"Tagespflege wachsen lassen, um Angehörige zu entlasten" / bpa fordert nach Fachveranstaltung bessere Entwicklungschancen für die Tagesbetreuung von Pflegebedürftigen
ID: 1514857
mehr als 100 überwiegend private Träger und Betreiber von
Tagespflegeeinrichtungen mit der Entbürokratisierung der
Pflegedokumentation beschäftigt. "Die Tagespflege ist einer der
großen Wachstumsbereiche in der Pflege. Gerade private
Pflegeunternehmer gründen derzeit zahlreiche neue Einrichtungen in
Bayern und entlasten damit pflegende Angehörige", so der
Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer
Dienste e.V. (bpa) Kai A. Kasri. Die Tagespflege sei für viele
Familien wichtig, um trotz der Pflege eines Verwandten weiter
arbeiten oder eigene Verpflichtungen wahrnehmen zu können.
Bei der Fachveranstaltung des bpa und der ARGE Tagespflege in
Bayern, an der Bayerns ehemalige Sozialministerin Christa Stewens
sowie die frühere Ombudsfrau zur Entbürokratisierung der Pflege
Elisabeth Beikirch teilnahmen, beschäftigten sich die Fachleute mit
der "Strukturierten Informationssammlung" (SIS). Diese schlanke Form
der Pflegedokumentation wurde von Fachleuten im Auftrag der
Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Trägerverbänden entwickelt
und kommt in der ambulanten und stationären Pflege sowie aktuell auch
in der Tagespflege bereits zunehmend zum Einsatz. "Damit müssen die
Pflegefachkräfte auch in der Tagespflege weniger Zeit für die
Dokumentation aufwenden und können sich intensiver um die Pflegegäste
kümmern", erklärt Kasri.
Seitens des bayerischen Gesundheits- und Pflegeministeriums
informierte der Abteilungsleiter für Pflege und Prävention, Dr.
Bernhard Opolony, über die Förderfähigkeit des demenzgerechten
Ausbaus von Tagespflegen.
Der Tagespflege müssten weitere Fesseln abgenommen werden, damit
sie so stark wachsen könne, wie sie derzeit von pflegenden
Angehörigen nachgefragt werde, sagt der Leiter der bayerischen
bpa-Landesgeschäftsstelle Joachim Görtz. "Wir brauchen endlich einen
landesweiten Rahmenvertrag, der für einheitliche Standards in der
Tagespflege sorgt." Bisher blockierten die Pflegekassen mit
praxisfernen Vorgaben aber eine sinnvolle Einigung. "Hier werden
Betriebsgrößen und Strukturen vorgegeben, die den Betrieb einer
Tagespflege nur bei einer Überbelegung wirtschaftlich machen. Das
verhindert unternehmerisches Engagement, bremst das Angebot gerade in
ländlichen Regionen und lässt am Ende die pflegenden Familien im
Regen stehen", kritisiert Görtz.
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
1.100 in Bayern) die größte Interessenvertretung privater Anbieter
sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 24,2 Milliarden Euro.
Pressekontakt:
Für Rückfragen: Joachim Görtz, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle,
Tel.: 089/890 44 83 20, www.bpa.de
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Datum: 27.07.2017 - 09:13 Uhr
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