Neu aufgetauchter Schädling verschärft Hungersnot in Kenia
Der Fall Armyworm zerstört den Brotkorb des Landes und ist schwer aufzuhalten
Schulspeisenprojekt Kisumu (Kenia)(firmenpresse) - (Kaufering, 10.07.17) Kenianische Kontakte der deutschen humanitären Hilfsorganisation LandsAid berichten von massiven Problemen der Landwirte in Kenia. Sie kämpfen gegen den Fall Armyworm, der im ostafrikanischen Land erstmals Ende Dezember 2016 gesichtet wurde. Besonders heftig verbreitet er sich im Südwesten Kenias, der als Brotkorb des Landes gilt. 20 Prozent der Nahrungsmittel – vor allem Mais – werden hier produziert. Dadurch wird die Hungersnot im Norden des Landes weiter verstärkt. Dort leiden die Menschen noch immer unter der letzten Dürreperiode. Die Versorgung wird durch zu erwartenden Ernteausfälle nun noch schwieriger.
„Es begann im Mai. Der Wurm zerstört den Mais am Tag und in der Nacht. […] Er ist wirklich sehr gefährlich, jede Woche zerstört er einen Acre der Fläche (Anmerkung: das entspricht 4.046 qm). Meine halbe Ernte wurde durch den Befall zerstört“, so Conslate Rose, eine Kauffrau und Landwirtin aus Sega (Siaya District). Eine Motte legt in vier Tagen bis zu 2.000 Eier, aus denen nach nur kurzer Zeit wieder Würmer schlüpfen. Diese fressen die Blätter der Pflanzen ab und zerstören sie dadurch. Gerade die schnelle Verbreitung macht den Wurm so gefährlich.
„Wir versuchen die Hungernot in Kenia durch Schulessen zu mindern und unterstützen mit einer Partnerorganisation vor Ort in Kisumu lokale Initiativen. Die Lebensmittelpreise sind gestiegen und so können sich viele Familien kaum noch Essen leisten. Über Schulspeisen versuchen wir zumindest eine Mahlzeit am Tag zu gewährleisten“, erklärt Hans Musswessels, Vorsitzender LandsAid e.V.
Die Regierung Kenias bemüht sich, die Ausbreitung der Plage zu verhindern. Sie verteilt Pestizide an die Landwirte und subventioniert den Mais. Die Wirksamkeit der Pflanzenschutzmittel ist jedoch umstritten. Durch die häufige Verwendung steigt zudem die Gefahr der falschen Nutzung und es können sich Resistenzen bilden. Die Pflanzen könnten darüber hinaus so stark belastet werden, dass sie zum Verzehr nicht mehr geeignet sind.
„Das Land ist schon durch den Kampf gegen die Folgen der Wetterextreme, also lange Dürreperioden gefolgt von heftigen Regenfällen, geschwächt. Der Wurm wird jetzt das Fass zum Überlaufen bringen. Die kenianische Regierung braucht schnelle und nachhaltige Antworten. Laut der Daily Nation wurden letztes Jahr in Südafrika 300.000 Hektar Feld durch den Wurm zerstört“, fügte Musswessels hinzu.
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Datum: 10.07.2017 - 17:01 Uhr
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Freigabedatum: 10.07.2017
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