Weser-Kurier:Über die Parksituation in Bremen schreibt Jürgen Hinrichs:
ID: 1515716
Parkhaus Mitte abzureißen, um der Innenstadt in Verbindung mit den
umliegenden Gebäuden durch neue Bauten und Passagen den lang
erhofften Schub zu geben, dreht sich die Diskussion stark um den
einen Punkt: Wohin mit den Autos? Es sind mehr als 1000 Stellplätze,
die durch den Abriss wegfallen würden. Doch wäre das schlimm? Nein,
überhaupt nicht, und es muss deshalb auch kein Ersatz gesucht werden.
Das Problem mit den Parkplätzen in der Bremer Innenstadt ist
nicht, dass es zu wenige gibt. Das Problem ist, dass es zu viele
sind. Sie belegen in bester Lage wertvolle Flächen, die anders
genutzt werden sollten. Wochentags stehen in manchen Parkhäusern
ganze Etagen leer. Und selbst an einem Sonnabend zur besten
Einkaufszeit leuchtet an keinem Eingang zu den Hochgaragen die rote
Ampel. Das kommt allenfalls an wenigen Tagen in der Adventszeit vor.
Bremen hat im Vergleich zu ähnlich großen Städten wie Nürnberg und
Leipzig deutlich mehr Parkplätze in der City. Mehr Parkplätze, aber
weniger Geschäfte und weniger Kunden, wie die Zahlen zeigen. Absurd.
Würde man einige Parkhäuser herausnehmen, böte das neben dem
Gewinn an Fläche auch die Chance, Straßen anders zu behandeln, auf
denen man zu den Garagen gelangt. Sie könnten zurückgebaut werden
oder, wie die Knochenhauerstraße, zur Fußgängerzone umgewidmet
werden. Parkplätze wären dann immer noch genug da, und es kommen
sogar neue hinzu. Gerade wird vor dem Bahnhof eine große Tiefgarage
gebaut. Und wenn der neue ZOB erst einmal da ist - gut, das dauert
noch, viel zu lange - gehört ein Parkhaus dazu, so ist es zumindest
geplant.
Grundsätzlich sollten in Zukunft in der Innenstadt andere
Qualitäten im Vordergrund stehen als die Erreichbarkeit für den
Individualverkehr. Eine City für Fußgänger vor allem, Plätze und
Wege, die in Beziehung zueinander stehen und ein Ganzes schaffen.
Autos sind deshalb nicht out, sie sollten aber am Rand bleiben.
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Datum: 30.07.2017 - 16:55 Uhr
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