Rheinische Post: Bundesregierung: Fast jeder Vierte arbeitet im Mini-Job
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Ende 2016 ein Mini-Jobber. Das geht aus der Antwort der
Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die
der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Montagausgabe)
vorliegt. Demnach waren Ende 2016 nach den letztverfügbaren Daten der
Bundesagentur für Arbeit (BA) 7,63 Millionen Menschen in einem
geringfügigen Beschäftigungsverhältnis tätig. Das seien 23 Prozent
aller abhängig Beschäftigten, heißt es in dem Papier. Knapp 60
Prozent oder über drei Millionen der Mini-Jobber waren der
Regierungsantwort zufolge Frauen. Zudem waren 22 Prozent der
Mini-Jobber älter als 60 Jahre. Damit stieg der Anteil der Älteren
mit geringfügiger Beschäftigung 2016 um 48 Prozent gegenüber dem
Stand von 2006. Allein die Zahl der Mini-Jobber im Rentenalter über
65 Jahre kletterte um 38 Prozent im Vergleich zu 2006 auf über eine
Million zehn Jahre später. Dem Papier zufolge arbeiteten Mini-Jobber
im Schnitt 11,8 Wochenstunden. Ihr durchschnittlicher
Bruttostundenlohn habe 2014 nach den letztverfügbaren Daten bei 9,40
Euro gelegen. "Minijobs sind unsicher, niedrig entlohnt und führen zu
Minirenten. Sie sind eine Falle besonders für Frauen", sagte
Linken-Politikerin Jutta Krellmann.
Kontext
Mini-Jobs bis zu der zulässigen Monats-Entgeltgrenze von 450 Euro
sind für Beschäftigte weitgehend abgaben- und steuerfrei. Seit 2013
sind Mini-Jobber rentenversichert, doch können sie sich auf Antrag
von der Versicherungspflicht befreien lassen, wovon sehr viele
Arbeitnehmer Gebrauch machen. Der Arbeitgeber führt einen pauschalen
Beitrag zur Kranken- und Rentenversicherung plus Lohnsteuer zwischen
25 und 30 Prozent des Bruttolohns ab, daraus ergibt sich für den
Arbeitnehmer aber kein Versicherungsschutz. Kritik an den über sieben
Millionen Mini-Jobs wurde immer wieder laut: Sie seien ein Mittel zur
Lohndrückerei und erhöhten die Altersarmut, da durch sie keine
Rentenansprüche erworben werden.
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Datum: 07.08.2017 - 00:00 Uhr
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