FREIE WÄHLER fordern Wiedereinführung der Meisterpflicht - CSU lehnt ab
ID: 1512954
Meisterpflicht abgeschafft. Daraufhin kam es in vielen betroffenen
Gewerken zu großen Problemen: Neue Unternehmen - oft gar nicht oder
nur schlecht qualifiziert - schossen wie Pilze aus dem Boden, während
die Zahl der Meister- und Ausbildungsbetriebe zahlenmäßig stark
abnahm. "Die Abschaffung der Meisterpflicht für derart viele Berufe
war ein schwerer Fehler", erklärt Johann Häusler,
mittelstandspolitischer Sprecher der FREIEN WÄHLER im bayerischen
Landtag. Die Qualität der erbrachten Arbeit leide seitdem erheblich -
zum Ärger vieler Kunden, kritisiert der Abgeordnete aus dem
schwäbischen Wertingen.
Außerdem beklagten die Handwerkskammern einen dramatischen
Rückgang der Ausbildungszahlen - die gingen bei Berufen ohne
Meistervorbehalt um 30 Prozent zurück, die Zahl der Meisterprüfungen
um 57 Prozent. Bei Berufen mit Meisterpflicht sank die Zahl der
Ausbildungen und Meisterprüfungen hingegen nur um rund 17 Prozent.
Besonders große Probleme gebe es bei einem Teil der Fliesen- und
Estrichleger sowie Beton- und Terrazzoherstellern, weiß Häusler. So
sei im Fliesenhandwerk die Zahl der Meisterschüler um 80 Prozent
zurückgegangen. In diesen und vielen weiteren Berufen muss nach
Überzeugung der FREIEN WÄHLER die Meisterpflicht wiedereingeführt
werden - schon um die Qualitätsmängel bei vielen Anbietern ohne
Meisterprüfung abzustellen.
Häusler: "Der Meistervorbehalt ist ein tragender Baustein des
Verbraucherschutzes, deshalb darf es nicht sein, dass dieser nur noch
bei den sogenannten gefahrengeneigten Berufen gilt." Das deutsche
System der Meisterbetriebe und der eng damit verknüpften dualen
Berufsausbildung sei weltweit anerkannt. Zudem habe Deutschland im
internationalen Vergleich eine der geringsten
Jugendarbeitslosigkeitsquoten. "Wir sollten dieses erfolgreiche
System deshalb selbstbewusst ausbauen - anstatt es gegen ständige
Angriffe aus Brüssel verteidigen zu müssen. Es ist bezeichnend, dass
die angeblich so mittelstandsfreundliche CSU unseren Antrag heute
ablehnte", sagt Häusler.
Hinweis: Den erwähnten Dringlichkeitsantrag finden Sie hier:
https://is.gd/gqekBF
Pressekontakt:
Der Pressesprecher der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion
im Bayerischen Landtag
Dirk Oberjasper, Maximilianeum, 81627 München
Tel. 089 / 4126 - 2941, dirk.oberjasper@fw-landtag.de
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Datum: 20.07.2017 - 14:55 Uhr
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