Deutsche Umwelthilfe geht rechtlich gegen Recyclinglüge von Getränkedosenherstellern vor

Deutsche Umwelthilfe geht rechtlich gegen Recyclinglüge von Getränkedosenherstellern vor

ID: 1512348
(ots) - Der Dosenlobbyverband "Forum Getränkedose" führt
Verbraucher durch falsche Recyclingversprechen in die Irre -
Aluminium und Weißblech können nicht unendlich oft und ohne
Materialverluste recycelt werden - DUH mahnt Dosenverband ab und
fordert sofortigen Stopp der Verbrauchertäuschung - DUH empfiehlt
Verbrauchern den Griff zur regionalen Mehrwegflasche

Stahl und Aluminium aus Getränkedosen können nicht unendlich oft
ohne Materialverluste recycelt und im Kreislauf geführt werden. Dies
ist das Ergebnis wissenschaftlicher Recherchen der Deutschen
Umwelthilfe (DUH). Beim Recycling von Getränkedosen kommt es zu
Metallverlusten, die bis zu zehn Prozent pro Recyclingvorgang
betragen können. Werbeslogans des deutschen Lobbyverbandes der
Getränkedosenhersteller "Forum Getränkedose" sollen Verbrauchern
jedoch den Eindruck eines unendlichen Recyclingkreislaufs vorgaukeln.
Durch falsche Aussagen, wie zum Beispiel "egal wie häufig die Metalle
recycelt werden, es geht kein einziges Gramm des wertvollen
Rohstoffes verloren", werden Verbraucher gezielt getäuscht. Auch
Aussagen, Getränkedosen seien "unendlich recyclebar" und könnten
"immer wieder für jeden möglichen Einsatzzweck verwendet werden",
sind falsch.

Die DUH fordert den Dosenlobbyverband "Forum Getränkedose" auf,
bis zum 2. August 2017 eine strafbewehrte Unterlassungserklärung
abzugeben und die rechtswidrige Praxis zu beenden. Dadurch soll
sichergestellt werden, dass das "Forum Getränkedose" Verbrauchern in
Zukunft keine Werbelügen zum Recycling von Getränkedosen mehr
auftischt.

"In den vergangenen Monaten versuchten die Hersteller von
Getränkedosen, ihr ökologisches Schmuddel-Image mit falschen
Werbeaussagen zum angeblich unendlichen Recycling von Stahl und
Aluminium aufzubessern. Die Werbelügen sind an Dreistigkeit kaum zu


übertreffen, weil sie kaschieren sollen, dass Getränkedosen zu den
umweltschädlichsten Getränkeverpackungen zählen. Dosen sind nicht nur
energie- und ressourcenintensiv in der Herstellung, sondern
verursachen durch ihre geringe Verpackungsgröße ganz besonders viel
Müll", sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Zu den konkreten Werbelügen der Dosenindustrie erklärt Resch: "Da
bei jedem Recyclingvorgang Verluste auftreten, reduziert sich die
Menge des zurückgewonnenen Sekundärmetalls. In der Folge kann eine
bestimmte Menge Getränkedosen nicht unendlich oft recycelt werden.
Zudem können Getränkedosen auch nicht für jeden möglichen
Einsatzzweck verwendet werden. Wegen Legierungsbestandteilen oder
Verunreinigungen, die sich praktisch nicht mehr aus dem Aluminium
entfernen lassen, scheidet der Einsatz des Materials für besonders
hochwertige Produkte und Verpackungen aus."

Unabhängige Ökobilanzen des Umweltbundesamtes und eine von
Dosenherstellern selbst in Auftrag gegebene Studie beim Heidelberger
IFEU-Institut bestätigen die ökologischen Nachteile von
Getränkedosen. Wiederbefüllbare Mehrwegflaschen sind die deutlich
umweltfreundlichere Getränkeverpackung. "In Zeiten knapper werdender
Ressourcen sollten Mehrweg- statt Einweggetränkeverpackungen
verwendet werden. Denn durch jede Wiederbefüllung wird die aufwendige
Neuproduktion einer Wegwerfverpackung eingespart", erklärt Thomas
Fischer, Leiter der DUH-Kreislaufwirtschaft. Verbraucher, die ihre
Getränke aus umweltfreundlichen Verpackungen trinken wollen, sollten
zu regionalen Mehrwegflaschen greifen.

Eine 0,5 Liter Glas-Mehrwegflasche für Bier mit 450 km
Transportweg weist bereits nach zwei Wiederbefüllungen eine bessere
Klimabilanz auf, als eine Weißblechdose mit demselben Füllvolumen.
Durch die energieintensive Herstellung von Getränkedosen werden
besonders viel fossile Rohstoffe verbrannt und der Klimawandel
angeheizt.

Nach Aussagen von Getränkedosenherstellern bestehen Getränkedosen
zur Hälfte aus Neumaterial. "Von einem geschlossenen
Recyclingkreislauf für Getränkedosen kann keine Rede sein. Die
Dosenproduktion in Deutschland ist ein Ressourcengrab, weil immer
wieder neue Rohstoffe hineingepumpt werden müssen. Zur Förderung von
Aluminiumerz werden vor allem in Brasilien, Australien und China
ganze Landstriche umgegraben und hochgiftige
Industrienebenerzeugnisse freigesetzt", kritisiert Fischer.

Links:

Weiterführende Informationen zu Getränkeverpackungen:
http://ots.de/ymetu

Screenshot Webseite "Forum Getränkedose":
http://l.duh.de/p170719



Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
0171 3649170, resch@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
030 2400 867 43, 0151 18256692, fischer@duh.de

DUH-Pressestelle:
Andrea Kuper, Ann-Kathrin Marggraf
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de, www.twitter.com/umwelthilfe, www.facebook.com/umwelthilfe

Original-Content von: Deutsche Umwelthilfe e.V., übermittelt durch news aktuell

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Datum: 19.07.2017 - 11:01 Uhr
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