Unterdosierte Krebsmedikamente: Mehr als 3700 Menschen in sechs Bundesländern betroffen

Unterdosierte Krebsmedikamente: Mehr als 3700 Menschen in sechs Bundesländern betroffen

ID: 1521126
(ots) - Der Fall der falsch dosierten Krebsmedikamente des
Bottroper Apothekers Peter S. betrifft nach Recherchen des
NDR-Magazins "Panorama" und des gemeinnützigen Recherchezentrums
correctiv weitaus mehr Menschen als bisher bekannt. Mehrere Tausend
Patienten in sechs Bundesländern erhielten über Jahre hinweg teils
wirkungslose Arzneien. Ein Großteil der Betroffenen ist darüber noch
nicht informiert. Die Gesundheitsbehörden hatten sich darauf
verlassen, dass die Ärzte und Kliniken die mutmaßlich betroffenen
Patienten unterrichten.

Wie die verantwortliche Staatsanwaltschaft in Essen offiziell
bestätigte, gehen die Ermittler bundesweit von rund 3700 Betroffenen
aus. 37 Arztpraxen und Kliniken seien demnach in den vergangenen fünf
Jahren von dem Bottroper Apotheker mit falsch dosierten
Krebsmedikamenten beliefert worden - die meisten davon in
Nordrhein-Westfalen. Es gab allerdings auch Abnehmer in
Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Saarland, Sachsen und
Niedersachsen.

Die Staatsanwaltschaft hat bislang aber nur den
Abrechnungszeitraum der vergangenen fünf Jahre ausgewertet, der für
eine Anklage wegen Abrechnungsbetrug relevant ist. Fälle aus der Zeit
davor wären strafrechtlich verjährt. Nach Recherchen von "Panorama"
und correctiv könnte die Zahl der mutmaßlich betroffenen Patienten
weit größer sein: Seit 2005 hat der Apotheker mehr als 7300 Menschen
mit den 49 Wirkstoffen beliefert, die sich derzeit auf der Liste der
manipulierten Wirkstoffe des Bottroper Gesundheitsamtes finden.

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU)
zeigte sich erschüttert, als er im Interview mit "Panorama" erfuhr,
dass auch neun Monate nach Bekanntwerden des Skandals noch immer ein
Großteil der betroffenen Patienten nicht unterrichtet wurde. Die
Dimensionen des Falles seien nicht bekannt gewesen. "Wir werden uns


jetzt sofort darum kümmern, dass wir an die Adressen dieser Menschen
kommen und dann werden sie selbstverständlich informiert", sagte
Laumann. "Wenn die Behörden die Ärzte und Krankenhäuser, die die
Medikamente verabreichten, informiert haben, dann ist es auch deren
Aufgabe, ihre Patientinnen und Patienten zu informieren. Ich finde,
das ist für einen Behandler schlicht die Pflicht, dieses zu tun."

Der Bottroper Apotheker Peter S. war im November vergangenen
Jahres festgenommen worden. Die Buchhaltung des Apothekers war ein
deutliches Indiz für Unregelmäßigkeiten. Sie zeigte, dass deutlich
weniger Medikamente eingekauft als verkauft wurden - bei einzelnen
Medikamenten wurde nur ein Fünftel des Wirkstoffes eingekauft, den
die Patienten eigentlich erhalten sollten. Die Staatsanwaltschaft
wirft dem Apotheker vor, über Jahre Chemotherapien und
Antikörper-Infusionen für Krebspatienten zu niedrig dosiert und sogar
Therapiebeutel gänzlich ohne Wirkstoff ausgeliefert zu haben. Dadurch
haben tausende Krebspatienten vermutlich wirkungslose Medikamente
bekommen und sind so zu Schaden gekommen.

Mehr Informationen zu "Panorama" unter www.Panorama.de



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Norddeutscher Rundfunk
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Tel.: 040/4156-2304
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Datum: 16.08.2017 - 18:10 Uhr
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