
Gesundheit von Menschen. Auch in dieser Frage hat das
Bundesverfassungsgericht bereits diskriminierende Regelungen
untersagt. Auch in dieser Frage geht es quälend langsam voran.
"Eine demokratische Gesellschaft darf niemanden aufgrund seines
Lebensentwurfs ausschließen oder benachteiligen. Dieses Motto gilt es
in allen gesellschaftlichen Fragen ernst zu nehmen, auch und gerade
mit Blick auf geschlechtliche Identität und Sexualität. Jeder Mensch
hat ein Recht, ganz selbstverständlich sein Leben zu leben", betont
Björn Beck.
Diskriminierung schadet der Gesundheit
Während wir heute die einstige Utopie der Ehe-Öffnung feiern, hat
sie zugleich neue Angriffe vonseiten der neuen Rechten hervorgerufen.
Schon seit einigen Jahren haben sich homo- und trans*feindliche
Strömungen gebildet, die Emanzipationserfolge zurückdrehen wollen,
Lebensentwürfe nicht nur von LSBTI* verunglimpfen und sich gegen
Antidiskriminierungsarbeit in Schulen einsetzt. Die AfD geht hier
voran. Aber die homo- und trans*phoben Bestrebungen finden auch in
etablierten Parteien Beifall.
Diskriminierung und Herabwürdigung fügen dabei noch immer dem
Wohlbefinden und der Gesundheit vieler Menschen schweren Schaden zu.
Die Folge sind psychische Erkrankungen, ein erhöhtes Sucht- und
Suizidrisiko sowie eine höhere Gefahr, sich mit HIV zu infizieren.
Appell zum Schutz von Recht und Freiheit
"Die heutige Öffnung der Ehe ist auch eine klare Absage an
reaktionäre Bestrebungen von rechts und aus der katholischen Kirche",
sagt Björn Beck. "Die Mehrheit der Menschen in Deutschland will eine
offene und pluralistische Gesellschaft, in der sich jeder Mensch nach
seiner Fasson entwickeln kann und Schutz genießt."
Um dies zu betonen, hat die Deutsche AIDS-Hilfe gemeinsam mit
zahlreichen LSBTI*-Organisationen unter der Überschrift "Die Vielfalt
ist ein sicherer Ort für alle" einen Appell zum Schutz von Recht und
Freiheit veröffentlicht.
www.vielfalt-fuer-alle.org
www.aidshilfe.de
Pressemitteilung der Bundesvereinigung Trans*:
http://bit.ly/2sm2URP
Pressekontakt:
Deutsche AIDS-Hilfe
Holger Wicht
Pressesprecher
Tel. 030 69 00 87 -16
holger.wicht@dah.aidshilfe.de
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Datum: 30.06.2017 - 11:01 Uhr
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