Westfalenpost: Kommentar zum Eier-Skandal
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gestern im Skandal um die mit dem Insektenvernichtungsmittel Fipronil
verseuchten Eier verbal auf die Empörungs-Bremse getreten. Die
Situation sei unter Kontrolle, sagte eine Sprecherin. Und eine andere
ergänzte: "Sie können also unbeschadet Eier essen, hoffentlich."
Hoffentlich? Vertrauen bildende Maßnahmen sehen anders aus. Es gibt
noch viele offene Fragen bei dieser Lebensmittel-Affäre - die ja
nicht die erste ihrer Art ist. Zum Beispiel: Wozu wurden belastete
Eier weiterverarbeitet? Oder: Welche Betriebe in Deutschland haben
das Milbenbekämpfungsmittel am Ende tatsächlich eingesetzt? Die Zahl
ist ja in den vergangenen Tagen rapide gestiegen. Es geht hier nicht
um Panik. Wahrscheinlich (hoffentlich!) wird niemand ernsthafte
gesundheitliche Probleme erleiden, es sei denn, er nähme jetzt
massenhaft belastete Eier zu sich. Aber: Erstens gehört das Gift
nicht in die Eier. Und zweitens hat der Umgang mit dem Skandal die
Verbraucher eher verunsichert, als ihr Vertrauen in unsere
Institutionen zu stärken. Wenn etwa das Bundesinstitut für
Risikobewertung sagt, eine gesundheitliche Gefährdung sei nicht
gegeben, andere Behörden aber warnen, dass Kleinkinder die Eier nicht
essen sollten, wundert sich der geneigte Kunde und steht ziemlich
ratlos vor dem Eierregal. Es wäre schön, wenn dieser Skandal ein paar
positive Folgen zeitigen würde. Die Kommunikation der Behörden etwa
ist stark verbesserungswürdig. Und wenn sich am Ende mehr Verbraucher
Gedanken darüber machen würden, wie Lebensmittel industriell
produziert werden, kann das auch nicht schaden. Hoffentlich.
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Datum: 03.08.2017 - 20:51 Uhr
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