Personal in Pflegeheimen: Starre Fachkraftquote ist nicht zeitgemäß / bpa fordert ehrlichen Dialog über innovative Konzepte in der Pflege statt starrer Fachkraftquote
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Bremen und monatelang unbesetzter Fachkraftstellen fordern private
Pflegeunternehmen eine realistische Debatte über die
Aufgabenverteilung im Pflegealltag. "Mit Denkverboten und dem
Beharren auf einer inzwischen oftmals unrealistischen Fachkraftquote
kommen wir nicht weiter", warnt der Bremer Landesvorsitzende des
Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Sven
Beyer.
"Eine 50-prozentige Fachkraftquote ist wissenschaftlich nicht
unterfüttert; trotzdem legen sich hier in Bremen Träger einen
freiwilligen Belegungsstopp auf, wenn sie die Quote unterschreiten",
so Beyer. "Dringend benötigte Heimplätze sind dann nicht verfügbar,
und die Pflegebedürftigen und ihre Familien haben das Nachsehen."
Der Mangel an Fachkräften sei eine nicht wegzudiskutierende
Realität. Offene Stellen in der Altenpflege sind bundesweit
durchschnittlich sechs Monate unbesetzt, mit künftig steigender
Tendenz. "Und es liegt nicht an der Höhe der Löhne und Gehälter oder
an einem unattraktiven Arbeitsfeld", sagt der bpa-Landesvorsitzende
und verweist auf die Zahl der interessierten Auszubildenden. "Wir
bilden auf hohem Niveau aus, aber die Zahl der pflegebedürftigen
Menschen wächst deutlich schneller. Um den absehbaren Bedarf zu
decken, brauchen wir eine ehrliche Diskussion darüber, wie eine
begründete Qualität mit einer anderen Verteilung der Aufgaben
gesichert wird. Eine starre Fachkraftquote leistet keinen Beitrag zur
Lösung dieser Zukunftsaufgabe."
Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)
bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über
100 in Bremen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter
sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der
ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und
der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa
organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund
305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000 Ausbildungsplätze (siehe
www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das
investierte Kapital liegt bei etwa 24,2 Milliarden Euro.
Pressekontakt:
Für Rückfragen: Hannelore Bitter-Wirtz, bpa-Landesbeauftragte, Tel.:
0421/68 54 41 75, www.bpa.de
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Datum: 08.08.2017 - 12:17 Uhr
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